SCHWIMMEN: Schwimmend von Asien nach Europa

Zwei Rheintaler, der 75-jährige Wolfgang Morgenstern und der 49-jährige Yilmaz Boduk, haben zum wiederholten Mal den Bosporus durchschwommen.

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Wolfgang Morgenstern: Zweiter in seiner Altersklasse. (Bild: pd)

Wolfgang Morgenstern: Zweiter in seiner Altersklasse. (Bild: pd)

Erneut nahmen 2000 Wagemutige aus 49 Nationen die 6,5 Kilometer lange Schwimmstrecke vom asiatischen Stadtteil Kanlica zum europäischen Kurucesme in Istanbul in Angriff.

Unter ihnen auch Wolfgang Morgenstern und Yilmaz Boduk. Die beiden Rheintaler eignen sich die nötige Härte für diese Strecke jeweils mit viel Training im Widnauer Schwimmbad an. Der «Bosphorus Cross Continental Competition» bleibt jedoch eine Grenzerfahrung, die im ruhigen Gewässer nicht 1:1 zu simulieren ist.

Jeder Schwimmer muss einen GPS-Sender tragen

Deshalb ist eine intensive ärztliche Kontrolle vor dem Start unumgänglich. Nicht nur die Streckenlänge macht den Wettkampf zu einem Wagnis, auch Strömungen von bis zu 7 km/h unter den 60 Meter hohen Hängebrücken Richtung Marmarameer tragen ihren Teil dazu bei. Für die Sicherheit der Schwimmerinnen und Schwimmer wird der entsprechende Streckenabschnitt des Bosporus’ für jeglichen Schiffsverkehr während vier Stunden gesperrt. Zudem ist das Tra­- gen eines GPS-Senders oberste Pflicht.

Risiko und Abenteuer ziehen die vielen Sportler an, ebenso wie das einmalige Naturerlebnis, während des Schwimmens von Delfinen begleitet zu werden.

Wer sich zu lange von den teilweise massiven Gegenströmungen festhalten lässt, läuft Gefahr, am Ziel vorbeizuschwimmen – was gleichbedeutend ist mit Disqualifikation.

Morgenstern und Boduk schafften es mit erhöhter Crawl­frequenz, den Strömungen rechtzeitig zu entkommen. Sie folgten der Empfehlung, nach dem Start möglichst in der Mitte der Strömung unter der Fatih-Sultan-Mehmet-Köprüsü-Brücke zu schwimmen. Auch als sich der Kurs auf der europäischen Seite leicht änderte, machte sich jahrelanges Training, Disziplin und Nervenstärke bezahlt. Denn im zweiten Teil wird die Strecke gefährlicher.

Nach 1:07 (Boduk) bzw. 1:13 Stunden (Morgenstern) erreichten sie das Ziel im europäischen Teil der grössten türkischen Stadt Istanbul.

Wolfgang Morgenstern erklimmt das Podest

Die zwei Rheintaler wurden wie alle anderen Finisher mit ei­- ner Urkunde des organisieren­-den türkischen olympischen Komitees als «Cross-Continental Swimmer» ausgezeichnet. Für Morgenstern erfüllte sich gar ein lang gehegter Traum, konnte er doch als Zweitschnellster seiner Altersgruppe das Siegerpodest im Ziel erklimmen. (pd, ys)