SOMMERTOUR: «Vor jeder Tour war ich verletzt»

Vier Wochen lang wanderte Victor Rohner für das Fernsehen «Vom Bodesee is Toggeburg». Der frühere Sportmoderator zeigt seine Touren im TVO und Zuschauern aus der ganzen Welt.

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Bereits das dritte Mal in Folge wandert Victor Rohner durch die Ostschweiz und erkundet die ­Region. Das Konzept der Sendung: jeden Tag eine Folge, ein neuer Gast und ein neues Thema. Wichtig dabei ist die Nähe zu Mensch, Kultur und Natur. Wird es eine vierte Sendung geben?

Victor Rohner, eigentlich geht man wandern, um die Ruhe in den Bergen zu geniessen. Sie werden beim Wandern ständig von einer dreiköpfigen Filmmannschaft begleitet. Was hat Sie zu diesem Projekt bewogen?

Den Wunsch nach einer solchen Wandersendung hatte ich schon immer, doch früher fehlte die Zeit. Zudem wollte ich das Projekt alleine auf die Beine stellen und nicht mit einer grossen Produktionsfirma im Rücken. So habe ich mehr Freiheit. Ich möchte den Menschen zeigen, wie schön unser Land ist, unbekanntes Terrain, die Kultur und die Menschen vorstellen.

Wandern Sie bei jedem ­Wetter?

Ja, auch bei Wind und Wetter - aber wir passen die Route an. Wenn zum Beispiel Steinschlag oder Erdrutsch drohen, versuchen wir, das Gebiet zu umgehen.

Ist die Sommertour mehr Hobby oder Beruf?

Das ist für mich ganz klar Arbeit. Und zwar ganz schön viel Arbeit. Die Organisation erfordert enorm viel Zeit. Auch gehe ich alle Strecken im Vorhinein ab. Die langen Drehtage kosten Energie. 95 Mannstunden braucht es, um letztendlich eine etwa 30-minütige Sendung zu haben. Trotzdem ist es für mich eine wunderschöne Arbeit, die ich sehr gern mache.

Hatten Sie je gesundheitliche Probleme oder gar einen Unfall?

Ja, das ist wie verhext. Vor jedem Drehstart hatte ich irgendeine Verletzung. Letztes Jahr eine Zerrung am Meniskus und dieses Jahr, kurz vor Drehbeginn, einen Bandscheibenvorfall. Aber ich habe mir gesagt, ich ziehe es durch und gehe danach umgehend zur Physiotherapie.

Das heisst, Sie werden nach den Dreharbeiten das Wandern vorzeitig einstellen?

Nicht ganz, ich werde sicherlich spazieren gehen. Meine Frau kam in den letzten Wochen zu kurz, denn sie wandert eigentlich noch viel mehr als ich. Sie will ihr Defizit an diesen schönen Sommertagen nachholen. Da werde ich Sie alleine ziehen lassen.

Was waren Ihre schönsten und eindrücklichsten Erlebnisse bei der Sommertour?

Ein Alpaufzug im Appenzellerland in der ersten Serie war für mich ein ganz spezielles Erlebnis. Dieses Jahr hat mich eine junge Älplerin auf der Alp Büls sehr beeindruckt. Landschaftlich wurde ich vom Fürstentum Liechtenstein überrascht. Ich erwartete eher Wanderungen im Flachland – eigentlich gefällt mir das Gebirge etwas besser. Doch der Weg über die drei Schwestern war fantastisch. Das kann ich nur weiterempfehlen.

Wie sieht es aus mit negativen Erfahrungen?

Da erinnere ich mich an eine ­Sache, als wir in einer Bergbeiz filmten. Dort arbeitete jemand ohne Aufenthaltsbewilligung. Das hatte uns niemand gesagt. Nach der Ausstrahlung gab es ­einiges an Aufruhr. Sonst habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht, ich hatte auch immer nette Gäste.

Wie sind die Reaktionen auf die Sommertour?

Es freut mich zu hören, wenn die DVD zu unserer Sendung in die ganze Welt verschickt werden. Zur diesjährigen Staffel wurden bereits über 500 Stück bestellt. Dazu diverse Briefe und E-Mails. Menschen, die die Gegend von früher her kennen, erfreuen sich an den Aufnahmen. Diese positiven Rückmeldungen sind zusätzliche Motivation, diese Sendung zu drehen.

Können wir uns auf weitere Abenteuer freuen?

Diese Staffel wird wohl die letzte sein. Eigentlich war dieses Jahr bereits keine Tour mehr geplant. Doch verschiedene Tourismus-Destinationen haben mich angefragt, ob ich nicht nochmals eine Sendung machen könnte. Ich habe mich dann umentschieden. Schliesslich war ich vorher kaum im Toggenburg unterwegs. Doch es lohnt sich.

Delia Hug