Spitex wird neu strukturiert

Anlässlich der gestrigen Hauptversammlung gaben die Mitglieder des Spitex-Vereins Widnau dem Vorstand «grünes Licht», die Umwandlung in einen Förderverein voranzutreiben.

Andrea Plüss
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Seit 1. Januar ist Catherine Perren (links) Spitex-Leiterin in Widnau und Karin Wöcke (Zweite von rechts) Leiterin Haushilfe. Zwischen den «Neuzugängen» Yvonne Naef , Leiterin des Altersheims Augiessen und rechts Beda Eisenring, Präsident Spitex-Verein Widnau. (Bild: Andrea Plüss)

Seit 1. Januar ist Catherine Perren (links) Spitex-Leiterin in Widnau und Karin Wöcke (Zweite von rechts) Leiterin Haushilfe. Zwischen den «Neuzugängen» Yvonne Naef , Leiterin des Altersheims Augiessen und rechts Beda Eisenring, Präsident Spitex-Verein Widnau. (Bild: Andrea Plüss)

WIDNAU. Zur Hauptversammlung waren 112 von insgesamt 705 Spitex-Vereinsmitglieder im Metropolsaal erschienen. Präsident Beda Eisenring wies darauf hin, dass es in der Gesundheitspolitik bei der Frage der Kostenübernahme immer noch keine Einigung zwischen Bund und Kanton gebe. «Ein Stop für Leistungsprämien ist nicht in Sicht», so Eisenring weiter.

Der Spitex-Verein wird finanziell getragen von den Krankenversicherern, den Gemeinden nach den kantonalen Vorgaben, den Mitgliederbeiträgen sowie Spenden.

Zentrum Augiessen

Die Arbeitsgruppe habe 2009 intensiv am Projekt «Zentrum Augiessen» gearbeitet. Ziel ist es, alles rund um die Altersbetreuung aus einer Hand anzubieten, erklärte Eisenring. Aufgrund des grossen Interesses ist das Angebot der Tagesbetreuung um einen zweiten Tag erweitert. Weiterhin besteht auch die Angehörigengruppe.

Angestrebt wird die Einrichtung eines sogenannten «Spätdienstes». Den Senioren wäre es dann möglich, den Abend noch frei zu gestalten, da die Vorbereitung der Nachtruhe beim Spätdienst erst zwischen 19 und 20 Uhr erfolgen würde. Dieses Projekt sei jedoch nur in regionaler Zusammenarbeit durchzuführen und die Chancen auf eine Realisierung seien leider momentan eher ungünstig, führte der Spitex-Präsident aus.

Besser als das Budget

Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von knapp 3 000 Franken. Die Erträge aus Lieferungen und Leistungen lagen mit insgesamt 417 558 Franken unerwartet höher als budgetiert. Grösster Ausgabeposten 2009 war der Personalaufwand, der mit 562 489 Franken etwa 52 000 Franken über Budget schloss. Das Budget 2010 wurde aufgrund der durchschnittlichen Beträge der letzten Jahre erstellt und geht von Einnahmen in Höhe von 614 000 Franken aus. Jahresrechnung 2009 und das Budget 2010 passierten einstimmig.

Spitex-Arbeit in Zahlen

Seit 2002 ist in den Bereichen Krankenpflege und Hausdienste ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Grundsätzlich sei es jedoch schwierig, die Spitex-Nutzung vorauszuplanen, erläuterte Eisenring. Die Betreuung von Menschen über 80 Jahre nehme jedoch deutlich zu. Gesamthaft werden signifikant mehr Frauen als Männer durch die Spitex betreut. 129 Personen bezogen 2009 in der Krankenpflege, 77 im Hausdienst Leistungen von der Spitex.

Im Anschluss an die Ausführungen des Präsidenten erläuterte Gemeinderätin Marlen Hasler die Veränderungen, die sich durch die Schaffung des Zentrums Augiessen für den Spitex-Verein Widnau ergeben. Der Spitex-Verein wird nicht mehr Träger der Spitex sein, die dann als eigener Betrieb im Zentrum geführt wird. Der Vorstand sei jedoch dafür, den Verein nicht einfach aufzulösen, sondern eine Nachfolgelösung zu finden.

Umwandlung in Förderverein

Dem Vorstand wurde mit nur zwei Gegenstimmen der Auftrag erteilt, die Überführung des Spitex-Vereins in einen Förderverein bis zur nächsten HV vorzubereiten. Für die Mitarbeitenden der Spitex sowie die betreuten Personen ändert sich durch die Umwandlung nichts, bekräftigte Hasler. mit neuer Struktur könne sich die Spitex dann beispielsweise Angebote in der Altersarbeit unterstützen oder Themenanlässe organisieren. Aufgrund des Finanzausgleichs ist die Vereinsstruktur für die Spitexdienste nicht mehr zwingend.

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