Schweizer Uhren finden in China zurück in die Wachstums-Spur

Die Schweizer Uhr verbindet Exklusivität, Tradition sowie Technik – und löst Emotionen aus. All das hat in China in den letzten zehn Jahren zu einem Boom bei Markenuhren geführt. Im Jahr 2012 ging bereits mehr als ein Viertel der exportierten Schweizer Uhren nach China und Hongkong.

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Die Schweizer Uhr verbindet Exklusivität, Tradition sowie Technik – und löst Emotionen aus. All das hat in China in den letzten zehn Jahren zu einem Boom bei Markenuhren geführt. Im Jahr 2012 ging bereits mehr als ein Viertel der exportierten Schweizer Uhren nach China und Hongkong. Vor allem 2010 und 2011 hatten monatliche Wachstumsraten von 40, 50 oder gar über 60 Prozent das Bild in der Exportstatistik des Schweizerischen Uhrenverbands geprägt.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2012 drehte sich der Trend und die China-Exporte sanken verglichen mit der jeweils hohen Vorjahresbasis stark. Auch Konjunktursorgen sowie der von der neuen chinesischen Regierung angekündigte Kampf gegen die Korruption haben die Kauflust gedämpft. Zudem kaufen immer mehr Chinesen Luxusprodukte auf ihren Reisen durch Europa oder Amerika statt in den Shops von Peking oder Shanghai. In den kommenden Monaten ist das Niveau der Uhrenexporte nach China aus dem Vorjahr leichter zu übertreffen und lässt für die Branche wieder Wachstum erwarten. Kommt hinzu, dass die Konjunkturabkühlung im Reich der Mitte weniger ausgeprägt ausfallen dürfte als befürchtet.

Tips: Swatch und Richemont

Ausserdem gilt der chinesische Luxusgüter-Markt noch längst nicht als vollständig erschlossen. Während in den Küstenregionen die Marken bereits ein dichtes Filialnetz aufgebaut haben, gibt es weiter westwärts Nachholbedarf. Für Schweizer Uhren spricht auch das mit China abgeschlossene Freihandelsabkommen, das einerseits spürbar tiefere Zölle bringen dürfte und andererseits Signalwirkung für Schweizer Produkte haben wird.

Vor diesem Hintergrund sehen viele Analysten die Aktien von Swatch und Richemont als Kaufgelegenheit, obwohl diese zuletzt beeindruckend an Wert dazu gewannen. Während Swatch in China mit dem breiten Sortiment und Marken wie Longines und Tissot von der gestiegenen Nachfrage nach Uhren aus dem mittleren Preissegment profitieren, dürfte Richemont vor allem mit dem weltgrössten Schmuckhersteller Cartier weiter punkten.

Am Dienstag startet der US-Aluminiumkonzern Alcoa in die Q3-Berichtssaison. In der Schweiz stehen am Donnerstag Umsatzzahlen des Aromen- und Riechstoffspezialisten Givaudan auf der Agenda. Konjunkturseitig warten die Anleger am Dienstag auf neue Angaben zur US-Handelsbilanz, und am Mittwoch dürfte das Fed-Sitzungsprotokoll einen Einblick in die letzte geldpolitische Abstimmung geben. Damals sprach sich die US-Notenbank gegen eine Drosselung der Anleihenkäufe aus.

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