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Seltene Arten erstmals gesichtet

BALGACH. Das Aufwertungsprojekt Höchstern 2012/2013 ist abgeschlossen. Die Gelbbauchunken haben sich eingestellt. Die Oeplan GmbH, die von der Gemeinde mit dem Projekt betraut worden war, hatte zur Abschlussveranstaltung geladen.
Oeplan-Gründer Thomas Oesch schildert die Pflege- und Aufwertungsmassnahmen, die zum Erhalt der Vielfalt unerlässlich sind. (Bild: pd)

Oeplan-Gründer Thomas Oesch schildert die Pflege- und Aufwertungsmassnahmen, die zum Erhalt der Vielfalt unerlässlich sind. (Bild: pd)

Im neu erstellten Unkenteich auf der Deponie im Naturschutzgebiet Höchstern flitzen die Kaulquappen der Gelbbauchunken durchs Wasser.

Ihre «Eltern» dümpeln zwischen Schwemmholz. Oeplan-Geschäftsführer Andreas Rotach greift nach einer fingernagelgrossen Jungunke und schildert ihre Lebensbedingungen. Die stark gefährdete Art gedeiht am besten in unbewachsenen Klein- und Kleinstgewässern, die zwischendurch austrocknen und dadurch frei sind von Fressfeinden und konkurrierenden Arten.

Von nationaler Bedeutung

Die Oeplan GmbH, die von der Gemeinde mit dem Aufwertungsprojekt betraut ist, hatte zur Abschlussveranstaltung geladen. Die Balgacher Gemeindepräsidentin, Vertreter des Vereins Balger Natur, der das Gebiet in Freiwilligenarbeit pflegt, Repräsentanten der Melioration der Rheinebene, der Ortsgemeinde, beteiligte Landwirte und Unternehmen hörten sich an, was an ökologischen Aufwertungsarbeiten geleistet worden ist. Das Budget betrug 20 000 Franken. Da es sich beim Naturschutzgebiet Höchstern um ein Flachmoor von nationaler Bedeutung handelt, übernahm der Bund 80 Prozent der Kosten.

Um eine Verlandung zu verhindern, wurden Gräben geöffnet und diverse Weiher und Tümpel nachgegraben. Sträucher und Schilf sind entfernt und auf der Deponie ein neuer Weg mit Bänken angelegt worden. Daneben wächst eine Magerwiese heran. Und erstmals blühte dieses Jahr am nahen Weiher und im nördlich gelegenen Riet die Sibirische Schwertlilie.

Von Zwergdommel bis Edelkrebs

Dass die Aufwertungsmassnahmen der letzten 14 Jahre fruchten, zeigt der Bericht von Andreas Rotach, der sich auf die Beobachtungsjahre 2007, 2008 und 2012 stützt und auf balger-natur.ch zu finden ist. Im Amphibienlaichgebiet von regionaler Bedeutung sind acht Amphibienarten nachgewiesen worden, darunter fünf stark gefährdete Arten wie Gelbbauchunke, Kamm- und Teichmolch. 31 Libellenarten bevölkern die Flachgewässer und dort vor allem die gut besonnten Ufer. Erstmals im Rheintal gesichtet wurde die Keilflecklibelle.

Auf den Rietflächen tummeln sich zwölf Heuschreckenarten. Mit dabei: die gefährdete Langflügelige Schwertschrecke und die seltene Grosse Schiefkopfschrecke. 25 Tagfalterarten wurden gesichtet und 49 brütende Vogelarten. Deren sechs stehen auf der Roten Liste. Eine kleine Sensation ist der Nachweis der stark gefährdeten Zwergdommel. Neben der Zauneidechse und der Ringelnatter fühlen sich hier auch die Teichmuschel und der einheimische Edelkrebs wohl. Dieser lässt sich nachts in Ufernähe mit der Stirnlampe entdecken.

Um das langfristige Überleben der Populationen zu sichern, sei eine Vernetzung mit dem Widnauer Naturschutzgebiet Moosanger anzustreben, heisst es im Bericht. Ausserdem seien die Pflegemassnahmen und die periodischen Aufwertungen gezielt weiterzuführen. «Es braucht die Konstanz», unterstreicht Oeplan-Gründer Thomas Oesch. «Als Öffentlichkeit und Gemeinde haben wir die Verantwortung, diese Vielfalt zu erhalten.»

Gemeindepräsidentin Silvia Troxler hat diesen Ort mit der reichen Tier- und Pflanzenwelt soeben für sich entdeckt: «Das Naturschutzgebiet Höchstern ist ein wichtiger und lehrreicher Ort mit hohem Erholungswert. Dazu müssen wir Sorge tragen.» Dass so viel Freiwilligenarbeit und Herzblut in die Pflege investiert wird, habe sie fasziniert. Die Unkenrufe im Hintergrund schienen ihr beizupflichten. (pd)

www.balger-natur.ch

Erstmals im Rheintal gesichtet: die Keilfleck-Mosaikjungfer. (Bild: C. Fischer)

Erstmals im Rheintal gesichtet: die Keilfleck-Mosaikjungfer. (Bild: C. Fischer)

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