Schweizer Nati von der Birkenau

Der FC Rebstein geht in der Mitte des Klassements in die Winterpause: Die Giger-Elf hat sich in der Hinrunde 15 Punkte erarbeitet.

Remo Zollinger
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FC REBSTEIN. Trotz des absoluten Mittelmasses ist die Mannschaft aber gewissermassen unberechenbar.

Präsident Hansueli Steiner lacht, verneint aber nicht, wenn er mit dem Vorwurf konfrontiert wird, der FC Rebstein spiele wie die Schweizer Nationalmannschaft: Gegen gute Gegner gut, gegen schlechte eher schlecht. Will heissen: Rebstein kann jede Mannschaft besiegen, andererseits kann aber auch jedes Team den FCR schlagen.

Starke Derbybilanz

Rebstein passt sich oft seinem Gegner an. Bei Schlusslicht Triesen gelang dem FCR erst in der 95. Minute der Ausgleichstreffer, trotz zahlreicher Chancen wäre ein Sieg zu viel des Guten gewesen. Auf dem Kolbenstein hingegen stand Rebstein beim hochdramatischen 3:3 dem Sieg in der Schlussphase deutlich näher als der FC Montlingen, der als Zweiter überwintert.

«Ich nehme aber besonders zufrieden zur Kenntnis, dass wir den Kick der Derbies inzwischen in positive Energie umwandeln können», sagt Steiner. Was er damit meint: Rebstein zeigte gegen Au-Berneck (2:1), Montlingen (3:3) und Altstätten (2:0) starke Leistungen, beim Sieg über den FCA im einzigen Derby auf eigenem Platz darf man vom besten Saisonspiel sprechen.

Zufrieden mit Mittelmass

Der Begriff Mittelmass ist meistens negativ bewertet, verbindet ihn Steiner aber mit dem FCR, bekommt er eine positive Bedeutung. Mehr als 30 Punkte zu erreichen, war Rebsteins Ziel in dieser Saison. 30 Punkte, das bedeutet Mittelmass – ein Rang zwischen Vier und Acht – und keine Abstiegsgefahr. Die Zielsetzung muss in der Winterpause nicht korrigiert werden. «Wir sind auf Kurs», sagt der Präsident, die 15 Punkte seien gut, es hätten aber auch noch mehr sein dürfen: «Aber das gleicht sich in einer Saison immer aus.»

In der Tat kann diese etwas abgedroschene Phrase bei der Rebsteiner Bilanz aus der Mottenkiste gepackt werden: Mehrere Spiele wurden erst in der Schlussphase entschieden. Gegen Buchs kassierte der FCR tief in der Nachspielzeit den Ausgleich, in Triesen war es einmal mehr Cokicli, der Rebstein spät einen Punkt sicherte.

Der 23-jährige ehemalige St. Galler U21-Spieler war der herausragende Rebsteiner in der Hinrunde. Von einem wie Cokicli werden viele Tore erwartet, und diese Erwartung hat er erfüllt: Neun Treffer stehen bei ihm zu Buche. Cokicli macht keinen Hehl daraus, dereinst wieder höher spielen zu wollen, es gibt auch Anfragen. «Aber solange er bei uns ist, ist das eine Win-Win-Situation: Er profitiert davon, hier aufgebaut zu werden und Spielpraxis zu sammeln, wir profitieren von seinen Leistungen», sagt Steiner.

Verliert Rebstein die Offensive?

Ob Rebstein auch in der Rückrunde auf seinen Topskorer zählen kann, steht noch nicht fest. Ebenso wenig fest steht der Verbleib von André Baiao, der in den letzten anderthalb Jahren Rebsteins Offensive dirigierte und Probleme mit den weiten Wegen zwischen Arbeitsplatz, Wohnort und Rebstein hat. Er hätte wohl kein Problem, einen neuen Verein zu finden. «Würden wir beide verlieren, wäre das das Worst-Case-Szenario», so Steiner.

Super-Gau hin oder her: Wenn zwei Spieler begehrt sind, bedeutet dies, dass in Rebstein gut gearbeitet wird. So gut, dass man gar nicht mehr nach Abstiegssorgen fragen muss. «Wir sind nicht weit weg vom oberen Drittel», sagt Steiner.