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Schollenmühle schärft die Sinne

ALTSTÄTTEN. Gestern wurde im Bannriet die zum Informationszentrum umfunktionierte ehemalige Schollenmühle eingeweiht. Heute kann sich bei einem Tag der offenen Tür jeder selbst davon überzeugen, welch Bijou Altstätten damit bekommen hat.
Max Tinner
Der kulturhistorische Aspekt der Schollenmühle: René Biollay aus Altstätten demonstriert, wie man früher von Hand Torf gestochen hat. (Bild: Max Tinner)

Der kulturhistorische Aspekt der Schollenmühle: René Biollay aus Altstätten demonstriert, wie man früher von Hand Torf gestochen hat. (Bild: Max Tinner)

Die Schollenmühle liegt dort, wo die Natur im Rheintal am vielfältigsten ist: mitten im Bannriet. Der Verein Pro Riet Rheintal hat sie zu einem Informationszentrum für Naturinteressierte gemacht. Es gibt Hütten, aus denen man die Tiere im Riet beobachten kann, Stühle und Liegen, auf denen man es sich bequem machen und zur Ruhe kommen kann, um die Natur auch akustisch wahrzunehmen: das Rauschen und Rascheln der Riedgräser und der Blätter im Wind, den Gesang der Vögel, das Konzert der Frösche.

Eine besondere Erfahrung ermöglicht einem ein Kubus in einem neu angelegten Weiher, in den man hinabsteigen und die Landschaft aus der Perspektive eines aus dem Wasser lugenden Frosches betrachten kann.

Beim Torfstechen zusehen

Die Schollenmühle zeugt auch vom Torfabbau, der hier früher betrieben worden ist. Durch Fenster sieht man in die Räume mit der alten Torfmühle und der Torfpresse, eine der Torflagerhallen steht dem Publikum auch offen. Eine weitere wurde zu einem Ausstellungsraum gestaltet.

Gleich daneben kann man an offenen Gräben erleben, wie man früher von Hand Torf gestochen hat. Der Torfabbau, vor allem der industrielle, hat der Natur vielerorts geschadet. Man investiere Millionen, um Schäden an Hochmooren von nationaler Bedeutung zumindest teilweise wieder zu beheben, sagte bei der gestrigen Einweihung Alfred Brülisauer vom Amt für Natur, Jagd und Fischerei.

Schweizweit beispielhaft

Im Bannriet hatte der Torfabbau aber auch positive Aspekte: Seinetwegen wurde das Bannriet nämlich nicht trockengelegt. «Heute ist es das Flachmoor mit der grössten Biodiversität der Schweiz», sagte Pro-Riet-Präsident Ignaz Hugentobler nicht ohne Stolz. Gratuliert wurde dem Verein gestern auch von Vertretern der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, vom Schweizer Vogelschutz (beide Institutionen sind Projektpartner) und vom Fonds Landschaft Schweiz.

Und Hans Peter Pfister, Präsident der Stiftung Umweltbildung Schweiz, meinte, er kenne kein anderes Beispiel, wo eine solch grosse Fläche ökologisch aufgewertet worden ist, wie dies dem Verein Pro Riet im Rheintal gelungen sei.

Der Verein Pro Riet hat aus der Schollenmühle ein lohnenswertes Ausflugsziel gemacht, aber keinen Freizeitpark. Es gibt weder Feuerstelle noch Kinderspielplatz.

Zu Fuss oder mit dem Velo

Zweck der Schollenmühle ist es, Wissen zu vermitteln und die Sinne für die Naturwerte im Bannriet zu schärfen. Dabei helfen einem 13 Würfel mit Infotafeln, die auf dem Areal und entlang einem acht Kilometer langen Rundweg durchs Bannriet stehen. Für die Strässchen zur Schollenmühle gilt wie für das ganze Bannriet ein Fahrverbot für Motorfahrzeuge. Am besten kommt man zu Fuss oder mit dem Velo dorthin. Ab Bahnhof Altstätten sind es rund zweieinhalb Kilometer.

Zur Schollenmühle und dem Bannriet hat der Verein Pro Riet auch eine neue Informationsbroschüre herausgegeben. Sie kann im Internet auf www.pro-riet.ch (Gebietsbesuche, Schollenmühle) herunter geladen werden.

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