SEEREGION: «Hierher kommen wir wieder»

1800 Besucher haben am spätabendlichen Rundgang durch die Museen von St. Margrethen, Heiden und Rorschach teilgenommen. Auch die dritte «lange Nacht der Museen» ist ein Erfolg.

Fritz Bichsel
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Im Festungsmuseum Heldsberg in St. Margrethen bewundern die Besucher das alte Artilleriewerk. (Bild: Anastasia Kontoulis)

Im Festungsmuseum Heldsberg in St. Margrethen bewundern die Besucher das alte Artilleriewerk. (Bild: Anastasia Kontoulis)

SEEREGION. Bereits der erste Bus von den Rhein-Schauen in Lustenau über das Festungsmuseum Heldsberg in St. Margrethen nach Rorschach bringt eine grosse Schar Besucher mit. Beim Würth-Haus begrüssen Nachtwächterinnen die Gäste und informieren sie kurz über das Programm. «Das ist ein Empfang», lobt ein junger Mann.

Bis zu 60 Besucher an einer Führung

In Heiden – mit leuchtenden Wegweisern und Empfang durch Nachtwächter – ist es am Anfang noch ruhig. Auch hier ist Vorarlberger Dialekt zu hören, besonders im Henry-Dunant-Museum. Im Dorfmuseum muss Werner Meier seinen ersten Vortrag über Carl Böckli alias Bö, Karikaturist und langjähriger Redaktor der Satirezeitschrift «Nebelspalter» aus Rorschach, für wenige Zuhörer halten. Doch die nächste Bahn bringt einen weiteren Schub Besucher. Die gleiche Erfahrung macht in Rorschach auch Sandra Gagelmann vom Forum Würth. «Unsere Besucher kommen vorwiegend im Bustakt», sagt sie. Besonders begehrt seien die Führungen durch den ganzen Kunstbereich. «Dort nehmen bis zu 60 Personen gleichzeitig teil.»

Ebenfalls meist im Takt von Bus und Bahn empfangen Helfer des Museums im Kornhaus ihre Gäste. Dank einer zusätzlichen Busverbindung ab Lustenau verteilen sie sich aber besser als im Vorjahr. Hermann Fuhrimann, Leiter dieses von der Ortsbürgergemeinde Rorschach betreuten Museums, berichtet nach einer Führung für eine Gruppe aus Vorarlberg erfreut: «Die Leute erleben, dass das ein besonderes Museum ist. Eines, das Besucher ständig zu eigenem Tun herausfordert. Das machen sie dann auch.» Für die diesjährige Museumsnacht hat sich das Kornhaus etwas Spezielles ausgedacht. Anstelle der üblichen Häppchen gab es ein Insekten-Buffet.

Die Vorarlberger Gruppe kündigt an, wieder hierher zu kommen. Das nächste Mal für einen längeren Verbleib im Kornhaus. Hier beginnt auch Stadtpräsident Thomas Müller seine Tour. «Besonders gefällt mir die Zusammenarbeit mit Vorarlberg», sagt er. «Und die Nacht belebt Stadt und Region – ebenso wie der heutige Kulturanlass im Rorschacher Treppenhaus.»

Mehr Austausch auch in die andere Richtung

Zufrieden zieht Mitorganisator Richard Lehner Bilanz nach der dritten «langen Nacht der Museen». Zunehmend nutzen Leute aus der Region die Gelegenheit, Museen in Vorarlberg zu besuchen. «Wir können sagen, dass wir mindestens wieder so viele Teilnehmende hatten wie 2015 mit 1800 Besuchern.» Auffallend viele Familien seien unterwegs gewesen, sagt er. «Besonders erfreulich ist, das es zahlreiche Familien aus unserer Region sind.»