Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

SFS schickt Lernende nach Ohio

Verständnis für ein fremdes Land und seine Kultur erwirbt man am besten im Land selbst. Anna Hutter, Norice Zottele und Henrik Gschwend sind die ersten Lernenden bei SFS, die einen Auslandaufenthalt machen. Im Juli arbeiten sie fünf Wochen lang im SFS-Werk in Ohio.
Monika von der Linden
Die SFS-Lernenden Norice Zottele (von rechts), Anna Hutter und Henrik Gschwend fliegen im Juli nach Ohio. Ihre Erwartungen – und nach der Rückkehr die Erfahrungen – dokumentiert Alexander Bayer (links) in einem Video. Hier bespricht er mit ihnen die Dreharbeiten. (Bild: Monika von der Linden)

Die SFS-Lernenden Norice Zottele (von rechts), Anna Hutter und Henrik Gschwend fliegen im Juli nach Ohio. Ihre Erwartungen – und nach der Rückkehr die Erfahrungen – dokumentiert Alexander Bayer (links) in einem Video. Hier bespricht er mit ihnen die Dreharbeiten. (Bild: Monika von der Linden)

HEERBRUGG. Am 9. Juli startet vom Zürcher Flughafen ein Flieger Richtung USA. An Bord werden drei Rheintaler Lernende sitzen: Anna Hutter, Henrik Gschwend und Norice Zottele.

Sie reisen zwar am ersten Tag der Sommerferien, Ferien haben sie aber keine. Die drei jungen Erwachsenen werden von ihrem Ausbildungsbetrieb SFS entsandt. Den fünfwöchigen Aufenthalt in Medina, im US-Bundesstaat Ohio, absolvieren sie am Ende ihres dritten Lehrjahres als Teil der vierjährigen Lehre. Anna Hutter ist angehende Konstrukteurin, Norice Zottele und Henrik Gschwend erlernen die Polymechanik.

Als Botschafter entsandt

Acht Lernende schlugen die SFS-Berufsbildner als Kandidaten vor. Alle sind verlässlich und zeichnen sich durch gute betriebliche sowie schulische Leistungen aus. Das Rennen machten die drei jungen Leute, die jetzt das USA-Ticket in der Tasche haben. Sie freuen sich sehr, die Chance zu bekommen, wissen aber auch, dass mit ihr eine Verpflichtung verbunden ist: Bisheriges Wissen sollen sie zum Nutzen des Werkes in Ohio einsetzen und Neues lernen.

Als Last empfinden Anna Hutter, Norice Zottele und Henrik Gschwend die Erwartung nicht. «Das Vertrauen, das ich erfahre, nimmt mir den Druck», sagt Norice Zottele.

Es sei ihm bewusst, dass der Betrieb einiges von ihm erwarte, sagt Henrik Gschwend. «Ich bin bereit, das zu leisten.» Es ist nicht nur ihre fachliche Kompetenz, die die drei in den USA unter Beweis stellen sollen. Sie repräsentieren auch das Rheintal und ihren Ausbildungsbetrieb. Weiter setzt SFS die jungen Menschen als Botschafter für die Lehrberufe ein, in denen sie ausbildet. Dafür lässt das Unternehmen einen Video produzieren. «Vor unserer Reise werden wir über unsere Vorstellungen und Erwartungen interviewt», sagt Henrik Gschwend. «Nach unserer Rückkehr berichten wir vor der Kamera von unseren Erfahrungen.» Den Film werden später zum Beispiel Schülerinnen und Schüler während ihrer Berufswahl anschauen.

Anna Hutter, Norice Zottele und Henrik Gschwend wollen vor allem ihre Englischkenntnisse verbessern. Sie haben sich vorgenommen, untereinander nur Englisch zu reden. Damit sie ihr Schulenglisch etwas aufpolieren können, durchlaufen sie aktuell einen Crashkurs. «Die grösste Barriere wird für mich sein, die richtigen Fachbegriffe zu finden», meint Norice Zottele. Es reizt ihn ausserdem, mehr auf sich gestellt zu sein. Jetzt kann er in der Lehrwerkstatt überall um Hilfe bitten. In Ohio muss er erst einmal die richtige Vokabel finden. «Ich werde wohl mehr selbst überlegen als hier», sagt er.

Anna Hutter hofft auf eine technische Herausforderung. Sie wünscht sich, komplexere Aufgabenstellungen zu bekommen als bisher. «Ich möchte gerne Versuche machen oder bei Konstruktionen am Computer mit grösseren Anpassungen betraut werden», sagt sie

Henrik Gschwend ist neugierig, ob die Mitarbeitenden in Ohio auf die gleiche Weise an eine Arbeit herangehen wie hier. «Vielleicht können sie mir einige Tricks zeigen», sagt er. «Ich freue mich, die Menschen kennenzulernen. Sie sind sicher freundlich und zu Spässen aufgelegt.»

Chance auch für Lehrlinge

Es ist nicht aussergewöhnlich, dass ein junger Mensch seine Fremdsprachenkenntnisse und seine berufliche Qualifikation durch einen Auslandaufenthalt verbessert. Viele Maturanden legen vor dem Studium ein Sprachenjahr ein. Auch schicken einige Rheintaler Firmen junge Berufsleute an einen ausländischen Standort ihres Unternehmens.

Selten ist hingegen, dass Lehrlinge diese Erfahrung machen dürfen. Bei SFS in diesem Jahr zum ersten Mal. «Wir sind international immer mehr verflochten», sagt Ausbildungsleiter Ivo Riedi. Damit ist die Nachfrage an Mitarbeitenden gestiegen, die Verständnis für die jeweiligen Kulturen und Sprachen in den jeweiligen Ländern erwerben. «Wird ein möglicher Auslandaufenthalt Teil der dualen Ausbildung, erhoffen wir uns, dass die technischen Lehrberufe attraktiver werden.»

Weil die SFS Group Neuland betritt, macht sie nur kleine Schritte und hat Tips von der Appenzeller Bühler AG bekommen. «Wir wollen, dass unsere drei Lernenden in unserem Werk in Ohio selbständig arbeiten und sich organisieren», sagt Ivo Riedi. Mit auf die Reise geht Roman Müller, Leiter der Lehrlingswerkstatt. Er steht den jungen Leuten begleitend zur Seite und wird die Erfahrungen für die zweite Auflage im nächsten Jahr sammeln. Dann dauert die Lehrreise bereits acht Wochen.

Die drei Lehrlinge haben sich gut auf die Reise vorbereitet. Dennoch bleiben einige Unbekannte. Sicher sind sie, dass sie Kontakte knüpfen können, die ihnen vielleicht einmal nützlich werden. Ausserdem glauben sie, dass ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt grösser wird. Denn nicht viele Lehrlinge können solch eine Erfahrung in ihrem Lebenslauf aufführen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.