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Seltene Gäste auf Schloss Blatten

OBERRIET. Auf dem Blattenberg ist die natürliche Vielfalt noch grösser geworden. Besonders freut Naturschützer, dass die Turmdohlen am Blattenberg wieder heimisch geworden sind. Sie brüten in den Mauern der Schlossruine.
Meinrad Gschwend
Schloss Blatten: Vor gut 200 Jahren in einem Feuergefecht zwischen Franzosen und Österreichern zerstört, aber heute noch Wahrzeichen der Gemeinde Oberriet. (Bild: Max Tinner)

Schloss Blatten: Vor gut 200 Jahren in einem Feuergefecht zwischen Franzosen und Österreichern zerstört, aber heute noch Wahrzeichen der Gemeinde Oberriet. (Bild: Max Tinner)

Oberriet. Der Blattenberg ist gleichzeitig landschaftsprägend, historisch bedeutend, Naherholungsgebiet und wertvoller Lebensraum. Je nachdem, von welcher Seite man sich dem Blattenberg nähert, präsentiert er sich völlig anders. Einmal sind es schroffe Felswände, dann wieder ist er ein sanfter Ausläufer des Alpsteins.

Wo der Alpstein den Rhein küsst

Dank dem Blattenberg hat der Alpstein einen direkten Berührungspunkt mit dem Rhein. Das hat natürlich eine Vielzahl von Auswirkungen. Das St. Galler Rheintal ist durch diesen Felsriegel, der den Talboden an seiner höchsten Stelle um rund 120 Meter aus dem Talboden ragt, in einen oberen und einen unteren Teil getrennt. Bis ins Mittelalter stellte der Blattenberg nicht nur eine politische, sondern auch ein Sprachgrenze dar. Oben sprach man lange noch Romanisch, im unteren Teil setzte sich das Deutsch der Alemannen durch.

Später liess der Abt von St. Gallen genau auf diesem östlichsten Teil seines Herrschaftsgebietes eine Burg bauen – diese ist zwar vor rund 200 Jahren zerstört worden, stellt aber nach wie vor das Wahrzeichen der Gemeinde Oberriet dar. Angesichts der geschichtlichen und landschafts-prägenden Bedeutung ist es nicht weiter erstaunlich, dass sich auch mehrere Sagen rund um diesen Berg ranken.

Eine Sage – nach der es im Berginnern einen See geben soll – weist auf die geologische Struktur hin. Denn der Berg besteht aus Kalk, einem Gestein, in dem Höhlen und Auswaschungen häufig vorkommen. Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist der Hirschensprung, der in seiner Art einmalig ist und der dazu beigetragen hat, dass ein Teil des Blattenberges im kantonalen Inventar der schützenswerten Geotope aufgeführt ist. Die Bedeutung des Berges kommt auch darin zum Ausdruck, dass er zu einem Teilgebiet des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) gehört. Das Ziel des BLN ist der Schutz und die Pflege der landschaftlichen Vielfalt und Eigenart.

Uhu, Falke, Turmdohle

Ebenso wichtig wie die landschaftliche Bedeutung ist die Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen. Das weiss eine ganze Reihe von Vogelarten zu schätzen.

Der sehr selten gewordene Uhu kommt ebenso vor wie der Baumfalke. Besondere Freude haben Naturschützer am Umstand, dass die Turmdohlen am Blattenberg wieder heimisch geworden sind, Sie brüten in den Ruinenmauern von Schloss Blatten.

An mehren Orten sind Nisthilfen angebracht worden. Neue Biotope wurden realisiert. Gezielt wurden Rodungen vorgenommen, um punktuell die natürliche Vielfalt zu verbessern. Die verschiedenen Naturschutz-Massnahmen, die in den letzten Jahren ausgeführt worden sind, zeigen erfreuliche Ergebnisse. Dass die Turmdohlen, denen es sichtlich wohl ist, den Blattenberg wieder besiedeln, ist nur eine der positiven Auswirkungen.

Wichtiges Naherholungsgebiet

«Wir sind bestrebt, dass auch der Mensch nicht zu kurz kommt, und dass es ein gutes Nebeneinander von Spaziergängern und Joggern mit den der Natur gibt», betont Gemeinderat Beni Heeb. Als Präsident der Naturschutz-Kommission ist es ihm ein grosses Anliegen, dass man dem Blattenberg Sorge trägt. Besonders freut ihn, dass mit kleinen, aber gezielten Massnahmen eine Aufwertung erreicht werden konnte.

So erstaunt es nicht, dass der Blattenberg als Naherholungsgebiet immer wichtiger geworden ist und bereits auch im Tourismus eine Rolle spielt. «Es ist schön, zu sehen, wie die Leute dieses Eldorado fast vor der Haustüre schätzen, wie respektvoll damit umgegangen und vor allem wie alle – Natur und Mensch – auf ihre Kosten kommen.»

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