Seh- und Hörverluste erkennen und kompensieren

ST. GALLEN. Bis zu 200 000 ältere Menschen sind in der Schweiz sowohl von einem verminderten Hörvermögen als auch von einer Abnahme des Sehens betroffen. Das zeigen neue Berechnungen des Schweizerischen Zentralvereins für das Blindenwesen SZB.

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ST. GALLEN. Bis zu 200 000 ältere Menschen sind in der Schweiz sowohl von einem verminderten Hörvermögen als auch von einer Abnahme des Sehens betroffen. Das zeigen neue Berechnungen des Schweizerischen Zentralvereins für das Blindenwesen SZB.

Die neue Internetplattform www.sensus60plus.ch zeigt, wie man eine solche Abnahme erkennen und damit umgehen kann.

Das Bild von rüstigen und kommunikativen Pensionären, die endlich Zeit haben, ihr Leben zu geniessen, entspricht leider oft nicht der Realität. Laut jüngsten Berechnungen des Schweizerischen Zentralvereins für das Blindenwesen SZB müssen sich bis zu 200 000 Personen mit der Tatsache auseinandersetzen, im Alter gleichzeitig immer weniger hören und sehen zu können. In den meisten Fällen schleicht sich eine Seh- und Höreinschränkung langsam ein. Mit einer Lesebrille oder einem Hörgerät können Seh- und Hörfähigkeit zwar verbessert werden, die gewohnte Seh- und Hörleistung kehrt damit aber nicht mehr zurück. Sehen und Hören kompensieren sich normalerweise gegenseitig. Allfällige Defizite des anderen Organs werden somit meist ausgleichen. Bei einer doppelten Sinnesabnahme ist dies nicht mehr der Fall, die Lebensqualität wird dadurch stark beeinträchtigt, mit massiven Folgen auf fast alle Lebensbereiche. Angehörige möchten helfen, wissen aber oft nicht wie. Auch Fachpersonen wissen oft wenig über diese doppelte Sinneseinschränkung und ihre Folgen, was bei der Diagnose zur Fehleinschätzung führen kann, oder die Schwierigkeiten bleiben unerkannt.

Sinneseinschränkungen

Die Verminderung der Seh- und Hörfähigkeit gehört zwar zum Alterungsprozess, der sich weder aufhalten noch umkehren lässt. Das ist aber kein Grund zur Resignation. Trotz einer Hör- und Sehbeeinträchtigung kann ein zufriedenes Leben geführt werden. Hier setzt die neue Internetplattform www.sensus60 plus.ch an. Auf dem Portal werden Schwierigkeiten lokalisiert und Probleme benannt. Dazu steht ein Selbsttest für betroffene Menschen und eine Checkliste für Angehörige und Fachleute zur Verfügung. Die Checkliste erlaubt es zu erkennen, ob eine Person Schwierigkeiten mit dem Hören oder dem Sehen oder mit beiden Sinnesorganen hat. Der Selbsttest und die Checkliste ermöglichen eine erste Einschätzung. Sie stellen aber keine Diagnose dar. Diese muss von Ohren- und Augenarzt erfolgen. Allein die Tatsache aber, dass es für die Schwierigkeiten eine Erklärung gibt, ist für betroffene Personen und ihr Umfeld oft eine Erleichterung.

Die neue Internetplattform bietet ausserdem praktische Tips, wie man das vorhandene Hör- und Sehpotenzial im Alltag optimal nutzen sowie Defizite kompensieren kann.

Die neue Internetplattform richtet sich sowohl an Fachpersonen, wie auch an betroffene Personen und deren Angehörige, die sich ohne Vorwissen mit der Thematik des abnehmenden Sehens und Hörens im Alter auseinandersetzen wollen, aber noch keine Beratung auf einer spezialisierten Beratungsstelle benötigen.

Weshalb sensus60plus?

Aufgrund der demographischen Entwicklung und der höheren Lebenserwartung müssen wir davon ausgehen, dass zukünftig immer mehr Menschen im Alter mit einem eingeschränkten Hör- und Sehvermögen leben müssen. Die Informationen auf www.sensus60plus.ch richten sich an diese Menschen und deren Umfeld. Dank praxisnaher und einfacher Tips können betroffene Personen, Angehörige und Fachleute ihr Verhalten der jeweiligen Situation anpassen, mit dem Ziel, eine bestmögliche Lebensqualität zu erhalten. (pd)

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