Schikane soll Falschfahrer bremsen

Nach zwei Unfällen mit falsch Fahrenden Anfang November hat der Nationalstrassen-Unterhalt des Kantons bei der Ausfahrt Diepoldsau/Widnau provisorische Schikanen aufgestellt. Was weiter geschieht, muss das Astra entscheiden, das Bundesamt für Verkehr.

René Schneider
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Bei belebter Ausfahrt kommt niemand auf die Idee, rechts abzubiegen. Bei wenig Verkehr aber schon. Die Schikane machts komplizierter. (Bild: René Schneider)

Bei belebter Ausfahrt kommt niemand auf die Idee, rechts abzubiegen. Bei wenig Verkehr aber schon. Die Schikane machts komplizierter. (Bild: René Schneider)

Diepoldsau. Eigentlich ist alles klar signalisiert und leicht zu erfassen am grossen «Zwetschgoid»-Kreisel Widnau-Diepoldsau. Trotzdem fahren immer wieder Autos aus dem Kreisel in die Autobahn-Ausfahrt ein. Viele in der Region haben es erlebt, gesehen oder davon gehört, wie andere es erlebten: Jemand bog ein und fuhr rückwärts wieder raus, jemandem kam beim Ausfahren ein Auto entgegen, das dann schnell rückwärts wieder zurück fuhr.

Hohe Dunkelziffer

Die Dunkelziffer von falsch Fahrenden ist hoch, vermuten auch Polizei und Verkehrsfachleute. Die zwei Unfälle Anfang Monat scheinen lediglich die «Spitze des Eisbergs» darzustellen. Ein Busfahrer vermutet, dass dort täglich mehr oder weniger gefährliche Vorfälle passieren. Dabei ist der Kreisel in dieser Form und mit der aktuellen Signalisation schon sieben Jahre alt.

Zugenommen hat aber der Verkehr darauf und besonders auch der Verkehr auf der Espenstrasse, der Widnauer Umfahrungsstrasse, die dort beginnt.

Sind Navigationsgeräte schuld?

Die Ausfahrt von der A13 und die Einfahrt in die Espenstrasse liegen wenige Meter nebeneinander. Die Zunahme der Falschfahrten könnte auch mit der zunehmenden Verbreitung von Navigationsgeräten zu tun haben. Das vermuten Laien wie Fachleute.

Wer einen Weg einprogrammiert hat, der über den Kreisel und die Espenstrasse führt, hört auf Höhe der Autobahnausfahrt «biegen Sie jetzt rechts ab» aus dem Gerät. Zahlen über Falschfahrten mit glimpflichem Ausgang und auch Bilder gibt es keine. Darum weiss auch niemand, ob die kleinen, provisorischen Stellwände nützen. Sie erschweren aber das Falschabbiegen, weil man jetzt nach links ausholen muss, um falsch einbiegen zu können.

Provisorium

Norbert Matti, Leiter Unterhalt der Ostschweizer Autobahnen, erläuterte auf Anfrage: Nach den beiden Unfällen habe er «im Sinn einer schnellen, provisorischen und einfach zu realisierenden Massnahme» die Schikane aufstellen lassen. Dies auf Anregung von Polizei und seinen Mitarbeitenden im Autobahn-Unterhalt. Die Schikane soll das Einfahren in die Ausfahrt «verunmöglichen», indem der Einfahrtswinkel spitzer und «komplizierter» wird.

Spezielles Bauwerk

Ungewöhnlich sei für Automobilisten an jenem Kreisel dessen Grösse und dass eine der Strassen eine Autobahn-Ausfahrt, also eine «Einbahnstrasse» sei. Automobilisten seien es sich intuitiv gewöhnt, dass in einem Kreisel jeder Ast befahren werden könne. Ob der Kreisel Widnau-Diepoldsau im Bereich Ausfahrt A13 definitiv leicht umgebaut werde, müsse das Astra (Amt für Strassen des Bundes) entscheiden. Die Auswirkungen des Provisoriums würden dabei bestimmt Anregungen liefern.

Sie werden jetzt von Polizei und Unterhalts-Mitarbeitern genau beobachtet.

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