SCHWINGEN: Jugendriege von den Bösen geprüft

Seit dem Rücktritt von Beda Coray hat der SK Mittelrheintal keinen Kranzschwinger mehr in seinen Reihen. Am Rheintal-Oberländer Schwingfest in Thal starteten einige vielversprechende U20-Talente der Rheintaler in die Saison.

Yves Solenthaler
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Fabian Ulmann aus Montlingen (rechts) kam bei vier Gestellten nur hier gegen Benj Harder zu einem Sieg. (Bilder: Yves Solenthaler)

Fabian Ulmann aus Montlingen (rechts) kam bei vier Gestellten nur hier gegen Benj Harder zu einem Sieg. (Bilder: Yves Solenthaler)

Yves Solenthaler

«Dass wir im Moment keinen Kranzschwinger haben, liegt nicht am jetzigen Vorstand», sagt Remo Meier, Technischer Leiter des Schwingklubs Mittelrheintal. Die Versäumnisse, die dazu führten, dass der Verein diese Saison mit einer Jugendriege antritt, liegen 15 Jahre zurück.

13 Schwinger des in Montlingen trainierenden Vereins zieren die Teilnehmerliste des Rheintal-Oberländischen. Markus Roth ist der einzige von ihnen, der über 20-jährig ist.

Einziger Eidgenosse schwingt für Appenzell

Das Rheintal hatte in den 70er- und 80er-Jahren dem Schwingen mit Athleten wie Lothar Herrsche den Stempel aufgedrückt. 1995 gewann Karl Steiger in Chur einen eidgenössischen Kranz. Seither wartet das schwingbegeisterte Tal vergeblich auf einen Eidgenossen – nimmt man den aus Altstätten stammenden Marcel Kuster aus. Er hat seinen Kranz 2016 als Schwinger des Appenzeller Teilverbands gewonnen.

«Auch Vereine aus anderen Regionen müssen mal eine Talsohle durchschreiten», sagt Robert Hutter, der seit letztem Herbst Präsident des SK Mittelrheintal ist. Für diese Saison hofft Hutter auf zwei, drei Kränze für die jungen Schwinger: «Wer dieses Jahr einen Kranz gewinnt, kann sich auch Hoffnungen machen, 2019 am Eidgenössischen teilzunehmen.» Aber eigentlich komme dieses Fest für die jungen Rheintaler wohl zu früh.

Wer im Schwingen 16-jährig ist, muss sich mit den Bösen messen. Die körperlichen Unterschiede zwischen einem Heranwachsenden und einem Erwachsenen sind riesig – und entscheidend in einer Kampfsportart, in der es keine Gewichtsklassen gibt.

Die vielen Jungen stacheln einander gegenseitig an

«Oft hören Schwinger darum in diesem Alter auf», sagt Remo Meier. Dieses Schicksal hat der SKM in den letzten Jahren oft erlitten. «Jetzt sind wir besser aufgestellt, weil wir viele Junge haben», sagt Meier. Sie können einander zu Spitzenleistungen motivieren – und auch der Misserfolg ist eher zu ertragen mit dem Zuspruch der Kollegen.

Fabian Ulmann aus Montlingen ist wohl der Rheintaler Jungschwinger, der in seiner Entwicklung am weitesten ist. Sein Vater Patrick war früher selbst Kranzschwinger – der bald 19-Jährige strebt in dieser Saison seinen ersten Kranz an. Er bestreitet schon die dritte Saison bei den Aktiven. In Thal lässt er sein Potenzial aufblitzen – aber Ulmann schafft nur einen Sieg.

Janosch Kobler aus Oberriet ist ein Jahr jünger als Ulmann. Kobler war bei den Jungschwingern der Erfolgreichste der Rheintaler Jugendriege. Und auch in Thal ist er auf Rang 9c der beste Rheintaler. Drei Siege zieren sein Palmarès. Ebenso wie das des gleichaltrigen Daniel Schegg aus Oberriet.

Dean Burch aus Widnau ist mit Jahrgang 2001 nochmals ein Jahr jünger als Kobler und Schegg. Er wirkt neben den vielen Kolossen im Sägemehl noch ziemlich schmächtig. Aber Burch zeigt sich in Thal von seiner kämpferischen Seite – er hat je zwei Siege, Gestellte und Niederlagen auf dem Notenblatt.