Sie sind nächstes Jahr schon zu alt: Verschiebung des Altstätter U19-Turniers hat Folgen für Fussballer

Die Verschiebung des Altstätter U19-Turniers kostet zehn Rheintaler Jungfussballern die Teilnahmechance. Sie werden 2021 zu alt sein.

Gerhard Huber
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Luca Kuster (links) und andere wären im Aufgebot des Altstätter U19-Teams gestanden, werden 2021 aber für die Teilnahme zu alt sein.

Luca Kuster (links) und andere wären im Aufgebot des Altstätter U19-Teams gestanden, werden 2021 aber für die Teilnahme zu alt sein.

Bilder: Ulrike Huber, Yves Solenthaler

Die Verantwortlichen des internationalen U19-Turniers des FC Altstätten haben frühzeitig auf die Bedrohung durch das Coronavirus reagiert und den alle zwei Jahre stattfindenden Fussball-Event um ein Jahr, auf den 14./15. Mai 2021, verschoben.

Für zehn talentierte Fussballer hat dies unerfreuliche Konsequenzen. Denn das teilnehmende Team des FC Altstät­ten verstärkt, für das jeweils die besten Nachwuchskicker des Rheintals nominiert werden, wird auf die Spieler verzichten müssen, die 2021 um ein Jahr zu alt sind. Zu alt, um die Teilnahmekriterien zu erfüllen. Wobei für die Rheintaler Jugend ohnehin die Ausnahmegenehmigung gilt, als U20 beim U19-Turnier anzutreten.

Das Erlebnis des Turniers ist einmalig

«Ja, vor zwei Jahren war ich im Kader und bin auch voll zum Einsatz gekommen», sagt Luca Kuster vom FC Altstätten. Er denkt gern ans letzte Turnier zurück. Das Erlebnis, das das internationale U19-Turnier den jungen Spielern biete, sei einmalig, besonders die Möglichkeit, gegen sehr gute Mannschaften und Spieler aus dem Ausland fast Profi-Luft zu schnuppern. «Ich wäre natürlich gern nochmals dabei gewesen, zumal ich seit letztem Sommer mit meinem Bruder Yves in Altstätten spiele. Nächstes Jahr bin ich zu alt, dafür bekommen andere junge Spielern die Chance zum Einsatz. So hat eben alles Vor- und Nachteile.»

Kuster, der im Spital Grabs arbeitet, wo derzeit die Ruhe vor dem Sturm herrsche, hält sich in der fussballfreien Zeit mit Fitnessprogrammen, die ihm die Physiotherapeutin des FCA jeweils am Sonntag für die ganze Woche übermittelt, in Form. «Wir warten alle auf den 19. April und auf die Entscheidung, ob das Veranstaltungsverbot verlängert wird. Erst dann wird man wissen, wie und ob es in der 2. Liga dieses Jahr noch weitergeht.»

Thönig ist inzwischen zum Stammspieler gereift

Nachwuchsstürmer Noah Thönig.

Nachwuchsstürmer Noah Thönig.

Ein Spieler, der vor zwei Jahren als 17-Jähriger den FC Altstätten verstärkte, ist der damalige Diepoldsauer Nachwuchsstürmer Noah Thönig. Beim FC Widnau inzwischen zum Stammspieler gereift, wäre das Turnier in Altstätten für ihn die perfekte Gelegenheit gewesen, seine Torgefahr unter Beweis und sich ins Schaufenster zu spielen.

«Vor zwei Jahren habe ich viel Spielzeit bekommen», erinnert sich der schnelle Offensivkünstler und Bankangestellte gern, «es war super, zu sehen, wie hoch Qualität und Niveau bei den Topklubs sind. Es war ein grosses Erlebnis, sich mit den Spielern vergleichen zu können, die nicht den ganzen Tag am Bankschalter stehen und nicht nur dreimal in der Woche trainieren, sondern ganz für den Fussball leben. Natürlich wäre ein weiterer Auftritt vor dieser Kulisse fantastisch gewesen, aber für mich ist es nicht so schlimm, wie für jene, die noch nie dabei waren, wie etwa für meinen Klubkollegen Daniele Varano.»

«Es ist sehr schade, dass es wieder nicht klappen wird»

Denn Daniele Varano, offensive Mittelfeldkraft bei Widnau, war beim letzten Turnier zwar im Kader, konnte aber aufgrund seiner Lehrabschlussprüfung nicht teilnehmen. Er freute sich daher besonders auf den diesjährigen Einsatz.

Daniele Varano (vorne), offensive Mittelfeldkraft bei Widnau.

Daniele Varano (vorne), offensive Mittelfeldkraft bei Widnau.

«Es ist sehr schade, dass es wieder nicht klappen wird», sagt Varano. Die Atmosphäre auf der Gesa sei speziell, wenn alle fussballinteressierten Rheintaler zwei Tage versammelt sind und Stimmung machen. Der Spitalangestellte hält sich derzeit mit Läufen über die Treppe in den Bernecker Weinbergen fit. «Ich mache das, damit ich körperlich parat bin, wenn es wieder weitergeht. Aber das kann natürlich das Mannschaftstraining nicht ersetzen.»