St. Galler sind nach wie vor Spitze

Heute ist die HV des Rheintal-Oberländischen Schwingerverbandes in Mols. Der Rückblick zeigt, dass die Rheintal-Oberländer ihre Kranz-Ausbeute verdoppelten und der Nachwuchs stark ist.

Emil Bürer
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Hier wird gezogen, was das Zeug hält: Der Altstätter Pascal Huber (l.), der 2011 zwei Kränze holte, im Zweikampf mit Matthias Schläpfer, Wolfhalden. (Bild: Emil Bürer)

Hier wird gezogen, was das Zeug hält: Der Altstätter Pascal Huber (l.), der 2011 zwei Kränze holte, im Zweikampf mit Matthias Schläpfer, Wolfhalden. (Bild: Emil Bürer)

SCHWINGEN. Höhepunkt des abgelaufenen Schwingerjahres 2011 war zweifellos der Unspunnen-Schwinget mit dem Sieg des Toggenburgers Daniel Bösch. Mit dreizehn Kränzen (Vorjahr sechs) konnten sich die Rheintal-Oberländer markant steigern. Das Schwingerjahr 2011 lebte von vielen Überraschungen. Der Rücktritt des langjährigen Dominators Jörg Abderhalden führte zu einer offenen Ausgangslage. Dies führte zu einem Zusammenschluss an der Spitze und zu Ausgeglichenheit und einigen saftigen Überraschungen, was vor allem die vielen Schwingerfreunde freute.

St. Galler Doppelsieg

Mit Daniel Bösch siegte am Unspunnen-Schwinget zwar keiner der absoluten Top-Favoriten, und nur die wenigsten hatten den 23-jährigen Toggenburger nach seiner einmonatigen Verletzungspause Ende Juni auf der Rechnung. Mit seiner in jeder Situation abgeklärten Leistung hat Bösch den Sieg mit einem starken Notenblatt mehr als nur verdient. Mit Routinier Jakob Roth – seit Jahren zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk – konnten die St. Galler gar einen Doppelsieg feiern.

Im NOS-Verband waren die St. Galler «Bösen» auch dieses Jahr klar tonangebend. Eine zuverlässige Stütze ist nach wie vor Urban Götte (29), der vergangene Saison achtmal vor die Kranzjungfern treten konnte und damit die Hitliste der St. Galler Kranzgewinner anführt. Mit siebenmal Eichenlaub stehen Nöldi Forrer (31), Martin Glaus (29) und Jakob Roth (34) zu Buche. Daniel Bösch folgt mit fünf Kränzen und konnte sich am St. Galler Kantonalen erstmals als Sieger feiern lassen. Mit viermal Eichenlaub folgen die beiden Toggenburger Andy Büsser und Urs Abderhalden sowie die beiden Rheintal-Oberländer Ruedi Eugster und Fredi Kohler.

Kantonalfest in Balgach

Eine tadellose Organisation durch den Turnverein STV Balgach in Zusammenarbeit mit dem Schwingklub Mittelrheintal und herrliches Festwetter zeichneten diesen in allen Belangen gelungenen Anlass aus. Vor rund 4200 Zuschauern zeigte das hochkarätige Teilnehmerfeld mit elf Eidgenossen, angeführt von Nöldi Forrer, Schwingerkönig in Nyon 2001, und dem zweifachen Berner Eidgenossen Matthias Sempach hochstehende Schwingerkost. Im Schlussgang fing Daniel Bösch Nöldi Forrers Schwung am Boden blitzschnell ab und konnte sich erstmals als Sieger am «eigenen» Kantonalen feiern lassen. Als Neukranzer konnten Samuel Huber, Altstätten, und Jan Marthy, Flumserberg, vor die Kranzjungfern treten.

