Spinnen, die Löwen fressen

Es ist ein hartes Pflaster, das Rheintal: Da kämpfen mächtige Büffel gegen bissige Krokodile, selbst giftige Spinnen werden in die Arena geschickt. Nein, die Rede ist nicht von illegalen Tier-Wettkämpfen, sondern von einem Vergnügen aus der Neuzeit, dem Unihockey.

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Reto Wälter (Bild: Archiv)

Reto Wälter (Bild: Archiv)

Es ist ein hartes Pflaster, das Rheintal: Da kämpfen mächtige Büffel gegen bissige Krokodile, selbst giftige Spinnen werden in die Arena geschickt. Nein, die Rede ist nicht von illegalen Tier-Wettkämpfen, sondern von einem Vergnügen aus der Neuzeit, dem Unihockey. Einer jungen, boomenden Sportart, deren Anfänge in den 70er-Jahren liegen.

Der Ochse und das Schäfli

Neue Bewegungen haben es an sich, dass sie Trends der Zeit aufnehmen. Im Unihockey beschränkt sich dies aber auf die englischen Mannschafts-Namen: Die Buffalos (Büffel) Rheintal, die Rheintal Gators (Krokodile) Widnau oder eben die Spiders (Spinnen) St. Margrethen.

Liest man sich durch die Ranglisten, wähnt man sich auf der Webseite eines Zoos. Da heben Adler ab, treten Pumas an der Seite von Skorpionen auf, ja selbst Piranhas punkten, wenn nicht Haie durch ihre Gewässer kreuzen. Die Rückbesinnung auf Tiernamen ist ein Schritt zurück zur Einfachheit. Es erinnert an Zeiten, als es Ausgangsorte nur mit Namen wie der Ochsen, die Linde oder das Schäfli gab.

Die Nummer zwei in der Schweiz

In einer komplexen, hochtechnologischen Welt, in der Grenzen zwischen Sein und Schein immer mehr verwischen, schaffen Tiernamen Klarheit: Jeder weiss, was einen Löwen oder einen Bären ausmacht, für welche Eigenschaften sie stehen. Deshalb kämpfen keine Silver-Surfers oder Moon-Beamers um Tore und Punkte. Dies in der Sportart, die in der Schweiz, gemessen an der Anzahl gelöster Lizenzen, mittlerweile hinter Fussball an zweiter Stelle liegt.