Schreiner bekämpfen ihr Nachwuchsproblem

An einem Anlass der Schreinermeister in Montlingen sprach Verbandsdirektor Daniel Borner. Er benannte die Probleme in der Branche. Etwa dieses: Viele Lernende brechen die Ausbildung ab. Jetzt läuft eine Bildungskampagne.

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MONTLINGEN. Umgeben von Holzstapeln, Maschinen und Regalen, hörten die Schreinermeister und Schreinermeisterinnen als Gäste der Montlinger Holzwerk Spezialitäten AG, was der Direktor des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) zu sagen hatte.

Bildung als grosses Thema

Nicht nur der Preisdruck macht der Branche, gerade in Grenznähe, zu schaffen, auch die Aus- und Weiterbildung ist ein grosses Thema. In Montlingen wurde den Fachleuten die neue Bildungskampagne des Verbandes vorgestellt.

25 Prozent brechen Lehre ab

Das Thema beschäftigt die Schreiner umso mehr, als die Statistik eine klare Sprache spricht. 25 Prozent der Lernenden brechen die Schreiner-Ausbildung vorzeitig ab. Verbandsdirektor Borner sagte, ungefähr die Hälfte der Führungskräfte verfügen zudem über keine entsprechende Ausbildung.

Hinzu kommen weitere Erschwernisse: Offene Stellen zu besetzen, fällt den Unternehmen schwer, ausserdem wächst die Gefahr, dass ausgebildete Fachkräfte der Branche den Rücken kehren. Dies alles hat den Verband zur Bildungskampagne bewogen, die unter dem Motto «Mitmacher, Mitdenker, Mitlenker» lanciert wurde.

«Es liegt in der Verantwortung der Schreinermeister, ihre Mitarbeitenden zu fördern und zu fordern», sagte Daniel Borner. Mit Hilfe der neuen Kampagne soll künftig vermehrt in die Bildung der Schreiner investiert werden, zudem seien Möglichkeiten zur Weiterbildung zu schaffen.

Angebot ist vielfältig

Das Angebot der Fachschulen und Weiterbildungszentren ist vielfältig, die zentrale paritätische Berufskommission ZPK sowie die Ausgleichskasse der Schreiner-Branche MAEK machen die Bildungsangebote für die Betriebe auch finanziell attraktiv.

Roadshow mit langem Bus

Für die in Montlingen vorgestellte Roadshow dient ein rund zehn Meter langer Bus mit verschiedenen Stationen, an denen die von Borner beschriebenen Probleme auf unterhaltsame Weise samt Lösungsansätzen behandelt werden. An der Aussenseite des Busses wartet ein Quiz auf die Teilnehmenden. Im Inneren, das wie die farbenfrohe Karikatur einer Werkstatt anmutet, werden Informationen zur Kampagne mit Hilfe von Kurzfilmen vermittelt.

In Köpfen verankern

Die Roadshow hat in der Sektion der St. Galler Schreinermeister die Feuertaufe bestanden und setzt ihren Weg nun fort, um die Bildungsbotschaft in den Köpfen der Schreinermeister zu verankern. (gb/pd)