Schwingfeste im Verbandsgebiet

Die im Rheintal-Oberländischen Schwingerverband durchgeführten Anlässe erfreuten sich durchwegs regen Zuschauerzuspruchs. Das OK des Verbandsschwingfestes Anfang April in Unterterzen leistete tadellose Arbeit und wurde mit einem Grossaufmarsch von gut 2400 Schwingerfreunden belohnt. Bei herrlichem Festwetter traten 114 Aktive zum Wettkampf an. Eher überraschend standen sich im Schlussgang der Bündner Ursin Battaglia und der Appenzeller Martin Hersche gegenüber. Battaglia siegte mit Kurz/Fussstich und geduldiger Bodenarbeit.

Bei der bereits 37. Austragung des Gonzenschwingets stellten sich 64 Aktive dem Zweikampf. Die rund 1100 Zuschauer kamen dabei in den Genuss meist hochstehender Schwingerkost. Im Schlussgang besiegte der 22-jährige Taminataler Fredi Kohler den Toggenburger Michi Rhyner nach drei Minuten mit Müngermurks.

Zum ersten Mal wurde das «verbandseigene» Nachwuchsschwingfest in Kombination mit dem Gonzenschwinget ausgetragen. Eingeteilt in vier Alterskategorien boten die 220 angetreten Knaben herzerfrischenden Schwingsport. Dank Christian Bernold und Fabian Bärtsch konnte der Nachwuchs zwei Kategoriensiege in den «eigenen» Reihen behalten.

Rheintaler mit Steigerung

Insgesamt konnten sich die Rheintal-Oberländer mit dreizehn Kranzerfolgen (Vorjahr sechs) wesentlich steigern. Mit viermal Eichenlaub stehen die «Melser» Ruedi Eugster und Fredi Kohler gemeinsam an der Spitze der internen Hitliste. Nach fünfjähriger Durststrecke konnte sich Pascal Huber vom Schwingklub Mittelrheintal am St. Galler und am Appenzeller gleich zweimal unter die Kranzgewinner reihen. Clubkollege Beda Coray bestätigte seinen letztjährigen Kranzgewinn und erschwang sich einmal Eichenlaub. Erfreulich sind der erste Kranzgewinn Samuel Hubers (Altstätten) und des erst 19-jährigen Jan Marthy (Flumserberg).

Nachwuchs macht Freude

Sechs Doppelzweige am NOS-Nachwuchsschwingfest, davon ein Kategoriensieg durch Marco Good, 77 Kantonalzweige, davon fünf Siege sowie vier Siege an Buebe-Schwingen, und viele Auszeichnungen zeugen von guter Arbeit im Nachwuchsbereich.

Am NOS-Nachwuchsfest zeigten sich die Jungs einmal mehr von ihrer besten Seite. Nebst dem Sieg von Marco Good (Jg. 96) konnten auch Roger Baumgartner (94), Edi Bernold (95), Christian Bernold (96) und Reto Schlegel sowie Sandro Städler (beide 97) den begehrten NOS-Doppelzweig in Empfang nehmen.

Im Weiteren konnte der «eigene» Nachwuchs insgesamt zehn Festsiege feiern: Edi Bernold siegte an drei Kantonalen Nachwuchs-Schwingfesten, Marco Good gewann nebst dem NOS auch am Bündner und Reto Schlegel schwang am St. Galler Kantonalen Nachwuchs-Fest oben aus. Dazu war Christian Bernold an drei Buebe-Schwinget erfolgreich und Fabian Bärtsch stand am Rheintaler Buebeschwinget zuoberst auf dem Podest.

Mit fünf erkämpften Kantonalzweigen stehen Christian und Edi Bernold, Reto Schlegel, Jakob und Hannes Nigg (alle SK Mels) sowie Sandro Städler und Fabian Ulmann (beide SK Mittelrheintal) zuoberst auf der Hitliste der Zweig-Gewinner. Mit vier Zweigen folgen Marco Good und Michael Bernold (beide SK Mels) sowie Urban Kölbener und Dave Burch (beide SK Mittelrheintal). Dreimal konnte sich Ramon Betschart (SK Mittelrheintal) den begehrten Zweig erschwingen.