SFS wieder im Aufwind

HEERBRUGG. SFS hat sich vom Schock des Nationalbank-Entscheids im Januar erholt. Finanziell werden die Auswirkungen des starken Frankens aber auch im zweiten Halbjahr spürbar sein.

Monika von der Linden
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SFS leidet noch immer unter den Auswirkungen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Die Konzernleitung erwartet aber im zweiten Halbjahr eine deutliche Steigerung bei den Gewinnmargen. (Bild: Monika von der Linden)

SFS leidet noch immer unter den Auswirkungen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Die Konzernleitung erwartet aber im zweiten Halbjahr eine deutliche Steigerung bei den Gewinnmargen. (Bild: Monika von der Linden)

Die Grundstimmung bei der SFS Group sei gut, sagte Finanzleiter Rolf Frei, nachdem das Unternehmen am Freitagmorgen die Geschäftszahlen des ersten Halbjahres 2015 bekanntgegeben hatte. Rolf Frei verhehlte aber auch nicht, dass sich SFS finanziell noch nicht komplett von der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar erholt hat: «Im zweiten Halbjahr werden die Auswirkungen weiter spürbar sein.»

Erholung der Gewinnmargen

Die Schweiz ist für die SFS Group ein wichtiger Produktionsstandort. Ein Grossteil der Kosten entsteht im Inland, also in Franken. Weil das Unternehmen stark exportorientiert ist, fliessen die Einnahmen meist aber in Euro. Aufgrund des starken Frankens stieg zwar der Umsatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 um 9,4 Prozent, die Gewinnmarge sank aber auf 10,6 Prozent. In lokalen Währungen wächst SFS um 9,4 Prozent.

Für das kommende Halbjahr erwartet SFS eine deutliche Erholung der Gewinnmargen. Ausserdem geht der Konzern von einem Jahresumsatz aus, der in der Grössenordnung des Vorjahres liegt.

«Wir haben in der Schweiz eine gute Auslastung und dürfen auf engagierte und loyale Mitarbeiter zählen», sagte Rolf Frei. Sie arbeiten seit Januar 44 Wochenstunden (plus 2) und haben fünf Wochen (minus 1) Ferien. Gleichzeitig verzichtet die Konzernleitung auf zehn Prozent des Salärs.

Massnahmen überprüfen

Werden die Massnahmen für das Jahr 2016 wieder aufgehoben, falls die erwartete Gewinnsteigerung eintrifft?

«Das schliesse ich nicht kategorisch aus», sagte Rolf Frei. Es gebe einige Ideen, welche Regel im nächsten Jahr gelten wird. Er wolle aber der Mitarbeiterinformation, die auf Ende August angesetzt ist, nicht vorgreifen. Ein definitiver Entscheid fällt kurz vor Jahresende. Damit SFS die Ziele erreichen kann, hat sie weitere Massnahmen getroffen und in der Schweiz die Entwicklung und Herstellung innovativer Produkte verstärkt. Die Herstellung von Produkten, die kein besonderes Know-how erfordern, wird an Standorte im Ausland verlegt. Das bedeutet, im Rheintal werden mittelfristig mehr Mitarbeitende mit höherer Qualifikation benötigt. «Gewisse Arbeiten gehen weg, die Arbeitsplätze wollen wir erhalten», sagte Rolf Frei. Als Beispiel nannte er einen Produktionsbereich, der Ende des Jahres nach Tschechien verlagert werden soll. Im Rheintal seien hiervon dreissig Mitarbeiter betroffen. «Wir investieren aber in Aus- und Weiterbildung, damit wir nicht nur die Arbeitsplätze erhalten, sondern auch die Personen weiter beschäftigen können.» Mehr Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeitenden zu stellen, heisst auch dem Fachkräftemangel zu begegnen. «Im August beginnen fünfzig Lernende ihre Ausbildung bei uns.» Weiter hofft Frei darauf, auch künftig auf Grenzgänger zählen zu können.

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