Spielraumkonzept wird umgesetzt

Inspiriert durch erfolgreiche Spiel- und Freiraumprojekte im Vorarlberg und einen grenzüberschreitenden Kontakt haben die Gemeinderäte von Oberriet und Rüthi entschieden, dieses Konzept umzusetzen. Der ganze Prozess dauert etwa ein Jahr.

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Die Gemeindepräsidenten Thomas Ammann und Rolf Huber besuchen im Zuge des Konzepts die Waldspielgruppe. (Bild: pd)

Die Gemeindepräsidenten Thomas Ammann und Rolf Huber besuchen im Zuge des Konzepts die Waldspielgruppe. (Bild: pd)

OBERRIET/RÜTHI. Spiel- und Freiräume sind ein wichtiger Teil im Alltagsleben der Kinder und Erwachsenen, denn sie ermöglichen Erholung, Gemeinschaft und vor allem eine spielerische und ungezwungene kindliche Entwicklung. Die Gemeinden Oberriet und Rüthi haben sich zum Ziel gesetzt, ihre Spiel- und Freiräume genauer unter die Lupe zu nehmen, um Qualitäten und Mängel zu erkennen und Verbesserungsmassnahmen setzen zu können. Unterstützt werden sie dabei von den beiden Spielraumplanern Günter Weiskopf, Büro für Spielräume, Lustenau, und Toni Anderfuhren, Bauma ZH. Vor allem aber wichtig ist die Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Oberriet und Rüthi als die wahren Experten der Spiel- und Freiräume des eigenen Lebensumfeldes.

Idee Spielraumkonzept

In einem Spielraumkonzept werden die Voraussetzungen erarbeitet, den öffentlichen Raum wieder verstärkt zu nutzen, Begegnungen und den gemeinsamen Aufenthalt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu ermöglichen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen neben Spiel- und Sportplätzen auch sogenannte informelle Freiräume. Ein ausgezeichnetes Beispiel für qualitativ hochwertige Freiräume wurde beispielsweise mit der Renaturierung des Rheintaler Binnenkanals im Jahr 2008 geschaffen. Die starke Nutzung dieses Angebotes zeigt, wie wichtig solche Massnahmen als Alternative bzw. Ergänzung zum Bau herkömmlicher Spielplätze für die gesamte Bevölkerung sind.

Diverse Aktionen geplant

Spiel- und Freiräume beginnen unmittelbar vor der Haustür: Strassen, Wiesen, Felder, Wald, Bäche, und natürlich die klassischen Spielorte wie Spielplatz, Sportplatz usw. – all das sind wichtige Treffpunkte und Aufenthaltsbereiche im Alltag, besonders für Kinder und Jugendliche.

Die Beteiligung und Mitarbeit der Bevölkerung – und zwar von Gross und Klein – ist dabei ein zentrales Element bei der Entwicklung des Spielraumkonzepts. Das geschieht in verschiedenen Formen (Befragungen, Fragebögen, Workshops) und mit allen Altersgruppen. Es wird daher im Rahmen des Spielraumkonzeptes diverse Aktionen mit und für die Bevölkerung geben. So werden im Laufe des Monats Mai erste Befragungen in den Primarschulen und den Oberstufenschulen stattfinden. An die 220 Kinder und Jugendliche werden zu ihren Spielorten befragt. Zentrale Fragen sind: Wo wird mit wem gespielt, was gefällt ihnen, was haben sie für Ideen und Verbesserungsvorschläge zu den diversen Spielorten – sowohl den ausgewiesenen Spielplätzen und Schulhöfen als auch den informellen Treffpunkten in der freien Landschaft und dem Wohnumfeld. Eine Arbeitsgruppe Spielraumkonzept wird den gesamten Prozess begleiten. Dieser ist auf etwa ein Jahr angelegt.

Die Arbeitsgruppe wird die Bürgerbeteiligung mitgestalten und wird die Zwischenschritte und Ergebnisse diskutieren. Mit einer Aktion «Lieblingsorte in Rüthi und Oberriet» ist die Bevölkerung jetzt schon eingeladen, uns Fotos ihrer Lieblingsplätze in Dorf und Landschaft zu senden.

Lieblingsorte melden

Diese Aktion im Rahmen des Spielraumkonzepts soll dazu beitragen, besonders schöne und attraktive Plätze und Stellen bekanntzumachen und – sofern dies möglich ist – langfristig für die Allgemeinheit zu erhalten. Wie diese Aktion «Lieblingsorte in Rüthi und Oberriet» funktioniert, ist auf der Homepage der Gemeinden beschrieben und abrufbar.

Dieses Medium der Gemeinde-Homepage wird für den Prozess des Spielraumkonzepts natürlich genutzt werden – Ergebnisse, Aktionen usw. werden dort laufend präsentiert. Die Gemeinden Oberriet und Rüthi freuen sich, wenn bei den verschiedenen Aktionen und Möglichkeiten zur Beteiligung viele Bürger und vor allem auch Kinder mitdenken, mitreden, mitmachen und mitspielen. (gk)