Schneller Tod nach Schlägen

KREUZLINGEN. Ein 60-jähriger Wirt aus Tägerwilen musste sich gestern vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen erneut wegen vorsätzlicher Tötung verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, im Oktober 2011 seine damals 45-jährige Lebenspartnerin getötet zu haben.

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KREUZLINGEN. Ein 60-jähriger Wirt aus Tägerwilen musste sich gestern vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen erneut wegen vorsätzlicher Tötung verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, im Oktober 2011 seine damals 45-jährige Lebenspartnerin getötet zu haben. Der Angeschuldigte sagt, die Frau sei die Treppe hinuntergefallen. Die erste Instanz hatte den Mann wegen mangelnder Beweise freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft akzeptierte das Urteil nicht und verlangte nun erneut einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung. Für die Anklage ist klar, dass die Frau an den Schlägen ihres um zwölf Jahre älteren Lebenspartners gestorben ist. Der Wirt habe die alkoholkranke Frau in einem Streit geschlagen und getreten. Danach habe er sie ins Bett gelegt. Gemäss dem Angeklagten hat sich die Frau selber ins Bett begeben. Zum Fall liegen zwei rechtsmedizinische Gutachten vor. Diese belegen laut der Staatsanwaltschaft, dass die schweren Verletzungen des Opfers durch Gewalteinwirkung entstanden sind. Die Frau habe 3,6 Promille Alkohol im Blut gehabt und sei derart schwer verletzt gewesen, dass ein Treppensturz unmöglich gewesen sei. Zum Tod geführt hätten schliesslich eine Hirnschwellung und eine Lungenprellung sowie das Zerreissen der Leber. Die hochgradige Alkoholisierung habe zusätzlich zu einem raschen Tod beigetragen. Angesichts dieser Umstände sei es nicht möglich, dass sich die Frau selber ins Bett begeben habe. Das Urteil wird in ein paar Wochen erwartet. (sme/ar)