ST. MARGRETHEN: Bienen und Naturidyll am Eselschwanz

Wissenswertes über die Tätigkeit der Imker, neu gepflanztes Ufergehölz und die Grossbaustelle der A1 erfuhren die Teilnehmer an der von der Ortsgemeinde veranstalteten öffentlichen Begehung im Eselschwanz.

Gerhard Huber
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Ortsgemeindepräsident Rolf Künzler begrüsst die Besucher der öffentlichen Begehung. (Bild: Ulrike Huber)

Ortsgemeindepräsident Rolf Künzler begrüsst die Besucher der öffentlichen Begehung. (Bild: Ulrike Huber)

Das Gebiet Eselschwanz in St. Margrethen an der Grenze zu Rheineck jenseits der Autobahn in einer Ausbuchtung des Alten Rheins gelegen, ist gekennzeichnet durch ein vielfältiges Mo­- saik von Gemüsefeldern, Äckern, Wiesen, kleinen Tümpeln und Seen, alten Wasserläufen sowie unter Naturschutz stehenden Waldflächen. Wobei der Name nichts mit einem Esel zu tun hat, wie Ortsgemeindepräsident Rolf Künzler anlässlich der Begrüssung der an die hundert Besucher der samstäglichen öffentlichen Begehung erläuterte. Vielmehr habe die erste urkundliche Erwähnung dieses Gebietes 1369 auf die Bezeichnung «in der Islen» gelautet, womit die inselähnlich ins Wasser des Rheins vorspringende Landzunge gemeint war, sodass hochdeutsch eigentlich von «Inselschwanz» gesprochen werden müsste. Jedenfalls handle es sich beim heutigen Gebiet des Eselschwanzes um eine Bilderbuchlandschaft und um ein wahres Naturidyll, wie Künzler erläuterte.

An drei zu Fuss oder mit dem Velo erreichbaren Informationsposten erfuhren die Teilnehmer an dieser Veranstaltung viel Wissenswertes. Über Bienen und die aufwendige Arbeit der Imker, die diese betreuen. Über die Neupflanzungen von Ufergehölz, mit denen die Biodiversität wieder erhöht werden soll. Und über die direkt dem Eselschwanz benachbarte aktuelle Grossbaustelle der Autobahn A1. Zu diesem Thema referierte Mathias Fricker vom Gebiet VI der Nationalstrassen. Der seit über fünfzig Jahren in Betrieb befindliche Bauabschnitt von acht Kilometer Länge hatte seine Nutzungsdauer erreicht und wird derzeit unter laufendem Verkehr erneuert. «Mitte Oktober wird die Richtungsfahrbahn nach St. Gallen fertig sein, dann kann der Verkehr auf dieses Trasse verlegt werden. Und ein Jahr später wollen wir den Ausbau komplett fertiggestellt haben», so Mathias Fricker.

Josef Zoller vom Naturschutzverein Am Alten Rhein informierte an Ort und Stelle über die Massnahmen, die in jüngster Zeit entlang des Ufergehölzes im Eselschwanz getroffen wurden. Da war von Kräuterzonen entlang der Uferwege die Rede, die durch Pflanzung von möglichst vielen blühenden Kräutern geschaffen werden sollen. Von Strauchgruppen, die an die Kräuter anschliessen. Wo Wildrosen, Schwarzdorn oder Holzapfelgewächse spriessen und blühen sollen. Von Hochstamm-Apfelbäumen und hochwasserresistenten Silberweiden, die zu grossen Bäumen heranwachsen werden.

Der Präsident des Unterrheintaler Imkervereins, Markus Niederer, der am Eselschwanz seine 26 Wirtschaftsvölker und einige Jungvölker betreut, berichtete über den enormen Aufwand, den man als Imker im Kampf gegen Varroamilben, Virenbelastung und Insektizidbelastungen zu treiben hat. «Ständig den Gesundheitszustand der Bienenvölker kontrollieren und bei Gefahr einschreiten.» Das sei es, was ein Imker machen müsse. Und eines komme noch dazu. Durch die landwirtschaftliche Nutzung der Acker- und Wiesenflächen, das Einheitsgrün der gepflegten Rasenflächen ohne Blumen und durch Witterungseinflüsse sei inzwischen das Nahrungsangebot für Bienen zu gering. «Es muss ein Umdenken stattfinden. Im Rasen bei den Wohnhäusern muss sich auch ab und zu ein Blümchen befinden dürfen», appellierte Niederer an seine Zuhörer. Jene Zuhörer, die nach Abschluss der Referate wieder zum Ausgangspunkt bei Gemüsebau Risch zurückkehrten und dort bei Speis und Trank diskutierten.

Gerhard Huber

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