Skicross
Sprintrennen in Arosa: Oberegger Marc Bischofberger mit Olympia-Ambitionen

Skicrosser Marc Bischofberger ist solid in die Saison gestartet. Heute möchte er in Arosa einen Spitzenplatz erzielen.

Yves Solenthaler
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Marc Bischofberger (links) überholt den Kanadier Kristofor Mahler. Er muss auch im Schweizer Team noch einige Athleten überholen, um das Olympia-Ticket zu lösen.

Marc Bischofberger (links) überholt den Kanadier Kristofor Mahler. Er muss auch im Schweizer Team noch einige Athleten überholen, um das Olympia-Ticket zu lösen.

Heute Dienstag findet in Arosa das Weltcup-Nachtrennen statt (live ab 20.15 Uhr auf SRFzwei). Es ist das dritte Rennen seit Samstag, nach dem Teamevent am Mittwoch geht’s gleich weiter nach Innichen (Südtirol), wo am Sonntag und Montag bereits die nächsten Rennen stattfinden.

Der 30-jährige Marc Bischofberger mag dieses gedrängte Programm: «So erhält man nach einem nicht so guten Resultat gleich die Gelegenheit, es besser zu machen», sagt der Oberegger. In Val Thorens, wo Bischofberger vor sechs Jahren sein erstes Weltcuprennen gewonnen hatte, lief es ihm vor allem im zweiten Rennen nicht nach Wunsch – er schied bereits im Achtelfinal aus. Erfolgreicher war Bischofberger im ersten Rennen, wo er den Halbfinal erreichte. Restlos zufrieden war er indes nicht: «Es fehlte nicht viel, um den Final zu erreichen.» Aber die zwei zuvor gewonnenen Heats bei schwierigen Wetterbedingungen geben ihm Zuversicht, dass Spitzenresultate möglich sind.

In Arosa noch kein Topresultat erreicht

Das Sprintrennen in Arosa war bisher nicht das Terrain von Marc Bischofberger: Vor fünf Jahren wurde er zwar Vierter, aber damals zählte wegen Rennabsage die Qualifikation als Resultat. In einem Heat setzte er sich auf der Strecke beim Hotel Kulm noch nie durch. «Höchste Zeit, das zu ändern», sagt Marc Bischofberger. Die Chancen da­zu steigen, wenn ihm am Vormittag eine gute Quali gelingt, denn auf der kurzen Strecke ist ein guter Startplatz wichtig.

Vor einem Jahr musste Marc Bischofberger das Rennen in Arosa wegen einer Verletzung auslassen, dieses Jahr ist er ohne Blessur durch den Sommer gekommen. «In der Vorbereitung lief alles optimal, auch meine Kraftwerte konnte ich nochmals steigern», sagt Marc Bischof­berger.

Die Saison fing im Secret Garden an, dem Berg, an dem im Februar die Olympiamedaillen verteilt werden. Bischofberger&Co. waren fast 70 Stunden gereist, um nach China und wieder zurück zu kommen, im Fall von Bischofberger für ein paar Minuten Fahrzeit: Er wurde von einem Konkurrenten rausgedrängt: «Ich hatte keine Chance, den Sturz zu vermeiden.»

In der letzten Olympiasaison gewann Bischi den Weltcup

Alle Schweizer Männer schieden in China in der ersten Runde aus. Ein schlechtes Omen für die Olympischen Spiele? Nationaltrainer Ralph Pfäffli ist da ganz entspannt: «Wir waren nie gut an den Olympia-Testevents, und ausser in Sotschi waren wir an den Spielen selbst immer erfolgreich.» Vor fünf Jahren war im Schweizer Männerteam der Erfolg mit Bischofbergers Namen verknüpft, der in Südkorea die olympische Silbermedaille gewann.

2017/18 gewann der in Marbach wohnende Oberegger nicht nur Olympia-Silber, sondern auch den Gesamtweltcup. Jetzt ist wieder Olympiasaison. Im starken Schweizer Team geht es für Bischofberger darum, sich einen der vier Startplätze zu sichern. Nach einer nicht zufriedenstellenden letzten Saison, braucht er in diesem Winter umso dringender Resultate. Ein Startplatz dürfte nach seinem Sieg in Val Thorens bereits an Weltmeister Alex Fiva vergeben sein. Auch der noch verletzte Gamser Jonas Lenherr hat als Gesamtzweiter des letzten Weltcups gute Argumente. Ob Lenherr schon in den Dezember- Rennen oder erst im Januar in den Weltcup zurückkehrt, ist noch ungewiss. In Arosa wird der letztjährige Vierte am Training teilnehmen und erst kurzfristig über einen Renneinsatz entscheiden.

Nachtrennen in Arosa wieder mit Publikum

Mit drei Podestplätzen hat letzte Saison auch der Berner Oberländer Ryan Regez seine Olympia-Ambitionen angemeldet. Joos Berry, der in Val Thorens einmal Vierter wurde und auch schon zwei Weltcuprennen gewann, buhlt ebenso um einen Olympia-Startplatz wie der lange verletzte Romain Détraz (Arosa-Sieger 2016) und Tobias Baur. Auch sie gehören zu denen, über die Nationaltrainer Pfäffli sagt: «Alle unsere Fahrer freuen sich auf China.» Aber nicht alle werden die Reise mitmachen können.

Das Rennen in Arosa ist auch der Heimanlass für Skicross- Fans aus dem Rheintal, umso mehr als Montafon nicht mehr im Weltcup-Kalender steht. Im Gegensatz zum letzten Jahr sind Zuschauerinnen und Zuschauer in Arosa zugelassen, wer sich mit einem Covid-Zertifikat ausweisen kann, erhält Zutritt zum Eventgelände.