Schulhaus erhitzt die Gemüter

«Der Neubau wirkt wie eine Faust aufs Auge»: An der zweiten Informationsveranstaltung zum Neubau des Schulhauses Buechen waren viele kritische Stimmen zu hören. Andere lobten die moderne Architektur und plädierten für mehr Mut.

Lea Müller
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Buechen. Die zweite Fragerunde zum Neubau Schulhaus Buechen hat die Vertreter der Gemeinde und des Architekturbüros ganz schön ins Schwitzen gebracht. Viele offene Fragen, kritische Stimmen und Emotionen prägten den zweiten Informationsanlass im Vorfeld der Abstimmung. Zwei der Votanten empfahlen den Stimmbürgern ausdrücklich, das Projekt an der Urne abzulehnen. Gemeindepräsident Robert Raths ging am Mittwochabend mit gemischten Gefühlen nach Hause. An der ersten Infoveranstaltung am 18. Januar sei die Stimmung eindeutig besser gewesen.

Konstruktion in der Kritik

In erster Linie kritisierten die Gegner des Neubaus das optische Erscheinungsbild des geplanten Schulhauses. «Der würfelartige Klotz passt nicht in das ländliche Dorfbild», sagte ein Stimmbürger und doppelte nach: «Der Neubau wirkt wie eine Faust aufs Auge.» Eine Frau stimmte ihm in diesem Punkt zu und kritisierte vor allem die dreieckigen Fensteröffnungen: «Da sehen die Kinder ja kaum zu den Fenstern hinaus.» Die Konstruktion der Balkone und Fenster (siehe Visualisierung) ist ungewöhnlich, macht aber gerade die Besonderheit des Projekts aus. Die Architektin Angela Deuber aus Chur hatte dazu viele offene Fragen zu beantworten.

Ein Mann bezweifelte, dass mit dieser Konstruktion genug Licht in den Räumen vorhanden sei. Ein Sitznachbar bestärkte ihn darin und fragte, ob der Einfallswinkel des Lichtes geschickt gewählt sei – würde es nicht besser von oben hereinfallen? Angela Deuber beantwortete die offenen Fragen ausführlich und kompetent.

Mit Sicherheit sei genug Licht vorhanden, zumal die Wandfläche zu 50 Prozent aus Glas sei und damit den Vorschriften entspreche. Auf die Frage, ob sich als Baumaterial nicht Holz besser eignen würde als Beton, verwies sie auf den Brandschutz. Sie betonte, dass ein grosses Team von Architekten, Ingenieuren und anderen Fachleuten das Projekt seit eineinhalb Jahren genau überprüfen. «Die Konstruktion ist in sich stimmig», versicherte sie.

«Einen Schritt voraus»

Angela Deuber erinnerte die Stimmbürger an die runde Kirche in Buechen, die vor dem Bau ebenfalls für Diskussionsstoff gesorgt hatte. «Die Architektur ist oft einen Schritt voraus», sagte sie. Schützenhilfe erhielt sie von einem Stimmbürger: «Ich finde das Projekt modern und zukunftsweisend. Wir bauen doch nicht mehr wie vor 40 Jahren.»

Er plädierte dafür, einen mutigen Schritt vorwärts zu machen und in Buechen einen modernen Neubau zu ermöglichen. Ein Thaler pflichtete ihm schlicht bei: «Mir gefällt's.»

Kredit zu hoch?

Der selbe Stimmbürger, der zu mehr Mut aufgerufen hatte, brachte aber noch eine Anmerkung zum Raumkonzept ein. Dass nur im untersten Stockwerk Toiletten vorhanden seien, müsse noch verbessert werden. Schulratspräsident Heinz Herzog stimmte ihm zu: «Wir werden die Situation überprüfen.» Auch die Notwendigkeit und die Grösse der geplanten Aula war ein Thema, das die Projektgruppe nun genauer unter die Lupe nimmt.

Ein weiterer Kritikpunkt war für einige Anwesende die Höhe des beantragten Kredits von 7,3 Mio. Franken. «Wir sind uns bewusst, dass es sich um viel Geld handelt», sagte Heinz Herzog. Er verwies aber auf die Tatsache, dass andere Schulhäuser dieser Grösse auch diesem Kostenrahmen entsprechen.

Gemeindepräsident Robert Raths wandte sich zum Schluss nochmals an die Stimmbürger und betonte, wie sehr ihm das Projekt am Herzen liege. Bei einem Ja werde er sich über den Mut der Bevölkerung freuen. Werde der Antrag aber abgelehnt, stehe das Projekt Schulhaus bereits am 14. Februar wieder zuoberst auf der Traktandenliste des Gemeinderates. «Wir würden sofort hinter die Bücher und andere neue Projekte müssten in den Hintergrund rücken. In zwei Jahren würden wir hier wieder die genau gleiche Diskussion führen», sagte Raths. «Ich empfehle Ihnen, das Projekt anzunehmen.»

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