Schwachen eine Tür offen halten

ALTSTÄTTEN. 1974 gründeten Altstätten, Rebstein und Rüthi die Oberrheintalische Amtsvormundschafts- und Fürsorgestelle. Mit dem Beitritt von Marbach und Eichberg wurde die Stelle in Soziale Dienste Oberes Rheintal umbenannt. Am Donnerstag feierte man das 40-jährige Bestehen der Institution.

Max Tinner
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Die SDO können auf langjährige Erfahrung zählen. Claudia Stoop arbeitet mit 27 Jahren fast so lange hier wie Stellenleiter René Breu.

Die SDO können auf langjährige Erfahrung zählen. Claudia Stoop arbeitet mit 27 Jahren fast so lange hier wie Stellenleiter René Breu.

Es war der gesellschaftliche Wandel, der vor 40 Jahren dazu geführt hat, dass Altstätten, Rebstein und Rüthi eine gemeinsame Fachstelle schufen, der die Betreuung Bevormundeter und Verbeiständeter übertragen werden konnten. Bereits damals war es nämlich zusehends schwieriger geworden, Private für die Führung solcher Mandate zu gewinnen.

Am Donnerstag feierten heutige und frühere Verwaltungsräte, Delegierte der Gemeinderäte, Mitglieder der Geschäftsprüfungskommission und nicht zuletzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das 40-jährige Bestehen der Institution, die 1974 als Oberrheintalische Amtsvormundschafts- und Fürsorgestelle (OAF) ins Leben gerufen worden war. Mit dem Beitritt Marbachs und Eichbergs 1990 hat man die Trägerschaft in einen Zweckverband überführt und die Institution in Soziale Dienste Oberes Rheintal (SDO) umbenannt. An der Feier im «s'Mäx» durfte man mit dem mittlerweile 93-jährigen Anton Stadler, alt Gemeindammann von Altstätten, und Walter Kobler, alt Gemeindammann von Rüthi, auch zwei Gründerväter der Institution begrüssen.

1974 ein wegweisender Schritt

Die schwieriger werdenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor Augen sei die Gründung der Fachstelle wegweisend gewesen, stellte Thomas Ammann, Gemeindepräsident von Rüthi und Verwaltungsratspräsident der SDO, fest. Es zeige, dass man sich bereits damals bewusst war, dass den Schwächeren mit einer professionellen Organisation besser geholfen werden kann. Nach wie vor hielten sich die SDO an den Grundsatz, nicht so viel wie möglich, sondern nur so viel wie nötig ins Leben der Hilfsbedürftigen einzugreifen.

Zweckverband erneuert

Dieses Jahr bekräftigten die Trägergemeinden mit einer neuen Zweckverbandsvereinbarung ihr Vertrauen in die SDO. Damit bringen die Gemeinden ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass es deren Dienste auch künftig brauchen wird.

Angefangen hat die damalige OAF mit einem Amtsvormund und einer Sekretärin. Heute beschäftigen die SDO elf Mitarbeitende, die sich 780 Stellenprozente teilen. Damit ist die Stelle seit längerem unterdotiert. Eine Aufstockung um 60 Stellenprozente wäre zwar seit 2010 bewilligt, ist aber wegen Platzmangels noch nicht umgesetzt. Diese Woche hat der Verwaltungsrat nun in Anbetracht der weiterhin zunehmenden Arbeit die Schaffung einer 80%-Stelle bewilligt.

Jedes Alter betroffen

Obwohl die freiwillige Sozialberatung immer wichtiger werde, sei die gesetzliche Sozialberatung nach wie vor Schwerpunkt der Arbeit, sagte SDO-Leiter René Breu. Dies sei auch wegen der immer älter werdenden Bevölkerung so. Immer mehr Betagte brauchten beistandschaftliche Unterstützung, immer seltener fänden sich aber Angehörige und Verwandte in der komplexen Materie zurecht. Die heute häufige Trennung von Ehen führe zudem zu weiterhin zunehmenden Mandaten für Kinder und Jugendliche. «Es ist darum auch künftig nötig, dass die SDO schwächeren und ratsuchenden Menschen eine Tür offen halten», betonte René Breu.

Robert Benz und Anselm Benz führten Eichberg und Marbach in den Zweckverband. René Zünd überreicht ihnen einen Frühlingsgruss.

Robert Benz und Anselm Benz führten Eichberg und Marbach in den Zweckverband. René Zünd überreicht ihnen einen Frühlingsgruss.

Anton Stadler und Walter Kobler gelten zusammen mit dem verstorbenen Rebsteiner alt Gemeindammann Eduard Graf als Gründer der Institution. (Bilder: Max Tinner)

Anton Stadler und Walter Kobler gelten zusammen mit dem verstorbenen Rebsteiner alt Gemeindammann Eduard Graf als Gründer der Institution. (Bilder: Max Tinner)