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SNOWBOARD: Auer Crosser überzeugt im Alpin-Rennen

Die Alpin-Meisterschaft von BASE, dem Ostschweizer Snowboard-Verband, erfreut sich in Flumserberg internationaler Beteiligung. Der 17-jährige Gabriel Zweifel aus Au fährt im strömenden Regen um einen Platz am Podest vorbei.
Yves Solenthaler, Flumserberg
Boardercrosser Gabriel Zweifel aus Au spielt seine Technik auch in einer fremden Disziplin aus. (Bild: Jack Zweifel)

Boardercrosser Gabriel Zweifel aus Au spielt seine Technik auch in einer fremden Disziplin aus. (Bild: Jack Zweifel)

Yves Solenthaler, Flumserberg

Das Rennen der Boarding Association Switzerland East (BASE) ist keine offizielle Meisterschaft. Die Beteiligung in den Elitekategorien der Frauen und Männer ist auch viel zu gut, um sie als Ostschweizer Championat zu bezeichnen.

Weil aber BASE in allen Disziplinen (Alpin, Cross, Freestyle) pro Saison je ein Rennen durchführt, ist es zwar zugespitzt, aber nicht falsch, den Riesenslalom vom letzten Samstag als Meisterschaft zu bezeichnen.

Manchmal lädt sich Gabriel Zweifel zu viel Druck auf

Am schnellsten absolvierte die zweimal 31 Tore der Japaner Nofuji Yuki. Der neue «Ostschweizer Riesenslalom-Meister» aus Fernost liess zwei weitere Weltcup-Athleten und den überraschend weit vorne klassierten 17-jährigen Boardercrosser Gabriel Zweifel aus Au hinter sich. Bei den Frauen setzte sich nicht die favorisierte Julie Zogg durch; die Siegerin des Gesamtweltcups 2014/15 liess ein Tor aus. Ladina Jenny von Snowboard Davos trug den Sieg davon.

Der vom Schweizer Europacup-Trainer Nico Gazzarin und BASE-Cheftrainer Christian Thoma ausgesteckte Kurs auf der «Chrüz»-Piste in Flumserberg enthielt für die Cracks kaum technische Kniffligkeiten, denn auch die U13-Fahrerinnen und -Fahrer mussten die Strecke bewältigen. Mühe bereitete ihnen allenfalls der strömende Regen während des ganzen Wettkampfs sowie der vom vielen Niederschlag des Tages aufgeweichte Schnee.

Gabriel Zweifel bestreitet ausser dem BASE-Rennen seit zwei, drei Jahren keine Alpin-Wettkämpfe mehr. Für ihn waren die schlechten Pistenverhältnisse kein Nachteil: «Weil ich in dieser Disziplin auch früher kaum Punkte hatte, musste ich in Alpin-Rennen immer weit hinten starten.»

Der Athlet des Skiclubs Flumserberg – Zweifel musste den Ski- und Snowboardclub St. Margre­then verlassen, weil dieser aus dem Schweizer Skiverband austrat – war vor dem Rennen kaum nervös und gab noch Minuten vor dem Start munter Auskunft: «Das Rennen ist für mich nicht wichtig. Unter Druck stehe ich allerdings ein bisschen, weil ich mich mit einigen Kollegen messe.» Wenn er schlecht fahre, müsse er nachher wochenlang Sprüche hinnehmen.

In Rennen, die wirklich zählen, lade er sich allerdings oft zu viel Druck auf: «Dadurch verkrampfe ich manchmal. Ich merke das jeweils bei Doppelveranstaltungen: Wenn ich am ersten Tag meine Ziele erreicht habe, fahre ich im zweiten Rennen viel befreiter.»

Der 17-jährige Gabriel Zweifel gehört seit dieser Saison dem C-Kader von Swiss Snowboard an. Er bestreitet Fis- und Europacuprennen. Anfang Dezember fuhr er in einem Junior-Fis-Rennen in Pitztal als Dritter aufs Podest. In den beiden Europacuprennen dieses Winters musste sich Zweifel mit den Rängen 31 und 33 begnügen: «Damit bin ich nicht zufrieden.» Sein ambitioniertes Ziel ist es, im Europacup einen Halbfinal (Top 8) zu erreichen: «In der Gesamtwertung müsste ich mich um den 20. Platz klassieren.»

Der Auer, der seit diesem Sommer die United School of Sports in St. Gallen besucht, wirkt sehr selbstkritisch: «Ich kann und muss mich noch in vielen Bereichen verbessern.» Seine Trainer sagen, dass der Teenager lernen müsse, sich gedulden zu können.

Denn Gabriel Zweifel trainiert fleissig. Schon seit Jahren fährt er oft allein mit seinem Oxess-Board mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Skigebiet nach Flumserberg. Nebst den Trainings mit dem Nationalkader übt er auch oft bei seinem Heimatverband BASE.

Wie im Skicross ist der Start bei den Boardern wichtig

Boardercross lässt sich mit Skicross vergleichen: Die Athleten fahren gegeneinander auf derselben Piste, alle haben die gleichen Bedingungen. Der Start ist wichtig, denn an der Spitze lässt es sich befreiter fahren. Das Windschattenfahren hat bei den Boardern eher eine grössere Bedeutung als bei den Skifahrern, der Spitzenmann hat aber eine etwas bessere Übersicht als ein Skifahrer, weil er quer auf dem Brett steht.

Den Start trainieren die Crosser oft – in der Praxis und auch in der Theorie. «Beim Videostudium schaue ich mir hie und da etwas von einem Spitzenfahrer ab», sagt Zweifel. Es sei aber wichtig, das nicht zu ausgiebig zu machen. «Je mehr Informationen ich verarbeiten muss, desto grösser ist die Gefahr, zu viel zu studieren.» Das geht auf Kosten der Lockerheit, die bei den Boardern ebenso entscheidend ist wie bei den Skirennfahrern.

Die Heats – also die K.-o.-Duelle Mann gegen Mann – sind die Stärke von Gabriel Zweifel: «In der Quali, in der die Athleten einzeln fahren, habe ich dagegen mehr Mühe.» Es falle ihm schwer, sich zu pushen, wenn er keine Konkurrenten neben, vor oder hinter sich auf der Strecke wisse.

Im Alpin-Bereich sind diese Vergleiche auch in Parallelrennen nur beschränkt möglich. Umso zufriedener ist Gabriel Zweifel mit seinem Abschneiden in Flumserberg. Der Erfolg gibt Appetit: Von der Gerstensuppe, die jeder Fahrer erhält, verschlingt er nach dem Rennen gleich zwei Portionen.

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