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SKICROSS: «Die Saison der kurzen Finger»

Im Weltcupfinal in Arosa musste Marc Bischofberger mit dem 19. Platz vorliebnehmen. Wieder schied er im Achtelfinal äusserst knapp aus. Das Rennen war ein Spiegelbild der verkorksten Saison.
Yves Solenthaler, Arosa
Die Zielkurve im Achtelfinal: Marc Bischofberger (links) wollte diese Spur, weil er Chris Delbosco dort erwartet hatte. Der Kanadier war aber auf der anderen Seite und zog wie Christoph Wahrstötter (rechts) am Oberegger vorbei. (Bild: ys)

Die Zielkurve im Achtelfinal: Marc Bischofberger (links) wollte diese Spur, weil er Chris Delbosco dort erwartet hatte. Der Kanadier war aber auf der anderen Seite und zog wie Christoph Wahrstötter (rechts) am Oberegger vorbei. (Bild: ys)

SKICROSS. In der Vorqualifikation, dem sogenannten Pre Heat, konnte sich Marc Bischofberger noch durchsetzen, obschon er im Mittelteil die falsche Linie gewählt hatte. Er profitierte aber davon, dass sein Konkurrent in der Steilwandkurve vor dem Ziel in den Schnee greifen musste. Die Steilwandkurve gleich vor der Ziellinie dieses ersten als Sprint durchgeführten Weltcuprennens gab viel zu reden. Es war eigentlich die einzige entscheidende Stelle der nur 450 Meter langen Strecke. Wer bis dahin noch einigermassen dabei war, konnte den Ausgang hier noch drehen. Nicht selten fuhr der vor der Kurve Drittplazierte als Erster durchs Ziel.

Seltsame Streckenführung

«Es gibt Strecken, die mir besser liegen», sagt Bischofberger. Dabei hat er im Achtelfinal einen richtig guten Lauf gezeigt: Er startete gut, lag in Führung, wählte diesmal auch die nach Ansicht der Trainer bessere Linie. Aber in der Zielkurve fuhr er nach rechts, vermeintlich um dem Kanadier Chris Delbosco den Weg zu versperren. Aber der Fuchs Delbosco befand sich links von ihm – und konnte wie der Österreicher Christoph Wahrstötter an Bischofberger vorbeiziehen. Delbosco kam in den Final, wurde Dritter. Marc Bischofberger wurde auf dem 19. Platz klassiert. Gewonnen hat mit Semen Denschikov überraschend und erstmals ein Russe. Der Gesamtweltcup geht an Olympiasieger Jean-Frédéric Chapuis aus Frankreich.

Oft knappe Entscheidungen

Für den Oberegger endete die Saison mit einer weiteren Enttäuschung. Er hatte in seiner erst zweiten Weltcupsaison im Januar 2015 sein erstes Weltcuprennen gewonnen, dieses Jahr erreichte er nie die Halbfinals und kam nur einmal in die Top 16. Nationaltrainer Ralph Pfäffli sagt: «Bischi hat durch seinen Weltcupsieg vor einem Jahr die Erwartungen in die Höhe geschraubt, aber ich würde nicht sagen, dass seine Saison unter den Erwartungen war.» Vielmehr ist der Trainer überzeugt, «dass sich Bischofberger in allen Belangen verbessert hat».

Der Athlet selbst kann sich mit dieser Einschätzung nicht anfreunden, er sagt aber auch: «Was den Start betrifft, bisher meine Schwäche, habe ich mich klar verbessert.» Ärgerlich sind für Bischofberger aber die Fehler, die er auf der Strecke gemacht hat – wie in Arosa in der Zielkurve.

Dabei war der Oberegger auch sicher nicht vom Glück begünstigt: Dreimal schied er nach einem extrem knappen Fotofinish aus. «Es war die Saison der kurzen Finger», kommentiert Pfäffli. Finger deshalb, weil im Skicross der vorderste Körperteil gewertet wird, und das sind, wenn die Fahrer nicht stürzend das Ziel passieren, die ausgestreckten Arme.

Rückstufung ins A-Kader

Das Zielfilm-Pech war aber erst in der zweiten Saisonhälfte ein Thema. «Der Start im Montafon, als Bischofberger die Quali um drei Hundertstel verpasste, hat mir lange zu schaffen gemacht.» Die Enttäuschung war umso nachhaltiger, als er sich im «Heimrennen» sehr viel vorgenommen hatte. Er kam ins Grübeln und fand erst im Januar wieder in die Spur.

Die Konsequenz der durchzogenen Saison ist, dass Bischofberger vom Nationalteam ins A-Kader zurückgestuft wird. Gemäss Pfäffli hat das aber keine grossen Auswirkungen: «Im Skicross trainieren vom Nationalteam bis zum C-Kader alle gemeinsam. Er wird auch in unserem Weltcup-Team bleiben.» Nur das Privileg, kostenlos ein Auto zur Verfügung gestellt zu bekommen, wird gestrichen «Aber ich werde weiterhin sehr günstige Leasingkonditionen erhalten», sagt Bischofberger.

Am Sonntag (6. März) findet in Morgins die Schweizer Meisterschaft statt, dort startet Marc Bischofberger als Titelverteidiger – und selbstverständlich mit Ambitionen. Doch der 25-Jährige blickt bereits auf die nächste Saison: «Ich werde dann nur noch mit einem Skimodell fahren, diese Saison hatte ich zu Beginn zwei verschiedene – was nicht ideal war.» Darum stehen nach der Schweizer Meisterschaft noch Skitests auf dem Programm.

Bischi wird Rheintaler

Das nächste Projekt des Innerrhoders ist aber ein Umzug: Der Rheintaler Sportler des Jahres 2015 wird ein Rheintaler! Er zügelt mit seiner aus Marbach stammenden Freundin Isabella Deiss nach Marbach. Er hat damit einen etwas kürzeren Weg nach Liechtenstein, wo Bischofberger einen Grossteil seines Sommertrainings bestreitet.

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