Schüler müssen Hymne lernen

SVP-Kantonsrat Mike Egger hatte im Februar gefordert, den Schweizerpsalm an der Primarschule als Pflichtstoff einzuführen. Wie sich am Mittwoch zeigte, war seine Motion umsonst.

Seraina Hess
Merken
Drucken
Teilen

KANTONSRAT. «Mehr Schweizer Werte an unserer Volksschule»: Allein der Titel der Motion liess erahnen, wer ihr Urheber war. Unter Schweizer Werten versteht Mike Egger das Singen der Nationalhymne – wenn möglich auswendig. «Der Schweizerpsalm ist ein Zeichen für den Zusammenhalt des Landes und Ausdruck der Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft, was nicht zuletzt für die Integration ausländischer Schüler eine symbolhafte Bedeutung hat», las Egger den Motionstext vor.

«Trauriger Zustand»

Das Genfer Kantonsparlament habe erst vor kurzem entschieden, das Erlernen des Schweizerpsalms in den Schulen für obligatorisch zu erklären. Ein guter Entschluss, fand Egger, denn es sei traurig, dass viele Schüler die Hymne nicht kennen. Diesen Zustand wollte der Bernecker ändern, indem er vom Regierungsrat forderte, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um das Erlernen des Schweizerpsalms im Musikunterricht der Primarschule vorzuschreiben.

Doch Egger war übereifrig; die Regierung stellte Antrag auf Nichteintreten der Forderung, weil es nicht nötig sei, dafür ein Gesetz zu ändern. Der bisherige Lehrplan enthalte im Fachbereich Mensch und Umwelt verschiedene staatskundliche Themen, mit denen den Schülern die Schweiz, ihre kulturellen Werte und Umgangsformen nähergebracht würden.

Motion zurückgezogen

Dazu gehöre auch die Schweizer Nationalhymne – allerdings liege es im bisherigen Lehrplan im Ermessen des Lehrers, ob sie gesungen oder auswendig gelernt werden muss. Regierungsrat Stefan Kölliker ergänzte aber: «Im Lehrplan 21 werden Kenntnisse über die Bundesfeier und das Singen der Nationalhymne ausdrücklich als Kompetenzen vorgesehen.»

Somit erübrigte sich Eggers Motion. Auf Wunsch des Regierungsrates zog er sie zurück.