Sorgen um das Image des Berufs

REBSTEIN. Gestern fand in Rebstein die HV der Sektion Oberrheintal des kantonalen Lehrervereins KLV statt. Zahlreiche Probleme bewegen die Lehrerschaft.

Max Pflüger
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Rund 150 Lehrkräfte versammelten sich gestern Abend im Schulhaus Sonnental, Rebstein, zur Jahresversammlung ihrer Standesorganisation. (Bild: Max Pflüger)

Rund 150 Lehrkräfte versammelten sich gestern Abend im Schulhaus Sonnental, Rebstein, zur Jahresversammlung ihrer Standesorganisation. (Bild: Max Pflüger)

Vor allem vier Themenkreise sind es, welche die Lehrerinnen und Lehrer zurzeit beschäftigen: Ein erfüllbarer Berufsauftrag, die Rekrutierung junger Berufsleute, Nachholbedarf bei der Entlöhnung sowie genügend Zeit für das eigentliche Kerngeschäft, das Unterrichten. Die Versammlung wurde geleitet von Margrit Horber.

Bevor sich die rund 150 Oberrheintaler Lehrkräfte aber den Fragen rund um ihren Berufsalltag hingaben, genossen sie den herzerfrischenden Auftritt des Rebsteiner Chäferlichors.

Die zehn herzigen Dreikäsehochs in Rheintaler Trachten vom Kindergartenalter bis zur Zweitklässlerin unter der Leitung von Silvia Huber erfreuten die Zuhörer mit munteren Mundartliedern.

In ihrem Jahresbericht kam Sektionspräsidentin Barbara Keel auch auf Unruhe im Bildungswesen und auf die vielen Projekte zur Schulentwicklung zu sprechen, die sie humorvoll geisselte: «Studierende der Pädagogischen Hochschule PHSG schliessen mit dem Titel 'Master of Science in' .

..ähmm... irgendetwas Englischem ab. Bleibt zu hoffen, dass wir einfache Lehrkräfte bleiben können und nicht zu 'Architekten, die eine lernfördernde Umgebung schaffen', kurz ALU, umbenannt werden. Es ist ja haarsträubend, wie viele Projekte zur Schulentwicklung in Erprobung sind. Dies zeigt auf, dass Unterrichten längst nicht mehr allein der Inhalt unseres Berufes ist.»

Aus dem Kantonalvorstand berichtete Ursula Meyer-Mattes, Mitglied der Geschäftsleitung. Auch sie gab einen Überblick über die zahlreichen anstehenden Probleme:

Bei der Revision der Pensionskassenverordnung scheinen die Versprechen, welche die Regierungsräte Gehrer und Kölliker der Lehrerschaft abgegeben haben, politisch nicht mehrheitsfähig zu sein.

Im Personalgesetz hat die erste Lesung im Kantonsrat wesentliche Verschlechterungen im Kündigungsschutz sowie bei der Verankerung der Mitsprache gebracht. Lohnvergleiche mit Verwaltung und Privatwirtschaft ergaben, dass die Lehrerlöhne weit hinter der Entschädigung vergleichbarer Funktionen hinten her hinken.

Ebenfalls zur Sorge Anlass gibt der wachsende Lehrermangel: 256 Lehrstellen konnten nicht mit ausreichend ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden, 107 Personen unterrichten sogar ohne ein entsprechendes Diplom.

Bevor die Lehrkräfte zum vom KLV und der Gemeinde Rebstein offerierten Apéro schritten, orientierte Ralph Good die Kollegen über die Altstätter Talentschule mit den beiden Richtungen Musik und Gestalten.

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