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Sich dankbar erinnern – ein Geschenk

In diesen Tagen erinnern wir uns in besonderer Weise an unsere Toten. Vieles von dem, was einmal war, gibt es nur noch als Bild im Herzen. «Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können», sagt der Schriftsteller Jean Paul.
Manuela Schäfer Pfarrerin In Berneck
Erinnerungen helfen, unser Leben zu ordnen und ein Gefühl der Sicherheit zu bekommen. (Bild: depositphotos)

Erinnerungen helfen, unser Leben zu ordnen und ein Gefühl der Sicherheit zu bekommen. (Bild: depositphotos)

In diesen Tagen erinnern wir uns in besonderer Weise an unsere Toten. Vieles von dem, was einmal war, gibt es nur noch als Bild im Herzen. «Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können», sagt der Schriftsteller Jean Paul. Sich dankbar erinnern zu können, ist ein Geschenk. In unserem Geist können wir immer wieder die Orte und Menschen aufsuchen, die uns in der Vergangenheit gut getan haben. Unser Erinnerungsvermögen überspringt Mauern und überwindet Entfernungen. In unserer Erinnerung sind unsere Verstorbenen lebendig und mit ihnen die vielen schönen Erlebnisse, für die wir dankbar sind, die unser Leben ausgemacht haben. Diese Erinnerungen sind kostbar und sie kann uns niemand nehmen.

Aber nicht alle unsere Erinnerungen sind schön und aufbauend. An nicht alles erinnern wir uns gern oder gar freiwillig. Ab und zu kommt so manches Erlebnis von früher noch einmal hoch, an das wir womöglich jahrzehntelang gar nicht mehr gedacht haben. Mancher Schmerz und manche Enttäuschung kommt in der Erinnerung wieder zu uns zurück. Sich erinnern ist nicht immer paradiesisch. Dann kann es helfen, anderen von den Erinnerungen zu erzählen, und vor allem auch, sich und anderen wo immer möglich zu vergeben. Wiedergefundene Erinnerungen in unsere Lebensgeschichte einzubauen ist heilsam. Aber es ist auch Schwerstarbeit für die Seele. Erinnern: Das heisst in sich gehen, innerlich werden.

Darin liegt eine besondere Kraft. Erst durch unsere Lebenserfahrungen und die Tatsache, dass wir Zugriff auf sie haben, werden wir zu Persönlichkeiten. Wir bekommen eine Lebensgeschichte. Ohne Erinnerung wären wir wie ein unbeschriebenes Blatt. Erinnerung hilft, unser jetziges Leben zu ordnen und ein Gefühl der Sicherheit zu bekommen. Wir erkennen Vertrautes wieder, im immer wiederkehrenden Ablauf des Tages und auch des Jahres mit seinen Festen. Das Erinnern hilft uns, Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Gemeinsame Erinnerungen verbinden uns untereinander. Wir können uns darüber austauschen und Erinnerungen miteinander teilen, aber auch vergleichen. Sich erinnern heisst also nicht, nur rückwärts zu leben. Es hilft uns im Hier und Jetzt.

Auch in der Bibel spielt das Erinnern eine wichtige Rolle. Der Mensch erinnert sich an das, was Gott Gutes für ihn getan hat. Und auch Gott erinnert sich an seine Menschen. Das Erinnern Gottes ist oft mit einer heilsamen Zuwendung, mit einer Hilfe verbunden. Gott erinnert sich an sein Versprechen, uns nahe zu sein. Und die Menschen werden daran erinnert, dass sie mit Gott Auswege aus ausweglosen Situationen gefunden haben. Auch das sind Lebenserfahrungen. Da ist etwas doch noch gutgegangen. Da hat sich eine Lage zum Guten gewendet. Da habe ich das Gefühl gehabt, trotz allem nicht allein gewesen zu sein. Lassen wir uns möglichst oft erinnern an das Gute, die Freundschaft und die Liebe, kurz: den Segen, den wir in unserem Leben erfahren haben.

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