Silhouetten-Weltmeister

Hans-Peter Kobelt aus Balgach hat an den Weltmeisterschaften im Metallsilhouetten-Schiessen eine Goldmedaille sowie je zweimal Silber und Bronze gewonnen.

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Weltmeister: Hans-Peter Kobelt aus Balgach. (Archivbild: Mäx Hasler)

Weltmeister: Hans-Peter Kobelt aus Balgach. (Archivbild: Mäx Hasler)

SCHIESSEN. Die WM fand in Ludvikovice (Tschechien) statt. Kobelt hatte bereits 2000 drei WM- und 2001 einen EM-Titel geholt. Bekannt ist er in der Rheintaler Schützen-Szene vor allem als guter Pistolenschütze: Letztes Jahr war Hans-Peter Kobelt der beste Rheintaler am Feldschiessen.

Vierter Platz mit dem Team

Gemeinsam mit den Zürchern Marcel Geering und Bernhard Paolini trat er in Tschechien für die Schweiz an. Gefehlt hat mit Richard Bünter aber der zweite Balgacher, der zu Spitzenresultaten fähig ist. So trat dasselbe Trio zu den vier Disziplinen Big Bore (Grosskaliber), Small Bore (Kleinkaliber), Field Pistol (Feldpistole) und Standing (alle Stehend-Resultate) an. Nachdem die Schweiz lange nicht mehr an Titelkämpfen teilgenommen hatte, ging es an der WM vor allem um eine Standortbestimmung.

In der Disziplin Standing landete die Schweiz hinter Frankreich, Finnland und Australien auf dem undankbaren vierten Rang. Der sechste Rang in Big Bore und der siebte Platz in Field Pistol waren eher enttäuschend, während der achte Rang in Small Bore erwartet worden war.

Metallsilhouetten-Schiessen ist auch im Einzel ein Teamsport: Der Schütze hat immer einen sogenannten «Spotter» (Beobachter) bei sich, der die Schusslage mit dem Fernrohr beobachtet und dem Schützen mitteilt. Top-Resultate sind ohne einen guten Spotter nicht zu erreichen – und das, obschon dieser auch ein sportlicher Konkurrent des Schützen ist.

Hans-Peter Kobelt war n Tschechien der überragende Schweizer Einzelschütze. Im Wettbewerb Big Bore Aggregate – d. h. in der Kombination aller Grosskaliber-Bewerbe – gewann er mit 147 Punkten vor dem Südafrikaner Philippe de Lange (146 Punkte) die Goldmedaille. In Big Bore Standing sicherte sich Kobelt seine erste Bronzemedaille – die erste silberne verdiente er sich in Big Bore Unlimited. Dieser Bewerb wird seit letztem Jahr international auf halb so grosse Stahl-Figuren (bei gleicher Distanz) geschossen. Die Trefferfläche ist damit nur noch ein Viertel so gross wie vor 2013. Kobelt verpasste um einen Punkte das Maximum, das Philippe de Lange erreichte. Es war das erste Mal seit der Änderung der Figuren, dass jemand das Punktemaximum schoss.

Seine zweite Bronzemedaille erkämpfte Hans-Peter Kobelt im Bewerb Field Pistol Production. Dort verlor er im Stechen («Shoot off») um die Silbermedaille gegen einen punktgleichen Franzosen. Die zweite Silber-Medaille erhielt Kobelt mit 124 Punkten im Standing Aggregate, in dem alle Stehend-Resultate addiert werden.

Schweiz auf dem Vormarsch

Die anderen zwei Schweizer verpassten die Medaillen, sie klassierten sich aber in der ersten Ranglistenhälfte. Dies ist kein Zufall: Die Schweizer Metallsilhouetten-Schützen verbessern systematisch Material und Technik und trainieren seriös. Erschwerend ist allerdings, dass den Schützen des Vereins Schweizer Metallsilhoutten-Schützen kein 200-Meter-Stand zur Verfügung steht. (pd)

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