Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Schweizer Zoll arbeitet mit langem Arm

Wir sollen nicht schmuggeln. Trotzdem tun es manche. Ab und zu. Die durchlässigeren Grenzen und der Euro laden dazu ein. Erwischt und bestraft werden kann man trotzdem. Auch später noch.
René Schneider
Deklaration bei der Einfuhr: Formulare, Couverts und Stift liegen bereit. (Bild: René Schneider)

Deklaration bei der Einfuhr: Formulare, Couverts und Stift liegen bereit. (Bild: René Schneider)

RHEINTAL. Stellen Sie sich vor: Sie kaufen etwas Schönes günstig in Österreich, lassen sich bei der Ausreise an der österreichischen Grenze die Ausfuhr bestätigen und vergessen danach an der Schweizer Grenze bei der Einreise, die Schweizer Mehrwertsteuer zu bezahlen. Auf diese Art wird der Einkauf supergünstig statt nur günstig. Das Risiko, dabei erwischt zu werden, ist gering, denkt sich manch einer. Vor allem, wenn man über einen der zahlreichen nicht oder nur sporadisch besetzen Grenzübergänge einreist. Aber stellen Sie sich vor, dass Sie ein paar Tage später per Post eine Einladung zu einer Befragung bekommen.

Auch Hausbesuche

Dass «Schmuggler» zu Hause besucht werden, sei schon vorgekommen, sei aber nicht die Regel, sagt Marcel Bischofberger vom Informationsdienst des Grenzwachtkommandos in Chur. Bei den seltenen «Hausbesuchen» sprächen (zivile) Beamte der Zollfahndung vor, wenn es um die Aufklärung von grösseren Betrügereien geht. Normalerweise, wenn es um Steuern oder Zollabgaben von ein paar hundert Franken geht, würden Beschuldigte schriftlich aufgefordert, sich innerhalb von zehn Tagen bei den Zollbehörden zu einer Befragung zu melden.

Das passierte neulich einem unserer Leser, der ein etwa 1000-fränkiges Sofa undeklariert über einen unbesetzten Übergang ins Rheintal gebracht hatte.

«Amtshilfe in Zollsachen»

Die Behörden von Zoll und Grenzwacht hätten in diesem Bereich weder die Taktik geändert noch das Vorgehen verfeinert, sagte Bischofberger. Gesetzliche Grundlage sei das «Abkommen zur Amtshilfe in Zollsachen vom 9. Juni 1997» zwischen der Schweiz und Österreich. Er ist eine Ergänzung zu einem Vertrag zwischen der Schweiz und der EU von 1972.

In der Praxis läuft es gemäss Bischofberger so: «Wenn bedeutende Waren in Österreich zur Ausfuhr abgestempelt werden und der offenbare Verdacht auf eine Nichtdeklaration beim Schweizer Zoll besteht, kann der österreichische Zoll eine Amtshilfe (z. B. in Form einer Kopie der Ausfuhrbestätigung) leisten.» In der täglichen Praxis erachte man an der Grenze «Warenwerte ab 300 Franken» als «bedeutend».

Telefon und Fax

Tagsüber, wenn auf beiden Seiten der Grenze gearbeitet wird, leisten die Österreicher Kollegen telefonisch «Amtshilfe». Sie rufen auf der anderen Seite kurz an, wenn jemand einen grösseren Betrag abstempeln liess. Hinweise per Fax seien üblich geworden, seit auf Schweizer Seite nicht mehr alle Übergänge durchgehend besetzt sind. Es werde aber nicht jede Ausfuhr automatisch gemeldet und es gebe auch keine Systematik bezüglich des Warenwertes. Bischofberger: Oft hängen die Häufigkeit und Genauigkeit der «Amtshilfe» vom diensthabenden Österreicher und dessen Arbeitsbelastung ab. Es ist also gut möglich, dass am einen Tag für einmal auch ein grösserer Schmuggel unerkannt bleibt, eine im Wert viel kleinere «Vergesslichkeit» zu einem anderen Einreisezeitpunkt aber zur Anzeige und Busse führt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.