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Sex, Drogen und ein Bajonett: Verurteilter Täter wehrt sich

Ein 51-Jähriger soll eine Frau mehrfach vergewaltigt haben. Er wehrt sich nun gegen das Urteil des Kreisgerichts.
Claudia Schmid
Der Angeklagte soll sein Opfer unter Gewaltanwendung, mit einem Bajonett bewaffnet, vergewaltigt haben. (Symbolbild: depositphotos/Elnur)

Der Angeklagte soll sein Opfer unter Gewaltanwendung, mit einem Bajonett bewaffnet, vergewaltigt haben. (Symbolbild: depositphotos/Elnur)

Das Kreisgericht Toggenburg hatte einen 51-jährigen Jordanier am 23. April 2015 wegen qualifizierter Vergewaltigung, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und widerrechtlichen Aufenthalts verurteilt. Es verhängte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und zwei Monaten sowie eine Busse von 300 Franken. Für das Richtergremium war erwiesen, dass er sein Opfer unter Anwendung von körperlicher Gewalt, mit einem Bajonett bewaffnet, vergewaltigte, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstiess und sich des widerrechtlichen Aufenthalts schuldig gemacht hat. Am Kantonsgericht St. Gallen verlangte der Mann gestern Freisprüche. Einzig den Vorwurf der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz wollte er gelten lassen. Dafür sei er mit maximal drei Monaten Gefängnis zu verurteilen. In der Befragung des Richters gab er nur zögerlich über sein Leben Auskunft.

Seinen Ausführungen war zu entnehmen, dass er in Jordanien geboren und in verschiedenen Ländern aufgewachsen ist. Später habe er mit seinem Vater gearbeitet, der als Teppichhändler in Afrika unterwegs gewesen sei. Im Jahre 2003 kam er in die Schweiz und stellte einen Asylantrag, der abgewiesen wurde. Mehrmals wurde er wegen rechtswidrigen Aufenthalts verurteilt und aufgefordert die Schweiz zu verlassen. Er habe nicht ausreisen können, weil er unter anderem in Ausschaffungshaft gewesen sei.

Vergewaltigung unterschiedlich dargestellt

Den Vorwurf der Vergewaltigung wies er vehement zurück. Der Sex sei einvernehmlich passiert. Er habe sich damals in einer Gruppe von Leuten bewegt, die mit Drogen zu tun gehabt hätten. Mit einem der Bekannten und seiner Freundin sei er im Ausgang gewesen und alle hätten Alkohol getrunken. Der Mann sei nach der Rückkehr sofort schlafen gegangen. Im Wohnzimmer habe sich dann die Frau freiwillig ausgezogen. Sie habe sich nicht das erste Mal an ihn herangemacht. Die Frau sage nicht die Wahrheit. Vielleicht sei das Ganze Teil einer Verschwörung. Der Verteidiger stellte Beweisanträge. Er verlangte, es sei ein psychiatrisches Gutachten über den psychischen Gesundheitszustand der jungen Frau zu erstellen.

Dies gebe Aufschluss über ihre Lebensumstände und sei wichtig, um ihre Aussagen einschätzen zu können. Die Vermutung liege nahe, dass sie an einer Persönlichkeitsstörung leide. Der Vorwurf der Vergewaltigung sei in keiner Weise bewiesen. Es gebe im Gegenteil gute Gründe dafür, dass der Sex einvernehmlich passiert sei. Sein Mandant befinde sich nun seit bald drei Jahren im vorzeitigen Strafvollzug. Der Staatsanwalt verwies auf einen früheren Fall, bei dem der Beschuldigte ebenfalls der Vergewaltigung bezichtigt worden war. Dieses Verfahren wurde jedoch eingestellt. Die Vorinstanz habe ein überzeugendes Urteil gefällt und es genau begründet, betonte er. Die Aussagen des Opfers seien glaubwürdig und würden von den Ausführungen des Umfelds bestätigt.

Die Rechtsvertreterin der jungen Frau verwies darauf, dass ihre Mandantin noch immer unter der Tat leide. Der Verteidiger habe in seinem Plädoyer die Strategie des Beschuldigten weitergeführt und versucht, das Opfer zu diskreditieren, um selber in gutem Licht dazustehen. Dieses Vorgehen sei unhaltbar. Das Urteil des Kantonsgerichts steht noch aus.

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