ST. MARGRETHEN: Festung zieht viele Besucher an

Am Samstagnachmittag lud Ralf Pötzsch erstmals als Präsident zur Generalversammlung des Vereins Festungsmuseum Heldsberg ein. Besonders haben sich die Mitglieder über die Besucherzahlen gefreut.

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Präsident Ralf Pötzsch (Mitte) durfte zwei Mitglieder des Heldsbergvereins verabschieden: Fritz Kuster als Mitglied der GPK (links) und Rico Kürsteiner als Gruppenführer. (Bild: pd)

Präsident Ralf Pötzsch (Mitte) durfte zwei Mitglieder des Heldsbergvereins verabschieden: Fritz Kuster als Mitglied der GPK (links) und Rico Kürsteiner als Gruppenführer. (Bild: pd)

ST.MARGRETHEN. Das ad hoc gebildete Entlassungsspiel Rheintal mit rund dreissig Musikanten unter der Leitung von Spielführer Christian Speck umrahmte die 24. GV und erntete dafür den Applaus der rund hundert anwesenden Vereinsmitglieder.

Vor Abwicklung der ordentlichen Traktanden überbrachte Reto Friedauer als Gemeindepräsident von St.Margrethen und somit als Eigentümer der Festungsanlage Grussworte an die Mitgliederversammlung.

Im Einzugsgebiet der Festungsanlage wurden bei der Sanierung des Rheindammes zwei Kugelbunker aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ausgegraben. Einer wird nun im Eingangsbereich der Festungsanlage als Schauobjekt hergerichtet. Ferner werden im Gebiet Baumgarten bald neue Wohnbauten erstellt. Somit soll der dortige Kreisel mit einem Bezug zum Festungsmuseum eine positive Ausstrahlung für die Standortgemeinde St.Margrethen bewirken, in naher Zukunft auch zusammen mit der Fertigstellung des Neubaus des Mineralheilbades. Abschliessend dankte Reto Friedauer dem motivierten Betreiberteam des Festungsmuseums für die umsichtige Pflege und Erhaltung der einstigen militärischen Anlage.

7836 Besucher im letzten Jahr

Erfreulich sind die Besucherzahlen 2015 mit total 7836 Personen. Allein an 248 angemeldeten Gruppenführungen nahmen 5623 Personen teil. Befreundete Festungsmuseen mussten einen Besucherrückgang von 20 Prozent und mehr hinnehmen. Auf Auf Interesse stossen in den Wintermonaten die Besuchs-Samstage einmal im Monat. Beliebt sind ebenso die Öffnungszeiten jeweils am 1. August mit Festwirtschaft. Ein voller Erfolg mit 651 Besuchern war die erstmalige Teilnahme an der Nacht der Museen, vom ORF organisiert. Auch in diesem Jahr ist das Museum am 1. Oktober dabei.

Beim Gedenken der verstorbenen Vereinsmitglieder erwähnte der Präsident besonders alt Regierungs- und Ständerat Ernst Rüesch, ehemaliger Kommandant der Grenzbrigade 8. Er trug 1990 wesentlich dazu bei, dass die Festungsanlage nicht zugemauert wurde.

Die vom Kassier vorgelegte Jahresrechnung weist Einnahmen von 159 008 Franken auf. Die Jahresmitgliederbeiträge (Einzelpersonen 35 Franken und Ehepaare 50 Franken) ergaben 30 017 Franken, Restaurant und Kiosk zusätzliche 23 147 Franken. Der Betriebsüberschuss beträgt 2319 Franken. Das Budget 2016 bewegt sich im gleichen Rahmen. Anstelle des zurückgetretenen Revisors Fritz Kuster, Berneck, wählte die Versammlung Cornel Ledergerber, St. Gallen, als dritten Revisor neben den bisherigen Remo Hutter, Kriessern, und Roland Rutz, Altenrhein.

Verabschiedungen

Seit der Gründung des Vereins 1993 amtete Fritz Kuster als Mitglied des Geschäftsprüfungskommission. Die Jahresrechnungen wurden stets pflichtbewusst geprüft, sodass der Verein auch finanztechnisch stets auf Kurs war. Weiter durfte Präsident Ralf Pötzsch Rico Kürsteiner aus Goldach als Mitarbeiter des Museums verabschieden. Von 1965 bis 1983 leistete Rico Kürsteiner als Nachrichtenoffizier Dienst in der damaligen Festungskompanie 28, die in der Festung Heldsberg ihren Einsatzort hatte.

Während 15 Jahren stellte er sich als Führer zur Verfügung. Die Besucher schätzten seine fröhliche Art, und ebenso beeindruckte sein Wissen aus erster Hand als einer, der seinen Dienst in der damals geheimen Festung absolvierte. Als Dank durften die Geehrten einen Geschenkkorb mit Rheintaler Spezialitäten und einen Reisegutschein entgegennehmen. Mit einem herzlichen Dank an das Mitarbeiterteam schloss der Präsident seine erste Generalversammlung.

Nach einer Pause, musikalisch untermalt durch das Entlassungsspiel, referierte Divisionär Hanspeter Kellerhals als Kdt Ter Reg 4 zum Thema der Sicherheitsanforderungen in seinem Einsatzraum. Dauerhafte Sicherheit gebe es nicht, führte er aus. Was kann gegen Risiken und Bedrohungen wie etwa Stromausfälle, Naturkatastrophen, Internet-Attacken und Anderes unternommen werden, fragte er. Terrorismus und Spionage seien allgegenwärtig. Der Referent zeigte sechs Irrtümer auf, aus denen sich ergebe, dass es eben die Armee neben der Polizei nach wie vor brauche. Das mit Fakten unterlegte Referat wurde mit Applaus verdankt. Anschliessend waren die Teilnehmer zum obligaten Spatz in die Heldsbergstube eingeladen. (pd)