Schulstandort Altstätten gefestigt

ALTSTÄTTEN. Am Donnerstagabend übergaben die beiden zuständigen Regierungsräte Willi Haag, Baudepartement, und Stefan Kölliker, Bildungsdepartement, das neue Berufs- und Weiterbildungszentrum Altstätten dem Betrieb.

Max Pflüger
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Regierungspräsident Willi Haag (rechts) und Regierungsrat Stefan Kölliker (links) durchtrennten das blaue Band und gaben damit symbolisch den Weg in das neue Schulgebäude frei. (Bild: Max Pflüger)

Regierungspräsident Willi Haag (rechts) und Regierungsrat Stefan Kölliker (links) durchtrennten das blaue Band und gaben damit symbolisch den Weg in das neue Schulgebäude frei. (Bild: Max Pflüger)

Das neue Schulgebäude ist «ein klares Bekenntnis zur Berufsbildung im Allgemeinen und zum Bildungsstandort Altstätten im Speziellen.» Dies war die zentrale Aussage der Eröffnungsfeier von Donnerstagabend aus dem Munde des St. Galler Bildungsdirektors Regierungsrat Stefan Kölliker. Weitere Redner waren Regierungsrat Willi Haag, Baudepartement, Architektin Ursula Tobler und Rolf Grunauer, Rektor des Berufs- und Weiterbildungszentrums Rorschach-Rheintal.

Rund 100 Gäste waren bei der Eröffnungsfeier dabei: Neben den beiden Regierungsräten Nationalrat Roland Büchel, Kantonsrätinnen und Kantonsräte, Stadtpräsident Daniel Bühler zusammen mit Vertretern des Stadtrates und der Altstätter Schulbehörden, Mitarbeitende des Berufs- und Weiterbildungszentrums sowie Anwohner rund um die Baustelle. Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung vom Saxophonisten Toni Heidegger und kabarettistisch bereichert vom Trio Smiling Toasters mit Robi Preising, Heiko Hutter und Jürg Lutz.

Minergie-Eco-Standard

Bereits seit fast zehn Jahren stand fest, dass das Altstätter KV-Schulhaus den Anforderungen der Zeit weder in räumlicher noch in technischer Hinsicht genügen konnte. Ein Neubau wurde geplant und in knapp 15 Monaten realisiert. Bauchef Willi Haag betonte in seiner Festansprache den zweckmässigen und modernen Innenausbau: «Mit dieser Ausstattung steht einem zeitgemässen Berufsfachschulunterricht nichts im Weg.»

Wichtig ist dem Regierungsrat aber auch die vorbildliche Ökologie des Baus: «Mit einer hervorragenden Wärmedämmung, einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung und einer energieeffizienten Beleuchtung ist der Minergie-Eco-Standard erreicht worden.» Zur Schonung der Ressourcen trägt auch die Erdsonden-Wärmepumpe bei. Die 14 Erdsonden mit einer Gesamtlänge von rund 2 km decken die Grundlast der Heizung ab.

Auf dem Dach wurde zudem eine Photovoltaikanlage erstellt, mit der rund 30 000 kWh pro Jahr erzeugt werden.

Turnhallenprojekt jetzt auf Kurs

Zum Turnhallenprojekt meinte Willi Haag: «Der Baubeginn für die geplante Einfachturnhalle für das BZR hat sich wegen einer Einsprache um ein Jahr verzögert. Mittlerweile ist die Einsprache aber erledigt, und das Gemeinschaftsprojekt von Kanton, Stadt und Primarschulgemeinde Altstätten ist bereits weit fortgeschritten.

Die Umbauarbeiten in den bestehenden drei Hallen der Primarschulgemeinde werden bis Ende Oktober 2010 abgeschlossen. Ab dem 2. November 2010 stehen sie den Schülerinnen und Schülern der Primarschule sowie den Vereinen wieder zur Verfügung. Der Bauabschluss des Foyeranbaus sowie der Nebenräume zur Einfachturnhalle des BZR und somit die gesamte Baufertigstellung ist auf Anfang 2011 vorgesehen.»

Berufsbildung wird gefördert

In Altstätten werden 500 Lernende in über 20 Klassen von gegen 40 Lehrpersonen unterrichtet. Ausgebildet werden Kaufleute E-Profil (erweiterte Grundbildung), M-Profil (mit lehrbegleitender Berufsmatura), BMS II (berufsbegleitender Berufsmatura), sowie medizinische Praxisassistentinnen. Das Angebot im Bereich Weiterbildung umfasst eine breite Palette von Kursen und Lehrgängen, die den Bildungsstandort Altstätten weiter stärken.

Ein klares Bekenntnis zum Schulstandort Altstätten legte denn auch Bildungschef Stefan Kölliker ab. Seine Festrede war aber auch ein eben so klares Bekenntnis zur dualen Berufsbildung, die auf einer intensiven Partnerschaft mit enger Kooperation von Wirtschaft und Staat aufbaut. «Diese steht und fällt mit der Bereitschaft der Wirtschaft und öffentlicher Institutionen, Ausbildungsplätze für den betrieblichen, den praktischen Teil der Ausbildung, zur Verfügung zu stellen.

Ich kann mit Genugtuung darauf hinweisen, wie engagiert und motiviert die sanktgallische Wirtschaft diese Herausforderung wahrnimmt.»

Einweihungsfest

Nach der feierlichen Durchtrennung eines Bandes durch die beiden Regierungsräte konnten die Gäste die modern eingerichteten Unterrichtsräume besichtigen und sich unter anderem über die Möglichkeiten der «elektronischen Wandtafel» informieren.

Im Anschluss an das gemeinsame Nachtessen blickte Architektin Ursula Tobler aus sehr persönlicher Sicht auf die Baugeschichte zurück, und Rektor Rolf Grunauer zeigte anhand einer Umfrage bei Lernenden und Lehrenden auf, wie das neue Schulhaus bei Schülerinnen und Schülern sowie von den Lehrpersonen aufgenommen wurde: Differenziert, aber im Allgemeinen gut bis sehr gut.