Sicher auch ohne Dienst

Seit gestern wird der Kantonsrat nicht mehr von einem Sicherheitsdienst bewacht. Die Rheintaler Parlamentarier fühlen sich dennoch sicher.

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Kantonsrat. «Bekannte Gesichter fehlten beim Gang in den Kantonsratssaal», berichtet SVP-Kantonsrat Marcel Dietsche aus Kriessern. «Man hatte sich während den zehn Jahren einfach an die Leute gewöhnt», sagt die Widnauerin Marlen Hasler von den Christdemokraten.

Als die Parlamentarier gestern durch das Ratsgebäude zu ihren Stühlen gingen, präsentierte sich ihnen ein ungewohntes Bild. Zehn Jahre nach dessen Einführung fehlte erstmals der Sicherheitsdienst. Insgesamt drei Kontrollen passierten die Kantonsrätinnen und Kantonsräte jeweils, ehe sie den Saal betraten. In der letzten Session ist der Sicherheitsdienst jedoch den Sparübungen des Kantons zum Opfer gefallen, eine Einsparung von 63 000 Franken soll der Schritt bewirken. «Ich fühle mich deswegen trotzdem sicher», sagt Kantonsrat Meinrad Gschwend von den Grünen. «Der Sicherheitsaufwand bis anhin war übertrieben.» Marlen Hasler pflichtet ihm bei: «Die Abschaffung des Sicherheitsdienstes ist verantwortbar.» Und auch SVP-Kantonsrat und Polizist Marcel Dietsche sieht vor allem Vorteile: «Durch den Wegfall der Kontrollen ist der Kantonsrat für Zuschauer besser erreichbar und damit näher bei der Bevölkerung.»

Neu zeichnet die Polizei für die Sicherheit im kantonalen Parlament verantwortlich. Sie entscheidet jeweils von Session zu Session ob und in welcher Form ein Dispositiv nötig ist. «Gehen Drohungen ein oder stehen heikle Geschäfte an, wird die Polizei sicher präsent sein», sagt Marcel Dietsche. (sta)