Die Galledia Group blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück

Um den Strukturwandel in der Medienbranche gut zu überstehen, muss ein Unternehmen strategisch gut aufgestellt sein. Die Galledia Group geht davon aus, dass sie es ist. Die Aktionäre finden das auch.

Gert Bruderer
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186 Aktionärinnen und Aktionäre beteiligten sich an der GV und genehmigten alle Anträge ohne Gegenstimmen. (Bild: Monika von der Linden)

186 Aktionärinnen und Aktionäre beteiligten sich an der GV und genehmigten alle Anträge ohne Gegenstimmen. (Bild: Monika von der Linden)

Unzufriedene Aktionäre, wie Grosskonzerne sie manchmal in ihren Reihen haben, scheint es bei der galledia group (vormals Rheintal Medien AG) nicht zu geben. An der Generalversammlung vom Donnerstagabend im Widnauer «Metropol» wurden Lagebericht, Jahresrechnung, Konzernrechnung sowie die beantragte Dividende von 22 Franken pro Aktie mit grossem Mehr genehmigt. Gegenstimmen gab es keine, bloss einige Stimmenthaltungen. Die Leistung des Verwaltungsrates wurde gutgeheissen – oder, juristisch ausgedrückt: Ihm wurde Entlastung erteilt. Die Ostschweizerische Treuhand-Gesellschaft in St.Gallen sieht sich als Revisionsstelle bestätigt.

Andernorts sind Zeitungen verschwunden

Das Geschäftsergebnis des Konzerns lässt sich als mindestens gut bezeichnen (siehe «Medienhaus mit gutem Ergebnis» vom 7. Mai), beim Zeitungsverlag liegt der Cashflow sogar deutlich über dem Branchendurchschnitt. Das ist umso bemerkenswerter, als die Erträge aus Informationsdienstleistungen generell stark rückläufig sind, was letztes Jahr in der Schweiz zur Einstellung einer ganzen Reihe von Druckerzeugnissen geführt hat. Blick am Abend, die Print-Ausgabe der Westschweizer Le Matin, die Sonntagszeitungen von CH Media in der Zentral- und Ostschweiz: sind alle verschwunden!

Hingegen nimmt regional die Zahl der «Gemeindeblättli» zu, was Urs Schneider als Verwaltungsratspräsident der galledia group kritisch sieht. Denn eine unabhängige Berichterstattung, wie eine neutrale Zeitung sie leistet, sei von einem Gemeindeorgan nicht zu erwarten.

Vielerorts wurde abgebaut, im Rheintal ausgebaut

Im Rheintaler Medienhaus mit Sitz in Berneck hat sich im letzten Jahr viel getan. Strategisch gut aufgestellt sei man organisatorisch, technologisch und personell, sagte Schneider. Mit der Namensänderung des Konzerns in galledia group, der damit verbundenen neuen Unternehmensstruktur und dem einheitlichen Markenauftritt verfüge man nun über eine zeitgemässe Holdingstruktur.

Der Zeitungsverlag, der den «Rheintaler» und die «Rheinta­lische Volkszeitung» heraus­gibt sowie die Online-Plattform rheintaler.ch betreibt, hat in den Ausbau von Redaktion und Verkauf investiert. Der Anspruch, die digitale Transformation voranzutreiben, bedeutet für den Zeitungsverlag, dass dem Angebot im Netz besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Gemeint sind die Online-Plattform rheintaler.ch, der angegliederte neue Kanal rheintaler.ch/life für junge Menschen, die (ausgehend von Zeitungsbeiträgen und dank entsprechender App) abspielbaren Video-Kurzfilme sowie der konsequente Auftritt in den Sozialen Medien.

Die Beliebtheit solcher Angebote zeigt sich unter anderem im Erfolg auf Instagram, wo die Zahl der Follower in einem knappen halben Jahr auf 1250 gestiegen ist. Der zweite von der Redaktion betriebene Instagram-Kanal rheintaler.geo hat in nur einem Monat 350 Follower gewinnen können, und auf Facebook wird den Beiträgen der Redaktion von 2000 Interessierten Beachtung geschenkt.

Zeitungsverlag ist landesweit bei den Besten

Auch künftig keine Leistungen abzubauen, bezeichnete der seit gut einem Jahr für Galledia tätige CEO Daniel Ettlinger als erklärtes Ziel. Das Geschäftsergebnis zeige, dass die Investition in Redaktion und Verkauf richtig gewesen sei. Gerade beim Anzeigenverkauf gehöre der Bernecker Zeitungsverlag landesweit zu den Besten. Gut möglich, dass es sich sogar um eine unübertroffene Leistung handelt.

Im Druckgeschäft sei das «Umfeld äusserst unfreundlich», sagte Ettlinger. Die massiven Papierpreiserhöhungen im letzten Jahr hätten bedeutet, dass pro Auftrag ein durchschnittlich um vier Prozent teureres Papier zu verwenden war, was angesichts des margenschwachen Geschäfts «gigantischen Dimensionen entspricht».

Einen grossen Schritt nach vorn hat der Konzern auch mit seinen Fachmedien getan. Mit den Zeitschriften Werbewoche, Expodata und IZA wurden die thematischen Schwerpunkte des Verlagsprogramm weiter gestärkt. Beim Themenbereich Management und Kommunikation ist der Galledia Fachmedienverlag dank des Zukaufs von Werbewoche und Expodata zum Marktleader geworden, zur «klaren Nummer 1», wie Daniel Ettlinger sagte. Die neuen Titel ergänzen die vom Verlag seit langem he­rausgegebenen Fachzeitschriften Marketing & Kommunikation, Organisator sowie Management und Qualität.

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