Schutz zu vernünftigen Kosten

OBERRIET. Am Mittwoch stellte die Gemeinde Oberriet im Werkhof den Anwohnern die Massnahmen vor, die nach dem Hochwasser von 2009 am Kobelwiserbach und am Dürrenbach nun getroffen werden sollen.

Cécile Alge
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Interessierte Anrainer: Reto Walser (rechts) vom Ingenieurbüro Bänziger Partner AG erklärt anhand der Pläne die geplanten Massnahmen. (Bild: Cécile Alge)

Interessierte Anrainer: Reto Walser (rechts) vom Ingenieurbüro Bänziger Partner AG erklärt anhand der Pläne die geplanten Massnahmen. (Bild: Cécile Alge)

Fast auf die Woche genau vor drei Jahren richtete ein Unwetter im Rheintal grosse Schäden an. Damals führten auch der Kobelwiserbach und der Dürrenbach auf Gemeindegebiet von Altstätten, Eichberg und Oberriet Hochwasser. Gewaltige Geschiebemassen und Tonnen von Holz richteten unter anderem an den bestehenden Wasserbauten zum Teil enorme Schäden an – die Kosten für deren Behebung betrugen 1,7 Mio. Franken. Damals zeigte sich auch, wo in einer solchen Ausnahmesituation Probleme entstehen. Um weitere Schäden möglichst zu vermeiden, wurde ein Hochwasserschutzprojekt erarbeitet, das am Mittwoch den Anwohnern des Kobelwiserbachs und des Dürrenbachs (mit deren Seitengewässern) vorgestellt wurde.

Massnahmen am Dürrenbach

Gemeindepräsident Rolf Huber und Reto Walser vom Oberrieter Ingenieur- und Planungsbüro Bänziger Partner AG informierten im Werkhofsaal die 90 Personen, die sich für das geplante Hochwasserschutzprojekt interessierten. Beim Dürrenbach und seinen Seitengewässern soll die Kapazität beim Auslauf des Kiesfangs erhöht und ein Einstau beim Einlauf verhindert werden. Ausserdem ist vorgesehen, die Hardbrücke und die Brücke Engtobelbach neu zu bauen. Der Holzrückhalt im Gebiet Studen muss verbessert werden – und zwar mit dem Bau eines Holzrechens. Defekte Sperren werden saniert oder neu erstellt.

Zwei Millionen Franken

Die Kosten für die Hochwasserschutzmassnahmen am Dürrenbach belaufen sich auf rund 2 Mio. Franken. Der Bund beteiligt sich mit 35% daran, der Kanton mit 29%. Für die Gemeinde Oberriet fallen Kosten in der Höhe von 279 913 Franken an, für die Gemeinde Eichberg 62 728 und für die Stadt Altstätten 195 341 Franken. Die verbleibenden 134 496 Franken werden mit Perimeterbeiträgen der Anrainer beglichen.

Auch am Kobelwiserbach

Die geplanten Massnahmen am Kobelwiserbach ähneln jenen am Dürrenbach. Beim Gerinne Kobelwis will man die bestehenden Verbauungen erhalten und die Sohle sichern. Enge Stellen sollen ausgeweitet werden, damit mehr Wasser durchlaufen kann. Ausserdem soll die Kiesfangsperre durch den Neubau einer Vorsperre gesichert werden. Mit dem Neubau eines Rechens und dem Ausbau des Kiesfangs will man bei Unwettern künftig grosse Massen an Geschiebe und Holz zurückhalten. Die bestehenden Sperren (Verbauungen) werden je nach Zustand saniert oder neu gebaut. Um das Gerinne Strüssler zu stabilisieren, wird dessen Ufer und Sohle gesichert. Zudem ist vorgesehen, die Sperren beim Strüssler/Wogalp instand zu setzen.

Die Gesamtkosten für die Massnahmen am Kobelwiserbach belaufen sich auf über eine Million Franken. Hier beteiligt sich der Bund mit 35%, der Kanton mit 27%, und die Gemeinde Oberriet bezahlt voraussichtlich 275 132 Franken und die Stadt Altstätten 89 667 Franken. Die restlichen 91 200 Franken sollen mit Perimeterbeiträgen der Anwohner bezahlt werden.

Die geplanten Massnahmen für die beiden Bäche liegen noch bis 5. September im Oberrieter Rathaus auf. «Verläuft alles nach Plan, kann noch in diesem Jahr mit der Umsetzung begonnen werden», sagte Reto Walser. Im 2014 wären dann alle Hochwasserschutzmassnahmen fertiggestellt. «Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Projekt einen optimalen Hochwasserschutz zu vernünftigen Kosten bekommen», meinte Gemeindepräsident Rolf Huber.

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