Schweizer Aktien nach Rückschlag nicht eben attraktiver

Am Donnerstagvormittag vergangener Woche spielten sich hierzulande teilweise dramatische Szenen ab. Der überraschende Entscheid der SNB, den im September vor drei Jahren eingeführten Euro-Mindestkurs aufzugeben, liess den Euro vorübergehend auf 0.85 Franken einbrechen.

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Am Donnerstagvormittag vergangener Woche spielten sich hierzulande teilweise dramatische Szenen ab. Der überraschende Entscheid der SNB, den im September vor drei Jahren eingeführten Euro-Mindestkurs aufzugeben, liess den Euro vorübergehend auf 0.85 Franken einbrechen. Nicht viel besser erging es dem Dollar, der kurz bei 0.74 Franken gehandelt wurde. Obschon sich der Euro in der Region von einem Franken und der Dollar in der Region von 0.87 Franken eingependelt haben, blieben die Währungsfluktuationen nicht ohne Folgen für die Schweizer Börse. Der breit gefasste Swiss Performance Index (SPI) fiel innerhalb von nur zwei Tagen um 15 Prozent zurück, bevor eine Erholung einsetzte.

Eine Herausforderung

Kaum ein anderes europäisches Land ist derart stark vom Export abhängig wie die Schweiz. Wichtigster Handelspartner ist die Europäische Union mit einem Anteil von knapp 60 Prozent an den Ausfuhren. Weitere rund 13 Prozent der Exporte gehen nach Nordamerika. Deshalb haben die jüngsten Rückschläge beim Euro und beim Dollar Folgen für die Schweizer Wirtschaft und die hiesigen Grossunternehmen, die einen Grossteil ihrer Umsätze und Erträge im Ausland erzielen.

Es gilt als sicher, dass die plötzlichen Währungsturbulenzen auf die Geschäftsentwicklung drücken werden. In den letzten Tagen wurden denn auch die Erwartungen für die zukünftige Gewinnentwicklung vieler dieser Firmen nach unten angepasst. Diese Schätzungsreduktionen hielten sich in etwa die Waage mit den Kursverlusten des Swiss Performance Index.

Mit dem jüngsten Rückschlag wird der Schweizer Aktienmarkt den Auswirkungen des erstarkten Frankens auf die Unternehmensgewinnentwicklung weitestgehend gerecht. Attraktiver sind hiesige Aktien damit aber nicht geworden, bleiben die Verschiebungen an den Finanzmärkten doch ein Nullsummenspiel für die Bewertung.

Schwächung würde helfen

Der Franken bleibt sowohl gegenüber dem Euro als auch zum Dollar überbewertet. Schwächt er sich ab, hilft das den Aktienkursen.

Diese Woche haben Roche und Novartis, Givaudan, Huber + Suhner sowie SFS Group erste Eckdaten für das vergangene Jahr präsentiert. Konjunkturseitig steht nun das KOF-Konjunkturbarometer für Januar an. In den USA liegt das Hauptaugenmerk auf dem Auftragseingang für langlebige Güter für Dezember sowie auf der ersten Erhebung für das Bruttoinlandprodukt des vierten Quartals.

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