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Schiffe auf dem Alpenrhein

Am 2. September 1715 vermittelt der eidgenössische Landvogt in Rheineck zwischen den «Nöhler»-Schiffleuten in Au und der Gemeinde St. Margrethen. Er setzt fest, dass die Auer von jedem Malter (wohl ca. 500 Liter) Getreide, das sie rheinaufwärts mit Schiffen transportieren, dem Zöllner in St.
Der Traum vom Endhafen der Rheinschifffahrt in St. Margrethen auf einer Zeichnung um 1914. (Bild: Gemeindearchiv St. Margrethen)

Der Traum vom Endhafen der Rheinschifffahrt in St. Margrethen auf einer Zeichnung um 1914. (Bild: Gemeindearchiv St. Margrethen)

Am 2. September 1715 vermittelt der eidgenössische Landvogt in Rheineck zwischen den «Nöhler»-Schiffleuten in Au und der Gemeinde St. Margrethen. Er setzt fest, dass die Auer von jedem Malter (wohl ca. 500 Liter) Getreide, das sie rheinaufwärts mit Schiffen transportieren, dem Zöllner in St. Margrethen einen Pfennig bezahlen müssen. Die Originalurkunde im Ortsgemeinde-Archiv St. Margrethen erzählt damit von einem relativ wenig bekannten Kapitel der Rheintaler Geschichte der Warenschifffahrt auf dem Alpenrhein. Der Warentransport auf Flüssen war bis ins 19. Jahrhundert billiger und – vor allem für schwere Waren – geeigneter als der Landweg. Stromabwärts wurden von Reichenau bis Rheineck Holzstämme in Form von Flossen geschwemmt. Aufwärts erfolgten die Transporte von Korn, Salz, Eisen und anderen Waren mit Lastenseglern, die gegen die Strömung mit Tiergespannen gezogen wurden. Solche Schiffe verkehrten noch im 15. Jahrhundert bis nach Feldkirch.

Rheineck kämpfte lange Zeit um das Monopol für die Schifffahrt, die Landungen, das Umladen auf leichtere, flusstaugliche Schiffe oder auf Saumtiere und Pferdewagen, die Lagerung in der «Sust» und für die Zollabgaben. Spätestens aber im 17. Jahrhundert gelang es den fünf Oberrheintaler Höfen Altstätten, Oberriet, Marbach, Balgach und Berneck, sich von Rheineck unabhängig zu machen. Diese Gemeinden verliehen die sogenannte «Schollberg-Schifffahrt» zwischen Lindau oder anderen Bodensee-Orten und dem Monstein regelmässig an Schiffsleute. 1715 waren dies offenbar die «Nöhler»-Schiffleute aus Au, die in St. Margrethen den Zoll nicht entrichtet hatten. Diese Landestelle stand zur Verfügung, wenn die Schiffe wegen niedrigem Wasserstand oder aus anderen Gründen nicht bis an den Monstein verkehren konnten.

Die zunehmenden Flussablagerungen, die Konkurrenz durch die Eisenbahn sowie der Bau von Strassen und Rheinbrücken führte im 19. Jahrhundert zum Ende der Warenschifffahrt auf dem Rhein. Allerdings entstanden im Zuge der Entwicklung zur modernen Rheinschifffahrt nochmals grosse Pläne: Im Gemeindearchiv St. Margrethen lagert ein Projektplan für den Endhafen der Rhein-Grossschifffahrt in St. Margrethen von 1914. (Werner Kuster)

Über weitere Funde im Rahmen des Projekts «Rechtsquellen und Geschichte des Rheintals» wird demnächst berichtet.

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