Soul-Folk aus den Weiten Irlands

Manuela Oesch Olowu pflegt einen alternativen Lebensstil. Sie betreibt ihr eigenes Lederatelier, musiziert in vier Bands und ist zudem auch noch Mutter. In Zeitstress kommt die 48-Jährige trotzdem kaum.

Chris Eggenberger
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Künstlerin Manuela Oesch in ihrem Proberaum in Lüchingen, wo aus ihr und ihrer Kollegin Katja Schmitter die Band «Peat» wird. (Bild: Chris Eggenberger)

Künstlerin Manuela Oesch in ihrem Proberaum in Lüchingen, wo aus ihr und ihrer Kollegin Katja Schmitter die Band «Peat» wird. (Bild: Chris Eggenberger)

Mit 16 trat sie ihrer ersten Band bei, heute ist sie gleich bei drei Projekten dabei, ein weiteres ist in Planung. Neben den Party-Funkern «Organic Stuff» und «Mama’s Jukebox», wo das Publikum die Songs auswählen darf, ist das im Frühling 2018 entstandene Duo «Peat» der aktuelle Fokus der Rebsteinerin Manuela Oesch.

«naked» wollte sie zuerst alleine sein

Nachdem sich ihre Band «Loom» aufgelöst hatte, wollte Oesch eigentlich einen Versuch als Solosängerin wagen. «Ich merkte aber schnell, dass es zusammen schöner ist», meint sie. Ihre Kollegin Katja Schmitter, Wirtin der Bierhalle in Balgach, schloss sich dem Projekt an. Die beiden hatten sich vor etwa 20 Jahren an einem Konzert von Oeschs damaliger Band «Carpe Diem» kennen gelernt und sind seither mehrmals zusammen nach Irland gereist. Aus den Erinnerungen an die irischen Landschaften und Gerüche entstand dann auch der Bandname «Peat», zu deutsch Torf. Musikalisch steht «Peat» für einfachen, souligen Folk mit Texten, die Geschichten aus der Gefühlswelt von Manuela Oesch erzählen. Die grossen Bühnen der Musikwelt sind aber nicht ihr Ziel; «wichtig sind mir coole Gigs mit einem aufmerksamen Publikum», erklärt sie. «Peat» spiele gerne in kleinen Theatern. Bei ihrer nächsten Irlandreise wollen Katja Schmitter und Manuela Oesch sich zudem in die Welt der Strassenmusik wagen.

Die ursprünglich für das Soloprojekt geplanten Songs haben die zwei Sängerinnen nun in ihrem Debütalbum «naked» zusammengefasst. Die Platte sei einfach und unverändert, ehrlich und unperfekt; nackt eben, meint Oesch. Sie gibt sich zufrieden mit dem Resultat des Projekts, immerhin könne sie das Album selbst noch hören.

Auch im Handwerk zu Hause

Ein Tag im Leben von Manuela Oesch beginnt mit dem Schrillen des Weckers um 7 Uhr. «Ich muss schauen, dass mein Sohn rechtzeitig zur Schule geht, erst danach wende ich mich meiner Arbeit zu.» Selbstständig zu arbeiten sei schön, berge aber auch Gefahren, erklärt Oesch. Sie müsse aufpassen, sich bei der Arbeit wirklich zu konzentrieren und nichts zu verzetteln. Stress sei bei ihr aber kein Faktor, meint Oesch, nervös werde sie höchstens vor Auftritten. In einem «normalen» 9-5-Uhr-Job zu arbeiten kann sich Manuela Oesch nicht vorstellen.

Ihre zweite grosse Leidenschaft ist das Handwerk. In ihrem Atelier in einem ehemaligen Industriegebäude in Lüchingen treffe ich die 48-Jährige. Sie fertigt hier vor allem Lederwaren wie Taschen und Gürtel. Ursprünglich hatte sich die Rebsteinerin nach dem Schulabbruch in Kunst und Gestaltung ausbilden lassen, dann aber auf diversen Berufsfeldern gearbeitet. «Schreinerin wäre ich gerne geworden», erklärt Oesch, doch diese Möglichkeit habe sich ihr nicht ergeben.

Nachdem ihr ein Bekannter billig Werkzeuge verkaufte, begann sie, sich in die Arbeit mit Leder zu vertiefen. Ihre heutigen Fähigkeiten in der Arbeit als Sattlerin habe sie alle selbst erlernt, meint Oesch. Ihre Produkte verkauft sie vor allem im Internet. Sie erklärt, davon leben könne sie aber leider nicht.

Hinweis

Songs: mx3.ch/peat

Nächster Liveauftritt von «Peat»: Freitag, 26. April, 21 Uhr, «Sitegass», Altstätten