Spielgruppe ist über 20-jährig

Vergangenes Jahr hat die Spielgruppe St. Margrethen in aller Stille ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Seit Beginn mit dabei und treibende Kraft ist Spielgruppenleiterin Erika Dilettoso. Eine ganze Generation von St. Margrether Kindern spielte mit ihr.

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St. Margrethen. Angefangen hatte alles 1989, als Erika Dilettoso im Auftrag der «Gruppe junger Mütter» den Kinderhort leitete. Einmal wöchentlich konnten die Kleinen zum Spielen kommen – und es wurden immer mehr. Grund genug, eine richtige Spielgruppe zu gründen. Zusammen mit Iris Gasser verwirklichte Erika Dilettoso diese Idee. «Zu Beginn hatte ich für die Spielgruppenstunden alles minutiös vorbereitet und notiert», erinnert sich die Gründerin. «Ich hatte eine Liste mit dem Ablauf und war sehr nervös.

» Mittlerweile verfügt sie über einen riesigen Erfahrungsschatz, so dass sie fast nichts mehr vorbereitet. Sie könne so besser auf die Kinder eingehen, sagt Erika Dilettoso. Ihre Motivation? «Ich liebe Kinder, sie sind gut fürs Gemüt», erklärt sie lachend.

Lokal von der Gemeinde

Nach drei Spielgruppenjahren gab Iris Gasser ihren Rücktritt und Erika Dilettoso führte die Spielgruppe alleine weiter.

Zu ihren Aufgaben gehören nicht nur die Stunden mit den dreijährigen Kindern, sondern auch die Administration und das Putzen der Räume. Diese werden von der politischen Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Ihr Quartier hat die Spielgruppe seit vielen Jahren im Küpferles-Haus, in dem auch der Jugendtreff sein Lokal hat. Im Parterre und im ersten Obergeschosse treffen sich also die Teenager, während unter dem Dach die Kleinen spielen. Allerdings sind die Öffnungszeiten nicht gleichzeitig, so dass es noch nie zu Problemen kam.

Viele Kinder lösen sich erstmals von ihren Bezugspersonen aus der Familie, wenn sie in die Spielgruppe kommen. Dass es da immer wieder zu Loslöse-Schwierigkeiten kommt, ist selbstredend. Erika Dilettoso unterstützt Kinder und Eltern, diesen wichtigen Schritt sorgfältig und doch konsequent zu vollziehen. «Anfangs bleibt die Mutter oben bei uns, beim zweiten Mal sitzt sie dann im Nebenzimmer auf einer Bank», erklärt Erika Dilettoso. «Wichtig ist, dass die Eltern nicht mit dem Kind spielen, wenn sie es in die Spielgruppe begleiten.

» Das Kind soll schliesslich neue Spielpartnerinnen und -partner finden.

Das Mami sitzt unten

Die dritte Stufe der Loslösung: Die Mutter sitzt unten im Jugendtreff, während das Kind oben am Spielen ist. «Es kann jederzeit die Türe öffnen und sicherstellen, dass das Mami noch da ist», so die Leiterin. Schliesslich kann die Mutter einkaufen gehen und holt das Kind am Ende ab. So hat Erika Dilettoso schon viele erfolgreiche Entwicklungsschritte begleiten dürfen.

Leider komme es auch vor, dass Eltern zu wenig Geduld hätten und das Kind abmelden, wenn die Loslösung nicht rasch klappt. «Damit verschiebt sich das Problem um ein Jahr», ist Erika Dilettoso überzeugt, «im Kindergarten wiederholt sich dieses Drama meist.» Umso wichtiger ist es daher, dass die Eltern diese Hürde überwinden und das Kind den wichtigen Schritt in Richtung Selbständigkeit tun darf.

Erstmals startet die St. Margrether Spielgruppe dieses Jahr nach den Herbstferien. Kurzentschlossene können sich jetzt noch anmelden: bei Erika Dilettoso, 071 744 66 04. Bereits seit Ende August bietet die Schule St. Margrethen eine Elki-Spielgruppe an, an der Kinder in Begleitung eines Elternteils teilnehmen können. Diese Form der Spielgruppe richtet sich in erster Linie an eben jene Kinder, die noch Mühe haben, sich ohne bekannte Bezugsperson in einer Gruppe zu bewegen. Die Elki-Spielgruppe wurde zusammen mit der Spielgruppe erarbeitet und soll diese ergänzen.

Sie ist erfreulich gut besucht. (egp)