Sensationelle Aufholjagd

Der SC Rheintal macht in St. Moritz aus einem 1:5-Rückstand einen 6:5-Sieg nach Verlängerung und kommt bis auf zwei Punkte an einen Playoffplatz heran.

Larissa Binder
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EISHOCKEY. Bereits in der siebten Minute gingen die Gastgeber aus St. Moritz durch Johnny Plozza in Führung. Dank einer Zweiminutenstrafe gegen die Bündner konnten die Luchse aber nur 40 Sekunden später im Powerplay durch Michel Bürkis Treffer ausgleichen. Dennoch gingen die Bündner mit einer 2:1-Führung in die erste Drittelspause – Mühlemann hatte in der 14. Minute getroffen.

Im zweiten Drittel schienen die Rheintaler in der Kälte zu erstarren: Ab der 25. Minute kassierten sie drei Gegentore im Zweiminutentakt. Plozza und zweimal Crameri hiessen die Torschützen.

Spektakulär das Skore gedreht

Coach Othmar Capaul nahm zum richtigen Zeitpunkt, nämlich beim Stand von 1:4, ein Time-out. Zwar kassierten die Luchse danach noch einen Treffer, aber von der Spielhälfte an begannen sie den Match zu drehen: Der unbändige Rheintaler Wille führte, obwohl die Luchse mit nur 14 Spielern nach St. Moritz gereist waren, von einem Treffer zum nächsten. In der 30. Minute schob Stefan Strebel die Scheibe nach einem Getümmel zum 2:5 über die Torlinie. In der 35. Minute war es erneut Verteidiger Bürki, der nach Zuspiel von Matthias Popp und Michael Holdener abschloss.

Das geradlinige Spiel der Luchse bot Spannung für alle Zuschauer. Es wurde einfaches Hockey gespielt, wodurch Zuspiele ankamen und auch der Abschluss endlich wieder gelingen konnte. In der 48. Minute war es Holdeners Solo, das zum vierten Rheintaler Tor führte. Nun wurden die Bündner nervös, denn sie erkannten die Gefahr, die scheinbar sichere Führung noch aus der Hand zu geben.

Ausgleich kurz vor Schluss

Vor einer Woche gegen Engiadina kassierte der SCR das entscheidende Gegentor zehn Sekunden vor Schluss. Diesmal waren es die Rheintaler, die kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit noch die Verlängerung erzwangen: Rauter gelang das 5:5-Ausgleichstor 28 Sekunden vor der vermeintlich letzten Sirene.

So wurde das Spiel verlängert, ein Punkt war den Gästen nun sicher. Und diesmal wurde ihre hervorragende Einstellung auch belohnt: Simon Dünner erlöste die Zuschauer – soweit es Rheintaler waren – in der 64. Minute nach einem Zuspiel von Holdener. So sicherten sich die Gäste trotz eines zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstands noch zwei Punkte.

Das Ziel, den Abstand zu den Playoff-Rängen zu verkürzen, haben die Luchse in St. Moritz erreicht. Da der CdH Engiadina, der momentan noch den vierten Rang belegt, eine Niederlage gegen Prättigau einstecken musste, ist der SCR nur noch zwei Punkte von einem Playoff-Platz entfernt. Ist das Glück am nächsten Samstag in Grüsch gegen Prättigau wieder auf ihrer Seite, ist ein Einzug in die Playoff-Ränge möglich.

TK-Chef Andy Plüss freute sich nach dem Spiel: «So viel Pech, wie wir vor einer Woche gegen Engiadina hatten, so viel Glück hatten wir diesmal in St. Moritz. Das ist Eishockey!»

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