Spenden als Training

Gestern, in Heerbrugg: Ein Stand, ein Weihnachtsbaum, ein Mann und eine Frau mit Flyern in der Hand. – Aha, erwünscht sind Spenden; das «Solidarnetz» lädt ein, Menschen in Not eine Freude zu bereiten. «Solidarnetz» setzt sich ein für jene, die es bis zu uns geschafft haben.

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Gestern, in Heerbrugg: Ein Stand, ein Weihnachtsbaum, ein Mann und eine Frau mit Flyern in der Hand. – Aha, erwünscht sind Spenden; das «Solidarnetz» lädt ein, Menschen in Not eine Freude zu bereiten. «Solidarnetz» setzt sich ein für jene, die es bis zu uns geschafft haben.

Ohne gleich zu wissen, wem die Spende zukommt: Was fällt uns als erstes ein? «Den armen Menschen soll man helfen» oder «Selbstverständlich helfe ich». Mir fiel spontan ein Name ein: Amir. Der Einbrecher und Raser, der wiederholt ohne Billett fuhr und der unverschämt seine Unverbesserlichkeit zelebriert.

Obschon zwischen Amir und der Spendenaktion natürlich kein Zusammenhang besteht, sind all die Amirs dieser Welt ein Hindernis für solidarisches Verhalten. Manchmal fällt es schwer, die eigenen Gedanken vor Vergiftung zu bewahren. Eine Spendenaktion wie in Heerbrugg ist da ein gutes Training, mehr zu sehen als das Schlechte.

Gert Bruderer

bruderer@rheintalverlag.ch