Schmitters beste Saison

Dominic Schmitter hat eine anstrengende Saison hinter sich, in der er mit der Schweizer Meisterschaft Superstock und der IDM zwei Meisterschaftsserien bestritten hat.

Gerhard Huber
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Dominic Schmitter war in der letzten Saison in vielen Rennen der beste Nicht-BMW-Pilot. (Bild: pd)

Dominic Schmitter war in der letzten Saison in vielen Rennen der beste Nicht-BMW-Pilot. (Bild: pd)

Dominic Schmitter war diesen Sommer viel auf Achse: Er war in Dijon, am Slovakiaring, in Brünn, Assen, Oschersleben oder Schleiz. Es ging kreuz und quer durch Mitteleuropa. Mit dem Wohnmobil immer dorthin, wo der nächste Lauf einer der beiden von ihm bestrittenen Rennserien stattfand.

Nach dem Abschluss der Rennsaison, vor gut zwei Wochen in Hockenheim, war dann zunächst Entspannung angesagt. Aber was macht ein Motorradcrack in der freien Zeit? Richtig, er fährt Motorrad. Zusammen mit dem Vater reiste der junge Altstätter zum in Zentralspanien gelegenen Rennkurs von Aragon.

Schmitter befindet sich auf dem richtigen Weg

Dort war Domi #9, wie seine Fans ihn nennen, mit Max Neukirchner, dem erfolgreichsten jemals in der Superbike-Weltmeisterschaft tätigen deutschen Fahrer, als Instruktor für angehende Biketalente und Hobbyfahrer tätig. Aktive Erholung sozusagen. «Die Gespräche mit Neukirchner waren unglaublich gut, er hat mir auch grosses Lob für meine Leistungen gezollt», sagt Schmitter. Was bestätigt, dass der Rheintaler sich mit der parallelen Teilnahme an der SM Superstock und der IDM, der Internationalen Deutschen Meisterschaft, auf dem richtigen Weg befindet.

Die Träume von einer Teilnahme an der Superbike-Weltmeisterschaftsserie hat Schmitter nach den bisherigen bitteren Erfahrungen vorerst aufgegeben. «Ein nochmaliges Antreten kommt nur in Frage, wenn ich eine konkurrenzfähige Maschine bekomme, also in einem Werksteam fahren kann. Aber sogar Topfahrer wie Tom Sykes, der Weltmeister von 2013, findet derzeit kein Bike.» Der Fahrermarkt ist zu breit. Also heisst es inter­national wieder IDM. Wo Schmit­ter dieses Jahr mit seiner Suzuki RSX-1000 vom Team Hertrampf als bester Nicht-BMW-Pilot den grossartigen vierten Schlussrang erreichte. «Ich habe alles aus meinem Töff herausgeholt, was nur geht. Mehr war auf der Suzuki einfach nicht drin.»

Die BMW-Piloten waren 2018 nicht zu besiegen

Dazu muss man wissen, dass die BMW-Töffs etwa 200 PS am Rad hatten und die Suzuki «nur» 175 PS Leistung bot. Was zwar für eine Spitze von 290 km/h reichte, doch auch das reichte nicht, um die IDM-Toppiloten Ilya Michalchik, Bastien Mackels und Julian Puffe zu besiegen. Als Schweizer Meister bei den Superstock holte der Rheintaler aber den ersten internationalen Titel für die neue Suzuki RSX-1000.

Für die nächste Saison be­findet Schmitter sich in Verhandlungen mit vielen Teams. Alle sind interessiert, müssen aber ihr Budget abklären. Schmitter möchte kein Bezahlfahrer sein, der auch noch Geld fürs Team mitbringt. Dafür hat er alle Fähigkeiten, um regelmässig auf das Podium zu fahren. «Es gibt diesbezüglich noch keine klare Richtung für 2019», sagt Schmitter.

Für die Sponsoren und die treuen Fans wird Schmitter wieder eine Abschlussfeier veranstalten. Ob diese noch Ende November stattfindet oder im Februar 2019, steht noch nicht fest.