Schläger muss dreieinhalb Jahre ins Gefängnis

KREUZLINGEN. Das Bezirksgericht Kreuzlingen verurteilte einen 33-jährigen Türken zu dreieinhalb Jahren Haft. Er hatte seine Freundin misshandelt. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde er freigesprochen.

Urs Brüschweiler
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KREUZLINGEN. Das Bezirksgericht Kreuzlingen verurteilte einen 33-jährigen Türken zu dreieinhalb Jahren Haft. Er hatte seine Freundin misshandelt. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde er freigesprochen.

«Wer mit Menschen, die ihm nahestehen, so umgeht, darf nicht auf das Verständnis des Gerichts hoffen.» Die Richterin am Bezirksgericht Kreuzlingen machte bei der Urteilsverkündung am vergangenen Dienstag deutlich, dass der Angeklagte nicht mit Samthandschuhen anzufassen ist. Dies hatte er bei zwei seiner Exfreundinnen auch nicht getan.

Lange Liste

«Das Gericht ist überzeugt, dass es zu Übergriffen und Drohungen gekommen ist, und beide Angst vor ihm gehabt haben. Dass das einmalige Vorkommnisse waren, glauben wir nicht.» Dreieinhalb Jahre muss der 33-jährige Türke nun ins Gefängnis. Die Liste der Straftatbestände ist lang: Freiheitsberaubung, mehrfache leichte Körperverletzung, mehrfache Drohung, Betrug, Veruntreuung, Missbrauch einer Kreditkarte sowie Beschäftigung von Schwarzarbeitern.

Vergewaltigung nicht erwiesen

Einzig für die Vergewaltigung fand das Gericht die Beweislage zu dünn und entschied hierbei im Zweifel für den Beschuldigten. In diesem Anklagepunkt der Staatsanwältin ging es um eine hässliche Eifersuchtsszene, die von einer SMS ausgelöst worden war. Der Beschuldigte sperrte sich und seine damalige Freundin über mehrere Stunden in der Küche ein, schlug sie mehrfach, so dass die Frau einen Kieferbruch erlitt. Er hielt ihr das Messer an den Hals und drohte, das Gesicht zu verstümmeln. Im Anschluss soll er sie im Korridor vergewaltigt haben.

Ein Tatvorgang, den der Angeklagte bestritt. Nur dreimal geohrfeigt habe er sie. «Eifersucht war bei uns an der Tagesordnung.»

Keine Zeugin

Der Verteidiger verwies auf «gravierende Mängel in der Strafuntersuchung» und beschuldigte das Opfer. «Sie nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau.» Das Opfer stand als Zeugin nicht zur Verfügung. Die Frau hatte erklärt, sie wolle weder eine Anzeige machen, noch mit dem Verfahren etwas zu tun haben.

Ihr Arzt hatte die Strafuntersuchung ins Rollen gebracht. Der Verteidiger fand nun, ohne ihre Aussage könne es keine Verurteilung geben. Das Gericht begründete den Freispruch jedoch damit, dass der Angeklagte tatsächlich glaubte, der Sex sei einvernehmlich gewesen.

Emotionen nicht im Griff

Sechs weitere Delikte wurden dem Mann zur Last gelegt. Oft stand Aussage gegen Aussage. Das Gericht schenkte den widersprüchlichen Aussagen des Angeklagten weniger Glauben als jenen der Opfer. «Wir haben Anzeichen, dass sie schnell zuschlagen.» Ein neuer Strafbefehl wegen eines Gewaltdelikts zeigte dem Gericht, dass der Mann sich nicht gebessert hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.