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Schotten klagen gegen Kobelts «Glen»

MARBACH. Wie bereits im vergangenen Jahr in Deutschland klagt die Scotch Whisky Association nun auch gegen Ostschweizer Whisky-Produzenten. Beim Whisky der Mosterei Kobelt in Marbach geht den Schotten die Bezeichnung «Glen» gegen den Strich.
Kurt Latzer
Wie sein Vater Ruedi ist auch Geoffrey Kobelt stolz auf den «Glen Rhine Whiskey», den Sieger der «Alpine Whisky Challenge 2012». (Bild: Kurt Latzer)

Wie sein Vater Ruedi ist auch Geoffrey Kobelt stolz auf den «Glen Rhine Whiskey», den Sieger der «Alpine Whisky Challenge 2012». (Bild: Kurt Latzer)

Bei Lochers Whisky-Bezeichnung ist das «Highlander» Stein des Anstosses, beim Schnaps der Mosterei Kobelt in Marbach das «Glen». Denn letzteren Ausdruck verbinde man nach Meinung der schottischen Whisky-Industrie automatisch mit schottischem und nicht mit Schweizer Whisky.

Aufs Rheintal bezogen

«Wie oben dargelegt, ist das Element <Glen> als indirekte geographische Herkunftsangabe für in Schottland hergestellten Whisky aufzufassen. Das von der Mosterei Kobelt & Co. unter der Bezeichnung <Glen Rhine Whiskey> vertriebene Produkt stammt nicht aus Schottland. Folglich begründet die Brennerei des Zeichens <Glen Rhine Whisky> im Zusammenhang mit Whisky eine Irreführungsgefahr und ist gesetzlich verboten», heisst es im Schreiben des Schweizer Anwaltsbüros. Wie Ruedi Kobelt, Inhaber der gleichnamigen Mosterei, gegenüber «TVO» sagte, nimmt die Bezeichnung «Glen Rhine Whiskey» Bezug auf den Ursprungsort, das Rheintal; Glen ist das englische Wort für Tal.

So war es schon mit dem Grappa

Ruedi Kobelt hat der Scotch Whisky Association via Anwalt ausrichten lassen, dass er anderer Meinung sei und der Forderung des schottischen Whisky-Verbandes nicht nachkomme. An den heutigen Namen hätte sich die Kundschaft schon gewöhnt. Um Probleme erst gar nicht aufkommen zu lassen, habe man sogar die amerikanische Schreibweise übernommen, «Whiskey» statt «Whisky», sagt Ruedi Kobelts Sohn Geoffrey. Er erinnert sich: «Wir sind bei der Wahl des Namens sehr vorsichtig vorgegangen, wie zuvor schon beim Grappa.» Die Italiener hätten sich beim Streit um diese Bezeichnung durchgesetzt; bei Kobelt heisst der spezielle Schnaps nicht Grappa oder Marc, sondern Valle del Rheno» – also auch eine Verbindung zum Tal am Rhein.

«Valley of Rhine»

Ebenfalls wegen der Bezeichnung «Glen» dauert in Deutschland ein Rechtsstreit an. Dem deutschen Whisky-Produzenten haben die Kläger einen Kompromiss vorgeschlagen; er solle einfach einen anderen englischen Begriff für Tal benutzen (Valley) – und das Problem wäre gelöst. Der deutsche Schnapsbrenner gab zu verstehen, dass er das «Glen» vorerst behalten, aber den Zusatz «German» hinzufüge. Dann wisse jeder Konsument sofort, dass es sich nicht um einen schottischen Whisky handle. Wie in der Ostschweiz ist der Rechtsstreit auch gegen den deutschen Whisky-Brenner noch im Gange.

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