Schulrat aus Leidenschaft

Nach elf Jahren im Marbacher Primarschulrat ist Ernst Dietsche zurückgetreten und kandidiert nun für das Amt des Schulratspräsidenten. Auslöser dafür war der Rücktritt von Schulratspräsidentin Monica Bangerter auf Ende Jahr.

Kurt Latzer
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Im Garten entspannt sich Ernst Dietsche nach getaner Arbeit am liebsten. Den hat seine Tochter im Rahmen eines Schulprojekts entworfen. (Bild: Kurt Latzer)

Im Garten entspannt sich Ernst Dietsche nach getaner Arbeit am liebsten. Den hat seine Tochter im Rahmen eines Schulprojekts entworfen. (Bild: Kurt Latzer)

MARBACH. Die amtierende Schulratspräsidentin Monica Bangerter hat auf Ende Jahr aus beruflichen Gründen ihren Rücktritt bekannt gegeben. Warum er zurückgetreten ist und nun als Schulratspräsident kandidiert, erklärt Ernst Dietsche beim Besuch in seinem Garten. «Nach der Ankündigung des Rücktritts haben wir uns im Schulrat beraten, was wir tun, wenn sich aus der Bevölkerung kein Kandidat meldet», sagt Dietsche.

Kein Weg zurück

Nach elf Jahren im Schulrat habe er gesagt, dass er das Amt mindestens für den Rest der Amtsdauer 2013 – 2016 übernehme, wenn sich niemand melde. Ernst Dietsches Rücktritt war vorsorglich: «Wäre ich als Schulrat nicht zurückgetreten, hätten wir dem Gesetz zufolge keinen Nachfolger für mich suchen können», sagt der scheidende Schulrat. Damit war aber auch klar, dass es für Dietsche keinen Weg zurück in den Schulrat gibt, sollte er nicht gewählt werden. Gleiches hätte gegolten, wenn sich ein anderer Kandidat zur Verfügung gestellt hätte.

Für die vakante Stelle im Schulrat stellt sich Alfred Lutz, ebenfalls Geschäftsführer, der Wahl.

Etwas reduzieren

Ernst Dietsche ist Jahrgang 1968, verheiratet und hat eine Tochter, die soeben die Lehre begonnen hat. Er stammt aus einer Kriessner Ringerfamilie, ist gelernter Maurer und hat sich zum Polier und Bauführer weitergebildet. Heute ist er Geschäftsführer in der Firma Schollberg in Trübbach. Ernst Dietsche ist Turner und Präsident des STV Marbach. Woher nimmt er die Zeit für das Amt des Schulratspräsidenten, neben Familie, Beruf und Hobby? «Ich habe mich mit meinem Arbeitgeber über ein um 20 Prozent reduziertes Pensum einigen können», sagt Ernst Dietsche. Das Schulpräsidenten-Amt betreffend, geht er von einem 20- bis 30-Prozent-Pensum aus. «Weil ich die restlichen zehn Prozent Zeit nicht der Familie abknöpfen möchte, würde ich im Fall meiner Wahl mein Amt im STV abgeben», sagt Ernst Dietsche. Das sei im Verein bereits besprochen.

Bildung fasziniert

In der Männerriege wolle er als Aktiver weiterhin mitturnen. Nach dem Grund für sein Engagement in der Schule befragt, sagt Dietsche, ihn habe Bildung schon immer fasziniert und er sein Schulratsamt mit Leidenschaft ausgeübt habe. «Wegen des Geldes sollte man das Amt nicht ausüben, da muss schon Herzblut dahinterstecken», ist Ernst Dietsche überzeugt.