Schmid macht das Dutzend voll

An den 71. Rheintalischen Schach-Einzelmeisterschaften in Widnau war Sandro Schmid am Samstag einmal mehr bei bester Spiellaune. Seit 1991 hat er das traditionsreiche Turnier im Schnitt jedes zweite Jahr gewonnen.

Kurt Kaufmann
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Zwei Schach-Koryphäen am Werk: IM Georg Fröwis (links) und Turniersieger Sandro Schmid. (Bild: Kurt Kaufmann)

Zwei Schach-Koryphäen am Werk: IM Georg Fröwis (links) und Turniersieger Sandro Schmid. (Bild: Kurt Kaufmann)

SCHACH. Als grosser Favorit ging am Sonntag aber ein anderer Spieler ins Rennen: Georg Fröwis aus Lustenau. 2011 gewann er als 21-jähriger Student die österreichische Staatsmeisterschaft, und noch im selben Jahr wurde ihm vom Weltschachverband der Titel eines Internationalen Schachmeisters verliehen. Der Entscheid über den Turniersieg fiel in der Direktbegegnung in der Turniermitte. Sandro Schmid ging unbekümmert an die Sache heran und erarbeitete sich eine aussichtsreiche Position.

Spannend bis zum Schluss

Nach etwa 30 Zügen hätte er ein Remis durch Dauerschach erzwingen können. Das wäre gewiss einem beachtlichen Prestigegewinn gleichgekommen, aber würde es auch für den Turniersieg reichen? Schmid entschied sich, die Partie auszuspielen, und er entschied richtig. Georg Fröwis geriet arg unter Druck und musste Material hergeben. Nachdem sich der «Pulverdampf» verzogen hatte, standen nur noch die beiden Könige und zwei weisse Leichtfiguren auf dem Brett. Das Mattsetzen mit Springer und Läufer hat schon so manchen geübten Spieler fast zur Verzweiflung getrieben. Im ungünstigsten Fall benötigt man 33 Züge bis zum Matt.

Doch Sandro Schmid löste die knifflige Aufgabe mit stoischer Ruhe und trieb den schwarzen Monarchen in die weisse Ecke, wo es für ihn kein Entrinnen mehr gab. In den letzten drei Runden lauerte der Lustenauer vergeblich auf einen Ausrutscher seines Bezwingers, der den Turniersieg mit einem Remis in der Schlussrunde absicherte. Hinter den beiden Ausnahmekönnern belegte der 16 Jahre junge Hohenemser Emilian Hofer den dritten Rang. Er stellte seinen Kampfgeist mit fünf Siegen bei zwei Niederlagen unter Beweis.

Juniorentitel für Casero

Leider litt das Turnier unter einer unglücklichen Terminüberschreitung, was sich negativ auf die Teilnehmerzahl auswirkte. Die Junioren mussten ins Hauptturnier integriert werden, wo sie auf gleichaltrige, aber auch auf erwachsene Konkurrenten trafen.

Am besten entledigte sich Daniel Erwin Casero der schwierigen Aufgabe. Obwohl er vier der sieben Partien gegen erfahrene Turnierspieler austragen musste, knackte der Zwölfjährige die 50-Prozent-Marke.

Ranglistenauszug: 1. Sandro Schmid, Wil, 6,5 Punkte; 2. IM Georg Fröwis, Lustenau, 5,5; 3. Emilian Hofer, Hohenems, 5,0; 4. Marcel Schneider, St. Gallen, 5,0; 5. Gilbert Jost, Widnau, 4,5; 6. Simon Heinrici, Lustenau, 4,5; 7. Kurt Kaufmann, Berneck, 4,5; 8. Pius Steiger, Oberriet, 4,0; 9. Kurt Studer, Vaduz, 4,0; 10. Daniel Erwin Casero, Dornbirn, 4,0; 11. Erich Peterlunger, Lustenau, 3,5; 12. Dominik Tschemernjak, Lustenau, 3,5; 13. Uros Nisavic, Lustenau, 3,5, 14. David Grüninger, Widnau, 3,0.