Kinderbetreuung: SP macht in Rebstein viel Nachholbedarf aus

Am Diskussionsabend der SP Rheintal über Kinderbetreuungsangebote wurde aufgezeigt, dass es zu wenig gibt.

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In Rebstein gibt es nach Ansicht der SP zu wenig Kinderbetreuungsangebote. (Symbolbild: Getty)

In Rebstein gibt es nach Ansicht der SP zu wenig Kinderbetreuungsangebote. (Symbolbild: Getty)

Rebstein Mit dabei waren in der «Traube» Rebstein Marlen Hasler, ehemalige Gemeinderätin aus Widnau, Gaby Hartert, Gemeinderätin von Rebstein und Karin Hasler, Präsidentin der SP Rheintal, sowie Michèle Zutter, SP Thal-Rheineck. Dies war der dritte von vier Anlässen der SP Rheintal zum Thema Kinderbetreuung.

Rebstein erhält schlechte Noten vom Kanton

Nach einem Bericht des Kantons St.Gallen schneidet vor allem Rebstein schwach ab, wenn es um Auffangzeiten, Mittagstisch, Nachmittagsbetreuung, Ferienbetreuung usw. geht. Obwohl gerade eine kostenfreie zusätzliche Spielgruppe von der Gemeinde angeboten wird, wurde während der Diskussion klar: Es muss noch mehr geschehen. Gaby Hartert betonte, dass sie zurzeit 26 Tagesfamilien im Einsatz hätten. Diese sei eine gute Auslastung, vor allem für den Mittagstisch. In Anbetracht dessen, dass Tagesfamilien immer schwieriger zu finden sind, sei dies aber keine zukunftstaugliche Lösung, debattierten die Anwesenden.

Ferien- und Auffangzeiten nicht abgedeckt

Weitere Stimmen erklärten, dass es in Rebstein fast unmöglich sei, drei Kinder verschiedenen Alters betreuen zu lassen. Die Mehrfachbelastung sei so gross, dass sich die Erwerbstätigkeit der besagten Mutter fast nicht lohne. Auch bezüglich Ferienzeiten und Auffangzeiten bis 18.30 Uhr gäbe es für Rebsteiner Erwerbstätige mit Schulkindern keine Chance. Zuzüger würden Rebstein gar nicht in Betracht ziehen, da auch der Krippenzugang sehr schwierig sei.

Natürlich begrüsst es jede Gemeinde, wenn es von einem ausgebauten Sportplatz profitieren kann. Auch dies gäbe den Kindern gute Freizeitangebote, so Gaby Hartert, Jugend- und Kinderbeauftragte. Schaut man aber auf die Erwerbsquote der Frauen, muss es auch in Rebstein Kinder geben, die vor allem am Nachmittag und in den Ferien nicht betreut werden können aus Mangel an Betreuungsangeboten. In der Diskussion mit Marlen Hasler, erfahrene Expertin im Aufbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten, wurde klar, dass es nicht um die Finanzierung ginge, diese könne man sowieso nicht decken, auch eine Gemeinde wie Widnau nicht. Eine Anwesende betonte deswegen, dass es einen gewissen Mut und politischen Willen brauche, um diese Angebote auf die Beine zu stellen. Die Nachfrage würde dann kommen, man müsse etwas Durchhaltevermögen haben.

Standortattraktivität auch ohne Industrie erhalten

Während der Diskussion wurde klar, dass Rebstein attraktiv bleiben muss, auch ohne Industriestandort. Dies funktioniert nur mit entsprechenden Kinderbetreuungsangeboten, denn jüngere Frauen wachsen mit der Vorstellung auf, dass sie auch nach der Mutterschaft arbeiten gehen können. Weiter wären allgemein schulergänzende Betreuungsangebote für Schüler ein Gewinn, denn während dem Mittagstisch oder der Nachmittagsbetreuung könnten sie von der positiven Lerndynamik und der Sprachförderung profitieren und wären während dieser Zeit qualifiziert begleitet, so SP-Präsidentin Karin Hasler.

Gemäss der Gemeinderätin Hartert gäbe es erste Gespräche über eine Nutzung des Altersheims für bestimmte Betreuungsangebote. Die SP Rheintal, zusammen mit der Rebsteiner Bevölkerung, wird mit Spannung verfolgen, wie sich die Situation in Rebstein zukünftig zeigen wird. Zudem hofft die SP, dass Rebstein und sein Gemeinderat den Zeitgeist erkennen, die Interessen der Bevölkerung wahrnehmen und entsprechende Massnahmen treffen. (pd)