Sogar die Kürbissuppe ist gerettet

Einsatzleiter Fredi Spirig ist froh, dass beim Grossbrand vom Mittwochabend im Diepoldsauer Unterdorf niemand ernsthaft verletzt wurde. Stolz ist er, dass seine alle umliegenden Gebäude geschützt werden konnten. Nicht mal seine Kürbissuppe ist angebrannt.

René Schneider
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Fredi Spirig, es ist der Tag nach dem Grossbrand, 13 Uhr, sind Sie ausgeschlafen?

Fredi Spirig: Nein. Ich war heute Mittag nur kurz zum Essen zu Hause.

Was machten Sie am Mittwoch kurz vor 19 Uhr?

Spirig: (lacht) Ich war am Kochen! Ich wollte das erste Mal eine Kürbissuppe kochen. Dann kam der Alarm herein, und ich rannte los. Erst an der Tür fiel mir ein, zurückzurennen und den Herd auszuschalten.

Trotzdem fiel Ihnen die Einsatzleitung zu?

Spirig: Ich war einer der ersten einsatzbereiten Offiziere im Depot. Darum fiel mir diesmal die Aufgabe zu.

Wann realisierten Sie das Ausmass des Brandes?

Spirig: Als wir beim Beck Fuchs in die Unterdorfstrassse einbogen und ich die Flammen sah. Beim Alarm war die Rede gewesen von einem brennenden Auto. Dann hiess es, das Auto brenne in einem Unterstand. Als wir ins Unterdorf einbogen, erhöhte ich die Alarmstufe im Minutentakt von eins bis vier und forderte damit Unterstützung der Nachbarfeuerwehren an; also Personal und Gerät aus Balgach, Widnau, Au-Heerbrugg sowie die Hubretter aus Altstätten und Au-Heerbrugg.

Wie erlebten Sie den Einsatz?

Spirig: Spannend. Zu Beginn hektisch. Das ist immer so. Aber dann lief es dank des super Einsatzes aller sensationell gut.

Die Flammen schlugen kirchturmhoch aus der Halle. Was taten Sie als Erstes?

Spirig: Übersicht gewinnen. Für einen Rundgang reichte die Zeit nicht, aber ich wusste, dass hinter der Halle freies Feld ist. Ich legte fest, ab wo wir das Feuer stoppen können. Dann gab ich erste Befehle aus; etwa, welche Löschleitungen gebaut und welche Gebäude gehalten werden.

Die Halle zu halten, war kein Thema?

Spirig: Das war aussichtslos. Wir konnten aber die Strahlungswärme reduzieren und die Nachbargebäude halten.

Waren die vielen Neugierigen ein Problem?

Spirig: Einige verstellten mit ihren Autos unseren nachrückenden Helfern den Weg. Darum sperrten wir schnell alle Zufahrten ins Unterdorf.

Was ist jetzt mit der Kürbissuppe?

Spirig: (lacht) Die gibt es heute zum Znacht.

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